Erster Preis für jungen Mediziner aus Halle

Im Rahmen der 106. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) Anfang Mai 2000 in Wiesbaden, erhielt Dr. Hendrik Schmidt (29) Klinik und Poliklinik für Innere Medizin III der Martin-Luther-Universität, den mit 3000 DM dotierten ersten Preis in der Kategorie der freien Vorträge für seinen Beitrag zum Thema "Verminderung der kardialen Chemoreflexsensitivität bei Intensivpatienten - welchen Einfluss haben Krankheitsschweregrad und Lebensalter?"
Der junge Mediziner aus Halle konnte sich gegen insgesamt 39 Bewerber durchsetzen. Unter 612 Einsendungen aus allen Teilgebieten der Inneren Medizin wurden 337 als Posterpräsentationen und 39 als Vorträge angenommen. Die Auswahl und Wertung oblag dem Vorstand der Gesellschaft.
Hendrik Schmidt begann nach dem Abitur 1990 an der halleschen Universität sein Medizinstudium, das er 1997 mit dem III. Staatsexamen erfolgreich beendete. Es folgten anschließend Praktika in Aberdeen und ein Forschungsaufenthalt in London. Als eine weitere vielversprechende Station seines wissenschaftlichen Werdeganges ist im gleichen Jahr (17. Dezember 1997) die Verteidigung seiner Dissertationsschrift zu nennen, die mit dem Prädikat "Magna cum laude" bewertet wurde.
Als Arzt in der Weiterbildung an der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin III an der Universität, die von Prof. Dr. Karl Werdan geleitet wird, beschäftigt sich Dr. Hendrik Schmidt seit mehreren Jahren mit der Regulation des Herz-Kreislauf-Systems bei verschiedenen intensivmedizinisch relevanten Erkrankungen wie zum Beispiel Sepsis und Multiorganversagen. Intensivpatienten leiden oft unter einem gestörten Zusammenwirken des Herz-Kreislauf- und des Atmungssystems. Die Forschungsergebnisse, die dem ausgezeichneten Vortrag zugrunde liegen, basieren auf einer neuentwickelten Methodik, die es ermöglicht, die Veränderungen in der Kopplung von Herz-Kreislauf- und Atmungssystem bei jungen und älteren Intensivpatienten abzuschätzen, Dadurch ist es möglich, Rückschlüsse über das Ausmaß der veränderten Organleistung und somit der Funktionsfähigkeit der Einzelorgane beim Multiorganversagen zu ziehen.

Wesentliches Ergebnis der bisherigen Untersuchungen ist die Erkenntnis, dass die Kopplung von Herz-Kreislaufsystem und Atmung umso stärker beeinträchtigt ist, je schwerer der Grad des Multiorganversagens ist. Erklärtes Ziel der Forschungsarbeit von Hendrik Schmidt ist es daher, die gestörte Herz-Kreislauf-Regulation medikamentös zu beeinflussen und damit die ungünstige Prognose dieser Erkrankungen für die betroffenen Patienten, vor allem im höheren Lebensalter, zu verbessern.

Dr. Hendrik Schmidt hat bereits über 50 wissenschaftliche Publikationen verfasst und zeichnet unter anderem als Projektleiter für derzeit fünf (laufende) Studien verantwortlich.

(nach Informationen von Prof. Dr. Karl Werdan und Dr. Hendrik Schmidt,
Ingrid Godenrath, 13. Juni 2000)

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Karl Werdan
Tel.: (0345) 55 726 01
e-mail: karl.werdan@medizin.uni-halle.de

Dr. Hendrik Schmidt
Tel.: (0345) 55 727 95


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