Am 30. Juni 2004, von 20.15 Uhr bis 20.45 Uhr, wird im MDR, im Rahmen der Sendung „Sachsen-Anhalt spezial“ eine Reportage "Die unbekannte Schwester -
eine Begegnung in Israel" ausgestrahlt, die in Zusammenarbeit mit dem Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft entstanden ist. Der Filmemacher
Wilhelm Domke-Schulz erzählt darin die dramatische Geschichte einer jüdischen Familie aus Halle (Saale), die durch die Judenverfolgung im
"Dritten Reich" auseinander gerissen wurde und deren Überlebende sich nun, nach über siebzig Jahren, zum ersten mal in die Arme schließen können.
Ein MDR-Team vom Landesfunkhaus Sachsen-Anhalt begleitete die in Halle geborene Jüdin Yvonne auf ihrer Reise ins Ungewisse.
Maßgeblichen Anteil an dieser Fernsehproduktion haben
Katharina Krüger und
Brigitte Neufeldt, beide Studentinnen am Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft
der Martin-Luther-Universität. Von ihnen kamen Idee und Vorrecherche, die dann innerhalb des Dokumentarfilmseminars von Prof. Dr. Gerhard Lampe bis hin zur Realisierung
weiterentwickelt wurden. Der Kontakt zu dem Filmemacher Wilhelm Domke-Schulz erwies sich bei der Aktion als sehr hilfreich. Gemeinsam mit den Seminarteilnehmern diskutierte er über ihre
Entwürfe und stellte einige der Exposés dem MDR vor, der sich für diese Reportage entschied. Katharina Krüger erhielt auch die Möglichkeit, bei den Dreharbeiten in Israel mitzuwirken.
Gemeinschaftlich mit Brigitte Neufeldt machte sie über die Reportage hinaus weitere Aufnahmen und wird für die Gedenkstätte "Roter Ochse" in Halle einen eigenen Dokumentarfilm über die
Geschichte der Halbgeschwister Yvonne und Bruria schneiden.
Die jungen Nachwuchsfilmemacher freuen sich über diesen Erfolg. Aus dem Dok-Seminar sind schon einige Dokumentarfilme hervorgegangen. Dass nun eine der Arbeiten den Weg in die
Öffentlichkeit gefunden hat, spornt die jungen Leute persönlich an und bestärkt gleichzeitig das Institut in seinem Bestreben, Medienwissenschaft und Medienpraxis sinnvoll miteinander zu
verbinden.
(Silke Mühl, Ingrid Godenrath, 28. Juni 2004)
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Gerhard Lampe
Tel.: 034555-23580
E-Mail:
lampe@medienkomm.uni-halle.de
Wilhelm Domke-Schulz
Tel.: 0172-3988006
E-Mail:
post@domke-schulz-film.de
Die Filmgeschichte
Im Frühjahr 2004 begegnen sich die Halbgeschwister Yvonne und Bruria zum ersten Mal in ihrem Leben. Die 70jährige Yvonne hat erst kurz zuvor erfahren, dass ihr verschollen geglaubter Vater
während der Schoa nicht umgekommen ist, sondern Ende der 1930er Jahre nach Palästina fliehen konnte und dort eine neue Familie gegründet hat. Er selbst ist schon lange tot, aber seine Tochter
Bruria lebt noch heute in Nordisrael. Zu ihr macht sich Yvonne mit klopfendem Herzen auf den Weg. Eine Frage lässt ihr keine Ruhe: Wie wird sie von ihrer Schwester und deren weit verzweigter
Verwandtschaft aufgenommen werden?