Wissenschaft und Kultur auf dem Marktplatz

Tag der Forschung 1999 wieder im Herzen der Stadt

Am 24. Juni gingen die Universität zum zweiten Mal mit dem Tag der Forschung mitten in die Stadt – wieder mit großem Erfolg. Es begann traditionell mit dem Zug der Senatoren zum Stadthaus und der Festsitzung des Akademischen Senats. Höhepunkt war hier der Festvortrag. Ihn hielt eine in Wirtschaft und Wissenschaft gleichermaßen bekannte Persönlichkeit: Prof. Dr. Dr.-Ing. E. h. Heribert Offermanns aus Frankfurt am Main, Vorsitzender des Kuratoriums des Fonds der Chemischen Industrie, Mitglied des Senats der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie des Präsidiums des Vorstands der Gesellschaft Deutscher Chemiker und Vorstandsmitglied der DEGUSSA-Hüls AG.

Verleihung der Universitätspreise

In der Festsitzung wurden folgende Preise verliehen: der Christian-Wolff-Preis an PD Dr. Rolf Petri vom Fachbereich Geschichte, Philosophie und Sozialwissenschaften für seine Arbeit zum Verlauf und den Folgen der italienischen Autarkiepolitik; der Wissens- und Technologietransferpreis an Dr. Petra Bittrich (Fachbereich Ingenieurwissenschaften) und Dr. Thomas Bergmann – früher ebenfalls an diesem Fachbereich, jetzt aber in der Industrie tätig – für die erfolgreiche Überführung von Ergebnissen der Grundlagenforschung zur Abwärmenutzung ... in die industrielle Praxis sowie der Preis für besondere Leistungen in der Lehre („Innovationspreis"). Ihn erhielt Prof. Dr. Jan Louis aus dem Fachbereich Physik für seinen Beitrag zur Realisierung der „Mitteldeutschen Physik-Combo", einer Lehrveranstaltung zur Förderung der Diplomanden- und Doktorandenausbildung auf dem Gebiet der theoretischen Physik im Rahmen der Universitätspartnerschaft Halle-Jena-Leipzig. Außerdem wurden die Luther-Medaillen an junge WissenschaftlerInnen vergeben, deren Dissertationen das Prädikat „summa cum laude" erhielten

Wissenschaft an den Ständen – Show auf der Bühne

Zur gleichen Zeit begann auf dem Marktplatz ein reges Treiben. Auch in diesem Jahr waren hier alle Fachbereiche und Fakultäten mit einem eigenen Pavillon vertreten und – erstmalig dabei – das größte Chemieunternehmen der Region, die BSL Olefinverbund GmbH und der Verband der Chemischen Industrie. Der Leitgedanke dieses Tages, nämlich: „Halle als einen nicht zu übersehenden Standort der Wissenschaft auszuweisen", wie es Prorektor Prof. Dr. Frank Janowski formulierte, trat mitten im Herzen der Stadt anschaulich zu Tage. Die zahlreichen Besucher nahmen die Angebote dankbar an: das „Philosophische Café" im Pavillon des Fachbereichs Geschichte, Philosophie und Sozialwissenschaften, die Experimentalschau der Fachbereiche Chemie und Physik, das Programm „Musik und Bewegung" des Fachbereichs Musik-, Sport- und Sprechwissenschaft oder das Konzert der Uni-Big-Band auf der Bühne, um nur einige Beispiele zu nennen.

Vorträge und vieles mehr

Der Nachmittag bot ein reichhaltiges Vortragsprogramm. Themen wie „AIDS – Wer stoppt die Epidemie", „Lifestyle-Pharmaka", „Regionale und globale Vernetzung von Prozessen in der Wirtschaft", sowie die Vortragsreihe „Alt und Jung – Drama oder Dialog zwische den Generationen" erwiesen sich (neben vielen anderen) als Besuchermagneten. Über Mikroskopie konnte man sich im Institut für Genetik informieren, Möglichkeiten der Berufseinmündung in den Geistes- und Sozialwissenschaften wurden im historischen Hörsaal des Löwengebäudes diskutiert und das Interdisziplinäre Zentrum für Materialwissenschaften führte ein Seminar zu „Kernmagnetischen Resonanzmethoden" durch. Dies sind nur einige Beispiele aus den mehr als 30 Einzelveranstaltungen. Abgerundet wurde die Präsentation der wissenschaftlichen Leistungsfähikeit durch „Tage der offenen Tür" an der Landwirtschaftlichen und einigen Einrichtungen der Medizinischen Fakultät. Und natürlich gab es wieder eine Leistungsschau herausragender Forschungsergebnisse im Stadthaus. Es war also auch in diesem Jahr ein Programm, das die Vielfalt universitären Lebens wiederspiegelt. „Vielfalt ist Stärke!" So Rektor Prof. Dr. Kreckel in der Festsitzung des Senats. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, mit dem Tag der Forschung diesen neuen Weg zu gehen; die Resonanz beweist es.

Dr. Monika Lindner, 25.6.1999


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