Ein Tag
im Deutschen Bundestag

Dienstag, 5. Juni 2001: Ich versuche mich zu erinnern, wo das Physikalische Institut in Halle ist. Mein Freund Hicham aus Marokko fragt mich: "Bist du sicher, dass das der richtige Weg ist?" Und sein Gesicht ist voller Zweifel. Endlich sind wir da! Hier hatten wir schon am 16. Mai die Mitglieder des Studentenrates, des Konzils und des Senats gewählt. Heute ist unser Ziel der Deutsche Bundestag in Berlin wo die Regierung über die Zukunft Deutschlands entscheidet. Ob die Entscheidungen immer richtig sind? Das ist eben Politik.

Der Bus wartet schon auf uns. Ein paar Studenten aus dem Studienkolleg, unsere Lehrerinnen und weitere ausländische Studenten, die an der Universität in Halle studieren, sind schon da. Um 13.30 Uhr fahren wir los und sind zwei Stunden später in Berlin, der neuen Hauptstadt Deutschlands. Sehr gespannt stellen wir uns während der Fahrt viele Fragen: Wie sieht Berlin wohl aus? Wie Rabat oder New York? Sicher aber ist Berlin schön, denn es ist ja die Hauptstadt des mit 82 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichsten Staates in West-europa. "Da ist das ICC, das International Congress Centrum", sagt plötzlich Eva vom Studienkolleg. Sie kommt aus Ungarn und ist auch die Organisatorin der Exkursion, die durch die Bundestagsabgeordnete der SPD, Frau Christa Hahnewinckel, ermöglicht wurde.

Endlich sehen wir die Siegessäule mit der goldglänzenden Viktoria auf der Spitze, die an die ruhmreichen Siege Preußens erinnert. Danach fahren wir durch die Straße des 17. Juni bis zum Reichstagsgebäude, dem Sitz des Deutschen Bundestages. Hier steht schon eine lange Schlange Menschen, die ebenso neugierig sind wie wir und das Gebäude besichtigen wollen. Zum Glück wurden wir schon im Januar 2001 durch Frau Hahnewinckel als Gruppe angemeldet und haben einen "Easy Access", das heißt, wir müssen nicht warten. Um 17.30 Uhr betreten wir den Deutschen Bundestag. Zuerst müssen wir alle metallischen Gegenstände abgeben und durch eine automatische Sicherheitsschleuse gehen. Nachdem wir unsere Jacken an der Garderobe abgegeben haben, dürfen wir auf der Empore für Besucher im Plenarsaal Platz nehmen. Was unsere Aufmerksamkeit auf sich zieht, sind der große Adler und das moderne Glasdach. Besonders beeindruckend ist der gelungene Kontrast zwischen der alten Bauweise und der modernen gläsernen Architektur im Inneren des historischen Gebäudes getreu dem Motto: "Die Politik muss transparent für das Volk sein". Nach einem Vortrag über den Deutschen Bundestag, seine Geschichte, die Parteien in der Bundesrepublik Deutschland und die Sitzverteilung im Bundestag besichtigen wir die Glaskuppel. So können wir Berlin von oben sehen und genießen einen einzigartigen Blick auf das Regierungsviertel.

Ausländische Studierende aus Halle nach ihrem Besuch im Bundestag auf dem Berliner Alexanderplatz>

Anschließend unternahmen wir einen Abstecher zum Alexanderplatz. Dort begegneten wir dem Alltag der Berliner weit weg von SPD, CDU, FDP. Um 20.15 Uhr begann die Rückfahrt. Im Bus war es lustig. Wir hatten viel Spaß miteinander und erlebten wir etwas ganz Besonderes: das Verschmelzen der Kulturen Afrikas, Europas, Asiens und Amerikas. Ein solches Zusammentreffen der Kulturen hätte nicht stattfinden können, wenn es das Studienkolleg an der Martin-Luther-Universität nicht gäbe, und wenn sich die Lehrerinnen des Studienkollegs nicht so engagierten.

Dafür verdienen sie unseren Respekt und unseren Dank.

Im Namen aller Teilnehmer der Exkursion Abdelmonaim Elbay und Hicham Tizirine

(Dr. Margarete Wein, 13. Juli 2001)

Nähere Informationen:
Ilonka Heinrich(Studienkolleg), Tel.: 0345 / 552 44 86, Fax: 0345 / 552 70 07
E-Mail: wolter@studienkolleg.uni-halle.de


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