Die Historische Kommission für Sachsen-Anhalt, das Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt und das Institut für Geschichte
der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg laden gemein-sam zum Zweiten Tag der Sachsen-Anhaltischen Landesgeschichte
am 27. Okt. 2007 in den Ratssaal von Lützen. Die Tagung steht unter dem Rahmenthema „Geschichtsbilder –
Die Vormoderne und ihre Rezeption in der Landesgeschichte Sachsen-Anhalts“ und befasst sich mit dem Fortwirken und
der Rezeption zweier für die Geschichte Sachsen-Anhalts zentraler Epochen.
In der ersten Sektion geht es unter dem Motto „Mittelalterbilder – Geschichte als Argument und Instrument“ um die Rezeption des Mittelalters
in den folgenden Jahrhunderten. Beginnend mit der Reformationszeit (Magdeburger Centurien) verfolgen die Vorträge das weitere Fortwirken und die zunehmende
politische Instrumentalisierung des Mittelalters im 19. und 20. Jahrhundert. Unter den Vortragenden ist auch der Leiter des Kulturhistorischen Museums
Magdeburg, Prof. Dr. Manfred Puhle, der sich gewissermaßen als Nachlese der großen Reichsausstellung 2006 mit der Rezeption des „Heiligen Römischen Reiches“
im Nationalsozialismus befasst.
Die zweite Sektion unter dem Thema: „Die Frühneuzeit – Gustav Adolf und Lützen im kollektiven Gedächtnis“ erweitert und vertieft das Thema der aktuellen
Lützener Ausstel-lung „Gustav Adolf, König von Schweden, die Kraft der Erinnerung 1632-2007“. Dabei geht es nicht primär um den dreißigjährigen Krieg selbst,
sondern um die geistigen Nachwirkun-gen des Ereignisses von Lützen in der Region und in Europa. Vorträge des schwedischen Gustav Adolf-Experten
Prof. Sverker Oredsson und des Hallenser Kunsthistorikers Prof. Peter Findeisen spannen den Bogen von Lützen nach Schweden und zurück.
Anknüpfend an den sehr erfolgreichen 1. Tag der Landesgeschichte in Sachsen-Anhalt 2003 in Dessau verfolgen die Veranstalter mit dieser Tagung insbesondere
zwei Zielrichtungen. Zum einen sollte die Vernetzung zwischen universitärer Forschung, Archiven, Bibliotheken, Museen, regionalen und lokalen
Geschichtsvereinen im Land Sachsen-Anhalt befördert und ein Forum für die Präsentation von Projekten und Forschungsergebnissen geschaffen werden.
Zum anderen soll die Region des heutigen Sachsen-Anhalt mit Blick auf die vergleichende deutsche Landesgeschichte stärker ins Bewusstsein gehoben werden.
Institutionen und Vereinen wird die Möglichkeit geboten, sich im Rahmen des Beiprogramms durch einen Informationsstand oder Büchertische zu präsentieren.
Eine Drucklegung der Beiträge ist geplant. Der Tag der Landesgeschichte wird gefördert vom Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt. Gäste sind herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei. Nähere Informationen unter
http://www.tag-der-landesgeschichte-Sachsen-Anhalt
Die Veranstalter:
Die Historische Kommission für Sachsen-Anhalt ist eine Vereinigung von ausgewiesenen Wissenschaftlern verschiedener Fachrichtungen, die sich mit
der Erforschung und Vermitt-lung der Geschichte des Landes Sachsen-Anhalt beschäftigen. Über ihre ca. 30 Mitglieder ist sie eng mit zahlreichen
wissenschaftlichen Institutionen wie Universitäten und Forschungs-einrichtungen, Archiven, Bibliotheken, Museen, Behörden und Stiftungen sowie
anderen wissenschaftlichen Kommissionen und Gesellschaften verbunden. Die Kommission hat sich die Aufgabe gestellt, die Erforschung der Geschichte
des Landes Sachsen-Anhalt in allen ihren Bereichen zu fördern und die Ergebnisse zu veröffentlichen. Dazu unterhält sie ein Jahrbuch und mehrere
Publikationsreihen, initiiert und betreut wissenschaftliche Projekte und veranstaltet Kolloquien und wissenschaftliche Tagungen. Informationen
unter
http://www.hiko-sachsen-anhalt.de
Das Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt ist das für das Land Sachsen-Anhalt und seine Verwaltung zuständige Staatsarchiv. In seinen drei Abteilungen
in Magdeburg, Merseburg und Dessau sowie der Außenstelle Wernigerode verwahrt es die schriftliche Überlieferung aus über 1000 Jahren Geschichte des
Landes Sachsen-Anhalt. Diese besteht derzeit aus mehr als 45.000 Meter Akten, 55.000 Urkunden, 140.000 Karten und Plänen sowie fast zwei Millionen Fotos.
Die Bestände können zu den Öffnungszeiten der Benutzerräume eingesehen werden. Informationen unter: Tel. 0391/5664-3 oder
http://www.sachsen-anhalt.de/LPSA/index.php?id=4630
Das Institut für Geschichte der Martin-Luther-Universität Halle ist Teil der Philosophischen Fakultät 1 der Martin-Luther-Universität
Halle-Wittenberg. Näheres unter
http://www.geschichte.uni-halle.de.
Ansprechpartner:
Dr. Ulrike Höroldt
Vorsitzende der Historischen Kommission, Leiterin des Landeshauptarchivs Sachsen-Anhalt
Tel.: 0391 5664 3
E-Mail: poststelle@lha.mi.sachsen-anhalt.de