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INDOSKRIPT-
2000 Jahre alte südasiatische Schriften per Mausklick lesen
 



Noch im Jahr 2006 soll eine multifunktionale Datenbank ins Internet gestellt werden, um der internationalen Forschung als paläografisches Recherche- und interaktives Arbeitsinstrument zu dienen.
Ziel ist ein gemeinsamer Datenpool, in dem alle eingespeisten Daten mittels spezieller Programmierung paläografisch-interaktiv recherchierbar sind.

Der innovative Charakter des Projekts zeigt sich zudem darin, dass durch die programmiertechnische Entwicklung eines automatischen Schrifterkennungsprogramms eine modellhafte Applikation auch auf weitere außereuropäische Schriftkreise möglich sein wird.


Im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Forschungsprojektes Indoskript arbeiteten das Institut für Indische Philologie und Kunstgeschichte der Freien Universität Berlin (Prof. Dr. Harry Falk) und das Institut für Indologie und Südasienwissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Prof. Dr. Walter Slaje) kooperativ an der Erstellung einer Datenbank südasiatischer Schriften aus über zwei Jahrtausenden.

Ziel war es, exemplarische Schrift- und Zeichensätze sowie Abbreviaturen seit Beginn der Schriftlichkeit (ca. 3. Jh. v. Chr.) bis in die Gegenwart aus indischen Dokumenten zu extrahieren, ihre grafischen Formen und Lautwerte zu analysieren, und alle so gewonnenen, in einen gemeinsamen Datenpool eingespeisten Daten auf dem Wege einer speziellen Programmierung paläografisch-interaktiv recherchierbar zu machen.

Am Projektstandort Halle wurden im Zeitraum von Mai 2000 bis September 2005 die inschriftlichen und handschriftlichen Materialien regionen- und epochenübergreifend bearbeitet und einge­scannt. Aus den gesammelten bzw. von beteiligten Spezialisten eingeworbenen Dokumenten wurden die einzelnen Schriftzeichen isoliert, ihre Formen und Lautwerte bestimmt, und diesen geeignete lateinische Transliterationen zugeordnet. Die ermittelten Zeichen wurden sodann in der am Projektstandort Berlin entwickelten Datenbank diachron und synchron, geografisch und dynastisch so vernetzt, dass sowohl die charakteristischen Einzelzeichen wie auch zusammenhängende Schriftsätze aus allen Regionen und Epochen Indiens abgerufen und verglichen werden können. Daran lässt sich nun nicht nur der geschichtliche Wandel lokaler Schriftformen regionenübergreifend verfolgen, sondern es können durch elektronischen Vergleich Schriften und vollständige Dokumente, die undatiert oder von unbekannter Provenienz sind, mit größerer, teilweise sogar absoluter Präzision identifiziert, zeitlich sicherer bestimmt und regional zugeordnet werden.

Als Gesamtbilanz für den Projektstandort Halle (Zeitraum von Mai 2000 bis September 2005) ergibt sich die Aufnahme, Analyse, Bearbeitung und elektronische Einspeisung von insgesamt 80 741 Einzelzeichen aus dem südasiatischen Kulturraum, extrahiert aus 127 Handschriften und 106 Inschriften. Die Zahl der aus Handschriften gewonnen Zeichen beläuft sich auf 51 557, die der inschriftlichen Einzelzeichen auf 29 184.

An der Beschaffung und Vorbereitung der Materialien waren 20 WissenschaftlerInnen aus 6 Ländern (Deutschland, Holland, Österreich, Italien, USA, Nepal) sowie 11 Bibliotheken aus Europa und Indien beteiligt.


Ansprechpartner:
Prof. Dr. phil. Walter Slaje
Institut für Indologie und Südasienwissenschaften
der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Tel.: (0345) 55 23650
E-Mail an Herrn Slaje
Mehr Informationen
 
  Dmitrij Wilms, 01.02.2006
 
     
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