Studentisches Austauschprogramm Halle – Osaka


Vertrag zwischen Martin-Luther-Universität und Universität Osaka

Am Freitag, dem 20. Juli 2001, werden um 11 Uhr im Konferenzraum des Hauptgebäudes der Universitäts- und Landesbibliothek, August-Bebel-Straße 13, ein Abkommen über den studentischen Austausch zwischen der Mathematisch-Naturwissenschaftlich-Technischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Graduate School of Engineering Science der Universität Osaka (Japan) unterzeichnet. Für die japanische Seite werden Prof. Dr. Satoshi Hiyamizu (Dean of Graduate School of Engineering Science) und Prof. Dr. Shigemasa Suga die Verträge unterzeichnen.

Nach einem musikalischen Auftakt mit dem Akademischen Orchester der Universität folgen – unmittelbar vor der Unterzeichnung des Abkommens – Grußworte eines Vertreters der Landesregierung von Sachsen-Anhalt (Kultusministerium), von Prof. Dr. Reinhard Neubert (Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, Martin-Luther-Universität), Prof. Dr. Hiyamizu (Dean of Graduate School of Engineering, Osaka University), Prof. Dr. Heinrich Graener (Dekan des FB Physik der Mathematisch-Naturwissenschaftlich-Technischen Fakultät, Martin-Luther-Universität), Prof. Dr. Suga (Graduate School of Engineering, Osaka University) und Prof. Dr. Jürgen Kirschner (FB Physik, Martin-Luther-Universität). Nach einem musikalischen Ausklang haben die japanischen Gäste Gelegenheit zu einer Besichtigung der renovierten Universitäts- und Landesbibliothek, der sich ein Empfang anschließt. Zur Unterzeichnung der Vereinbarungen eingeladen sind Vertreter der Landesregierung, der Stadt Halle (Bürgermeisterin Dagmar Szabados hat bereits zugesagt) sowie der Universitäten Halle und Osaka. Die Dauer der Veranstaltung wird etwa zwei Stunden betragen.

Campus der Universität Osaka

Hintergrund:
Die Mathematisch-Naturwissenschaftlich-Technische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg hat mit der "Graduate School of Engineering Science" der Universität Osaka ein Abkommen über einen erweiterten Studentenaustausch und eine engere wissenschaftliche Zusammenarbeit vorbereitet. Damit sollen die Kontakte, die der Fachbereich Physik bereits zur Universität Osaka besitzt, auf beide Fakultäten ausgedehnt und intensiviert werden. Für die Teilnehmer sind einjährige Studienaufenthalte vorgesehen, ohne dass die jeweilige Gastuniversität Studiengebühren erhebt. Sowohl die Vertreter der Universität Osaka als auch die Mathematisch-Naturwissenschaftlich-Technische Fakultät der Martin-Luther-Universität werten dieses Abkommen als wichtigen Beitrag zur Internationalisierung von Forschung und Lehre sowie einen bedeutenden Schritt beim Ausbau der Kooperation deutscher und japanischer Hochschulen. Zugleich wird die dreiseitige Zusammenarbeit zwischen dem FB Physik der MLU, dem Max-Planck-Institut (MPI) für Mikrostrukturphysik Halle und der Graduate School of Engineering Science der Universität Osaka vertieft. Theoretisch und experimentell arbeitende Gruppen des FB Physik kooperieren eng mit den Wissenschaftlern des MPI für Mikrostrukturphysik. Diese Zusammenarbeit ist im Rahmen der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Einrichtungen
· Sonderforschungsbereich "Struktur und Dynamik Nanoskopischer Inhomogenitäten in Kondensierter Materie",
· DFG-Forschergruppe "Oxidische Grenzflächen",
an denen Wissenschaftler beider Einrichtungen beteiligt sind, besonders intensiv. Ein Schwerpunkt der Forschungsarbeit ist die Untersuchung magnetischer Mikro- und Nanostrukturen in ultradünnen Schichtsystemen. Dieses Forschungsthema wurde im Rahmen eines von der DFG geförderten Projektes von der Fachgruppe Theoretische Physik (Prof. Peter Rennert), dem MPI für Mikrostrukturphysik (Prof. J. Kirschner) zusammen mit japanischen Wissenschaftlern der Gruppe von Prof. S. Suga (Universität Osaka) und Prof. H. Daimon (Universität Nara) erfolgreich bearbeitet.

