Mehr als tausend Jahre Halle
1. Tag der hallischen Stadtgeschichte
am 11. Dezember 2000

Ein ganzer Tag im Zeichen der Stadtgeschichte: am Montag, dem 11. Dezember 2000 finden sich namhafte Historiker, Juristen und andere Experten ab 10.30 Uhr in der Bibliothek des Interdisziplinären Zentrums für die Erforschung der Europäischen Aufklärung (IZEA) im Haus 54 der Franckeschen Stiftungen zusammen, um der interessierten Öffentlichkeit in einem vielseitigen Vortragsprogramm einige Details aus der Geschichte der Saalestadt nahe zu bringen.

Die Königsurkunde Ottos III. aus dem Jahr 987 und der Einfluss der Salzgewinnung auf die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt spielen eine Rolle; die innerhalb Deutschlands wie auch international weit reichende Bedeutung der Franckeschen Stiftungen als Stätte der Lehrerbildung und der Wandel von der Residenz zur Universitätsstadt im 18. Jahrhundert werden thematisiert; ein Diavortrag zum Stadtjubiläum von 1961 wird manche vergessene Erinnerung wieder aufleben lassen.

Der abschließende Vortrag zu "Stand und Perspektiven für eine hallische Stadtgeschichte" findet seine Fortsetzung in der Podiumsdiskussion, die am Abend ab 18.30 Uhr im Konzertsaal des Händelhauses (Große Nikolaistraße 5) "Die Zukunft der hallischen Stadtgeschichte bis zum Jahr 2006" in den Blick nehmen wird. Daran teilnehmen wollen u. a. die Oberbürgermeisterin von Halle, Frau Ingrid Häußler, Museumsfachleute aus Halle und Magdeburg und wiederum Vertreter der Martin-Luther-Universität, insbesondere der Juristischen Fakultät, des Instituts für Geschichte und des IZEA.

Am Vorabend des 9. November 2000
nahm der Ministerpräsident des Landes
Sachsen-Anhalt, Dr. Reinhard Höppner,
an einer Gedenkveranstaltung in der Trauerhalle des jüdischen Friedhofs teil. Auf dem Bild zeigen er und der Vertreter des Vereins "Miteinander e. V.", Stefan
Dorgerloh, einen Scheck zugunsten der Wiederherstellung dieses einmaligen
architektonischen Denkmals, das zu einer Stätte der Mahnung und der Begegnung werden soll.

Im Frühjahr 2000 wurde die Initiative zum "1. Tag der hallischen Stadtgeschichte" gestartet: Gemeinsam riefen die Franckeschen Stiftungen, das IZEA an der Martin-Luther-Universität und die Stadt Halle dazu auf, Informationen über die zahlreichen Projekte zur Geschichte der Stadt Halle, die – auf verschiedenen Ebenen und in unterschiedlichen Trägerformen verankert – im Entstehen begriffen sind, zu sammeln und öffentlich vorzustellen. Aus den Zuarbeiten vieler engagierter Bürger wurde am Institut für Geschichte des Fachbereichs Geschichte, Philosophie und Sozialwissenschaften eine Broschüre zusammengestellt, die 31 Vorhaben in Halle und anderswo enthält, die bestimmten Aspekten hallescher Stadtgeschichte gewidmet sind.

Neben Prof. em. Dr. Max Schwab
(rechts), der selbst Mitglied der
Jüdischen Gemeinde zu Halle ist,
interessieren sich auch andere Professoren der MLU für die Arbeit des Fördervereins "Haus des Lebens e. V.",
so Prof. Dr. Giuseppe Veltri (Mitte) und Prof. Dr. Wolfgang Schenkluhn (links)
(Fotos [2]: Wein)

Als Beispiele seien genannt: ein Gelehrtenlexikon, das die Professoren der halleschen Universität zwischen 1691 und 1806 vorstellt; Geschichte und Rekonstruktion der Trauerhalle auf dem jüdischen Friedhof in der Dessauer Straße; der Einfluss der Diktatur auf die Gesellschaft zwischen 1930 und 1960 in Halle und Magdeburg; christliche Unternehmer in Halle; die Geschichte des halleschen Krankenhauses Martha Maria; Schul- und Bildungsgeschichte in Halle; Studentenorden und studentische Soziabilität an der Alma Mater Halensis ... Darüber hinaus sind in der Übersicht 18 andere Projekte aufgeführt, zu denen noch keine detaillierten Informationen vorliegen, die aber sicher spätestens bis zum "2. Tag der hallischen Stadtgeschichte" ein Stück weiter gediehen sein werden.

Alle Interessenten sind herzlich zur Teilnahme sowohl am Vortragsprogramm als auch an der Podiumsdiskussion eingeladen.

(Dr. Margarete Wein, 4. Dezember 2000)

Kontakt und nähere Informationen:
Dr. Holger Zaunstöck, Franckeplatz 1, Haus 54, 06110 Halle (Saale)
Tel.: 0345 / 5 52 17 72, Fax: 0345 / 5 52 72 52
E-Mail: zaunstoeck@izea.uni-halle.de


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