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BAKTERIEN LEISTEN WIDERSTAND GEGEN ANTIBIOTIKA
Internationale Graduiertenschule (InGraS) stellt sich mit einem ersten Symposium
zum Thema „Multiple Gift-Resistenz in Bakterien:
Medizinische und Ökologische Bedeutung“ vor
 
Im September 2003 beschloss der Akademische Senat der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg den Aufbau einer Internationalen Graduiertenschule (InGraS) mit den Sektoren Life Sciences und Material Sciences. Erklärtes Ziel von InGraS ist eine verbesserte Ausbildung ausländischer und deutscher Studierender durch eine intensive und effektive Synthese von Forschung und Lehre. Als erster Sektor wurde Life Sciences (Lebenswissenschaften) gegründet. Derzeit wird er von 24 Hochschullehrern und Nachwuchwissenschaftlern aus den Fachbereichen Biologie, Biochemie/Biotechnologie, Pharmazie, der Medizinischen Fakultät und der Landwirtschaftlichen Fakultät sowie außeruniversitären Forschungseinrichtungen getragen. Akademischer Sprecher ist Prof. Dr. Gerd-Joachim Krauß (Fachbereich Biochemie/Biotechnologie) und wissenschaftlicher Sprecher Prof. Dr. Dietrich H. Nies (Fachbereich Biologie). Ein Antrag auf Förderung liegt der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) vor, die Entscheidung fällt im Mai 2004.

Das Symposium
Mit einem ersten Symposium am 28. April 2004 zum Thema "Multiple Gift-Resistenz in Bakterien: Medizinische und Ökologische Bedeutung" möchte InGRaS mit dem Sektor Life Sciences (Lebenswissenschaften) der Öffentlichkeit einen Einblick in einen Teilbereich ihrer Arbeit geben. Eingeladen sind namhafte Wissenschaftler, die über ihre Ergebnisse zur multiplen (vermehrten) Resistenz in Bakterien gegenüber Antibiotika berichten werden. Die Stärkung der Zusammenarbeit in Deutschland auf diesem Gebiet und die Gründung einer international agierenden Forschergruppe sind ein Anliegen der Veranstaltung, die 13.00 Uhr im Physik-Hörsaal, Hoher Weg 4 in Halle, beginnt.

Die erfolgreiche Bekämpfung bakterieller Infektionskrankheiten, von Pest über Cholera zur Angina, beruht auf den drei Säulen Allgemeine Hygiene-Vorschriften, Impfungen und Antibiotika. Ein allgemein bekanntes Beispiel für die Wirksamkeit von Antibiotika ist die Einnahme von Penicillin bei einer Angina. Die Halsschmerzen werden von einem Tag auf den anderen gelindert oder verschwinden ganz. Gegenwärtig läuft aber diese "Waffe Antibiotika" Gefahr, ihre Wirkung gegen gefährliche Bakterien zu verlieren. Die Gründe dafür liegen im Missbrauch von Antibiotika, aber auch in der Entwicklung von Antibiotika-Resistenzen durch die Krankheits-Erreger.
Antibiotika-Resistenz kann durch zwei unterschiedliche Mechanismen entwickelt werden. Zum einen sind die Bakterien in der Lage, die Antibiotika zu spalten oder durch andere chemische Änderungen für sich unschädlich machen (die gängige Penicillin-Resistenz beruht auf diesem Mechanismus). Zum anderen können die Bakterien aber Antibiotika und andere Giftstoffe einfach aus ihren Zellen herauspumpen. Man spricht in diesem Zusammenhang von multipler Gift-Resistenz. Dabei sind beide Mechanismen der Antibiotika-Resistenz von Bakterien prozentual etwa gleich verantwortlich für den Tod vieler Menschen. Jedoch ist die bakterielle multiple Giftresistenz wesentlich weniger erforscht.

Das erste InGraS-Symposium soll auf dieser Strecke neue Wege aufzeigen. Die Experten wollen erörtern, wie multiple Giftresistenz in Bakterien funktioniert, wie molekulare Pumpen aussehen, die das Phänomen bewirken, und wie man dieses eventuell durch neue Antibiotika hemmen könnte. So wäre es vielleicht in naher Zukunft möglich, die Tür zu einer Kombinations-Therapie aufzustoßen, bei der ein Antibiotikum die multiple Gift-Resistenz eines Krankheits-Erregers "sabotiert" und "entwaffnet", während ein zweites Antibiotikum ihn wirkungslos macht und Heilung bringt.

Weitere Informationen zum Symposium unter
http://bionomie.mikrobiologie.uni-halle.de/Symposium/Symposium.htm

(Prof. Dr. Dietrich H. Nies, Ingrid Godenrath, 20. April 2004)

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Dietrich H. Nies
Tel.. 0345 55-26352
E-Mail: d.nies@mikrobiologie.uni-halle.de
 
  Ingrid Godenrath, 20.04.2004
 
     
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