Blick in ein Labor der "Graduate School of Engineering Science">

Informationen zur Universität Osaka:
Die Universität Osaka wurde 1931 als Nationale Universität unter dem Namen "Osaka Imperial University" gegründet. Die Gründung, obwohl relativ spät erfolgt, geht auf akademische Traditionen zurück, die zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert entstanden, als Osaka ein ökonomisches Zentrum Japans war. Die "Graduate School of Engineering Science" wurde 1984 eröffnet. Die Neugründung wurde in die Wege geleitet, da durch die stetige technologische Entwicklung beständig neue wissenschaftliche Ergebnisse der Grundlagenforschung erforderlich sind und andererseits technologische Entwicklungen neue Möglichkeiten der Grundlagenforschung eröffnen. Diesem engen Zusammenhang sind Ausbildung und Forschung an der "Graduate School of Engineering Science" verpflichtet. Im Jahre 1997 fand eine Reorganisation statt. Die "Graduate School of Engineering Science" besteht nun aus folgenden Fachbereichen:
· Physikalische Wissenschaften,
· Chemische und Ingenieurwissenschaften,
· Systemtheorie und Lebenswissenschaften,
· Informatik und Mathematische Wissenschaften.

Die Forschungsthemen der Fachbereiche der "Graduate School of Engineering Science" bieten in den Schwerpunkten Materialwissenschaften, Biotechnologie und Informatik vielfältige Anknüpfungspunkte an die Forschungsschwerpunkte der MNT-Fakultät und der gesamten Universität Halle-Wittenberg.

Universitätsbibliothek Osaka

Die Universität Osaka hat bereits Akademische Austauschprogramme mit Hochschulen in Deutschland abgeschlossen. So bestehen Kontakte zur RHTW Aachen, zur Ludwigs-Maximilian-Universität München, zur Technischen Universität München, zur Universität Köln, zur Universität Oldenburg und zur Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Der Abschluss der Vereinbarung zwischen der "Graduate School of Engineering Science" der Universität Osaka mit der Mathematisch-Naturwissenschaftlich-Technischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg stellt im Ausbau der internationalen Kontakte beider Fakultäten einen wichtigen Meilenstein dar, da im Gegensatz zur Kooperation einzelner Forschungsgruppen oder Institute die gesamten Fakultäten einen intensiveren Austausch von Studenten und Wissenschaftlern anstreben.

Biografisches:
Prof. Satoshi Hiyamizu: Universitätsprofessor, Dekan der "Graduate School of Engineering" Universität Osaka; Spezialgebiete: Quanten-Engineering von Halbleitern, Kristall-Wachstum; Aktuelle Forschungsfelder: Hochindex-Grenzflächen in III-V-Halbleitern, die mit Molekularstrahl-epitaxie gezüchtet werden; Züchtung von Kristallen ternärer III-V-Halbleiter
Prof. Shigemasa Suga: Universitätsprofessor, Abteilung Materialphysik des Fachbereichs Material- und Ingenieurwissenschaften der "Graduate School of Engineering" der Universität Osaka; Spezialgebiete: Festkörperelektronik, Spektroskopie, Synchrotron-Strahlung; Aktuelle Forschungsfelder: Magnetismus, Phasenumwandlungen; Preise: 1994 Preis der japanischen Gesellschaft für Angewandte Physik

(Prof. Dr. Wolfram Hergert / Dr. Margarete Wein, 12. Juli 2001)

Nähere Informationen:
Prof. Dr. Heinrich Graener, Tel.: 0345 / 552 23 10, Fax: 0345 / 552 71 58
E-Mail: graener@physik.uni-halle.de


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