Neuer Direktor am Institut für Hochschulforschung Wittenberg

Das Institut für Hochschulforschung Wittenberg (HoF) hat seit dem 1. Januar 2001 einen neuen Direktor. Auf Vorschlag des Verwaltungsrates wählte der eingetragene Verein, der das Institut betreibt, den bisherigen Rektor der Martin-Luther-Universität, Prof. Dr. Reinhard Kreckel, zum Nachfolger von Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz.

Das Institut für Hochschulforschung ist als An-Institut der Martin-Luther-Universität wirtschaftlich selbständig, aber im akademischen Sinne Teil der Universität. Es untersucht Entwicklungsprozesse im Hochschulsystem und widmet sich der wissenschaftlichen Begleitung von Hochschulreformvorhaben. Darüber hinaus wird im Institut mit Mitteln der Volkswagen-Stiftung ein integriertes Informations- und Dokumentationssystem aufgebaut, das künftig weltweite Zugriffe und Recherchen zu Ergebnissen und Potentialen der Forschung über Hochschulen in Deutschland ermöglicht. Gefördert wird das Institut aus Bundes- und Landesmitteln. Es ist das einzige seiner Art in den neuen Ländern.

Jan-Hendrik Olbertz, Professor für Erziehungswissenschaft an der halleschen Universität und Stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE), hat das Institut für Hochschulforschung in den Jahren 1996/97 in Wittenberg aufgebaut. Er war seitdem wissenschaftlicher Leiter der Einrichtung. Im Oktober trat er als Direktor der Franckeschen Stiftungen zu Halle in die Nachfolge von Prof. Dr. Drs. Paul Raabe (Wolfenbüttel).

Reinhard Kreckel kam 1992 als Professor für Soziologe nach Halle. Er hatte zuvor in München, Aberdeen und Erlangen gelehrt und Gastprofessuren in New York, Halifax, Paris und Wien wahrgenommen. Von 1994–1996 war er Prorektor, von 1996–2000 Rektor der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Er werde das von Olbertz herbeigeführte klare Forschungsprofil des Instituts fortführen. In Zukunft wolle er zum einen den Schwerpunkt „Europäisierung des Hochschulwesens" weiter verstärken, vor allem im Hinblick auf die Osterweiterung Europas. Zum anderen bedürften die teilweise hektischen Reformbemühungen, mit denen in Deutschland von Ministerien, Wissenschaftsorganisationen und Hochschulen auf den zunehmenden Legitimations- und Modernisierungsdruck reagiert werde, einer systematischen Information und wissenschaftlicher Begleitung. Die Hochschulforschung werde nachgefragt, um für die Veränderungen im Hochschulwesen langfristig sinnvolle Perspektiven entwickeln zu können. Hier müsse sich das Wittenberger Institut auch künftig besonders engagieren.

Die feierliche Amtseinführung des neuen Direktors erfolgt am 2. Februar 2001 (14:00 Uhr) im Auditorium Maximum der Universitätsstiftung Leucorea in Wittenberg, Collegienstraße 62.

Am 26./27. März 2001 wird das Institut auf einer wissenschaftlichen Fachtagung zum Thema „Qualität – Essential von Hochschulreformen?" eine Bilanz seiner wissenschaftlichen Arbeit nach fünf Jahren ziehen. Ausgangsposition für die im Institut laufenden Untersuchungen ist, dass die Hochschulen nicht nur Teil des gesellschaftlichen Wandels sind, sondern selbst wesentlicher Ort und Impulsgeber für gesellschaftlichen Fortschritt. Diesem Anspruch können sie nur gerecht werden, wenn sie ihre Arbeitsweisen ständig kritisch reflektieren und Reformen als notwendigen Bestandteil ihrer Aufgaben betrachten.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz, Fachbereich Erziehungswissenschaften,
Tel.: 0345 / 552 3788, E-Mail: olbertz@paedagogik.uni-halle.de

Prof. Dr. Reinhard Kreckel, Fachbereich Geschichte, Philosophie und Sozialwissenschaften,
Tel.: 0345 / 552 4250, E-Mail: kreckel@soziologie.uni-halle.de

Institut für Hochschulforschung Wittenberg e. V. an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg,
Collegienstraße 62,
06886 Lutherstadt Wittenberg
Tel.: 03491 / 466 254, E-Mail: institut@hof.uni-halle.de


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