20. FrauenOrt führt in die Saalestadt

Tafel an der Neuen Residenz erinnert an die Entbindungsanstalt
der Universität Halle und an die erste deutsche Ärztin
Dorothea Erxleben


Die Expo 2000 Sachsen-AnhaltGmbH hat ein Projekt initiiert, das unter dem Titel "FrauenOrte" steht. Im Zuge regionaler Forschungsarbeiten werden Orte markiert, an denen Frauen in den vergangenen tausend Jahren eine große, oft vergessene Rolle gespielt haben. Diese Spuren zu suchen und aus dem Dunkel der Geschichte ins Licht der Öffentlichkeit zurückzuholen, ist Anliegen des Projektes. Die 20. Station führt nach Halle.

Am Donnerstag, 19. Oktober 2000, 14:00 Uhr, wird die Neue Residenz
in Halle, Domstraße 5, als FrauenOrt gekennzeichnet.

Ein Gebäudeteil in der Domstraße 5 war ab 1808 für ca. 60 Jahre Entbindungsanstalt der Universität Halle. Mit der Auszeichnung des Ortes wird an eines der frühen Beispiele moderner gynäkologischer Abteilungen und an Dorothea Erxleben (1715-1762), die erste deutsche Ärztin, erinnert.

Zu diesem Termin sind alle Interessenten herzlich willkommen.

Es nehmen teil:
Isolde Hofmann Landesbeauftragte für Frauenpolitik, Ministerium für Arbeit, Frauen, Gesundheit und Soziales des Landes Sachsen-Anhalt
Wolfgang Matschke Kanzler der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Gerhard Seltmann Geschäftsführer der Expo 2000 Sachsen-Anhalt GmbH

In der Mitte des 18. Jahrhunderts setzte in Europa ein Wandel der Gebärkultur ein. Klinische Einrichtungen zu Ausbildungszwecken entstanden. Schon 1741 wies die Universität Halle die Fachrichtung Geburtshilfe aus. Über vierzig Jahre später gründete Phillipp Friedrich Theodor Meckel ein "Privat-Accouchier-Institut" und begann mit geburtshilflicher Ausbildung. Carl Friedrich Senff lies in der Residenz Räume für das Entbindungsinstitut ausbauen und zog 1811 mit der Klinik hier ein. Mit Umzug in die neu gebaute Universitäts-Frauenklinik in der Magdeburger Straße 1879 war es kein Entbindungsinstitut mehr, sondern zunehmend Ort für die Behandlung gynäkologischer Krankheiten. Neben Bonn (1868), Königsberg (1871) und Greifswald (1875) gehörte es nunmehr zu den frühesten Beispielen moderner gynäkologischer Abteilungen.

Rückfragen und Informationen:

Matthias Ulrich
Tel. 0340/26086-18
Fax 0340/26086-98

Beatrix Randhan
Tel. 0340/26086-21
Fax 0340/26086-98

Info-Hotline
Tel. 0340/26086-86

E-Mail: mailto:info@expo2000sachsen-anhalt.de
Internet: http://www.Verwandlungen.de


  Zurück zum Index