Deutscher Historikertag in Halle

"Traditionen - Visionen"

Vom 10. bis 13. September 2002 findet in Halle (Saale) der 44. Deutsche Historiker-
tag statt. Das Rahmenthema "Traditionen - Visionen" rückt politische und gesell-
schaftliche Umbrüche in den Blick, die durch einen Austragungsort in den neuen Bundesländern eine unübersehbare Aktualität erfahren: die Einwirkung des Alten
auf das Neue, die "Macht des Faktischen" als Begrenzung von Utopien, die Wahr-
nehmung des Vergangenen durch die Gegenwart, die Prägung der "Vision" durch "Tradition".

Daher liegt ein Schwerpunkt der 51 thematischen Foren auf der europäischen und besonders der osteuropäischen Geschichte. Sektionen zur "Tradition einer multinationalen Reichsge-
schichte heute", zur "Europa-Diskussion in Polen und in Deutschland im 19. und frühen 20. Jahrhundert" oder zu "Staatssymbolik und Geschichtskultur im 'neuen' Osteuropa" themati-
sieren die Konstruktion kultureller und nationaler Identitäten mittels historischer Traditionen. Gleiches gilt für "Europäische 'Volksgeschichten' in der Zwischenkriegszeit" wie auch für "Europa in der Antike - Traditionen oder retrospektive Vision?". Darüber hinaus stehen spezifisch europäische Gesellschaftsentwürfe wie der Sozialstaat und die Zivilgesellschaft zur Diskussion, ebenso der ver-meintliche europäische Sonderweg.
Einen hohen Aktualitätsbezug hat das Thema "Migration in der europäischen Geschichte seit dem späten Mittelalter". Aber auch die außereuropäische Geschichte kommt nicht zu kurz: Von aktueller politischer Brisanz dürften die Sektionen "Gewalt in den USA: Traditionen und Visionen in den sechziger und siebziger Jahren" sowie "Amerika in Deutschland/Deutschland in Amerika" sein. Weitere Sektionen befassen sich mit dem derzeit ebenfalls viel diskutierten Verhältnis von (Natur-)-
Wissenschaft und Politik.

In mehreren Podiumsdiskussionen werden zudem aktuelle Debatten aufgegriffen: "Homer und Troja", "Der wissenschaftliche Nachwuchs nach dem neuen Hochschulrahmengesetz" und "Fachzeitschriften im elektronischen Zeitalter" lauten die Themenkreise, die weit über die Fachöffentlichkeit hinaus Interesse beanspruchen. Weitere Sektionen, die ein breites Publikum anziehen dürften, beschäftigen sich mit der Stadt Halle und dem Wiederaufbau von "Städten aus Trümmern" sowie mit der Vermittlung von Geschichte in Schulen und Museen.

Eröffnet wird der 44. Deutsche Historikertag am Dienstag, 10. September 2002, um 17.00 Uhr mit einer Rede des Bundespräsidenten Johannes Rau. Den Schlussvortrag am Freitag, 13. September 2002, hält der Bundesaußenminister a. D. Hans-Dietrich Genscher. Am Donnerstagabend spricht die bekannte Schriftstellerin Monika Maron zum Thema "Lebensentwürfe und Zeitenbruch".

(Dr. Markus Meumann, 3. Juni 2002)

Weitere Informationen zum Programm sind auf der Homepage des Historikertages abrufbar oder beim Organisationsbüro zu erhalten.

Ansprechpartner:
44. Deutscher Historikertag
Organisationsbüro
Kröllwitzer Str. 44
06099 Halle (Saale)
Tel: 0345 5524304
Fax: 0345 5527261
E-Mail: Info@historikertag2002.uni-halle.de
Internet: http://www.historikertag2002.uni-halle.de/


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