Ein Recht auf Leben und Menschenwürde?

Fachexperten diskutieren den moralischen Status von Embryonen

Am Institut für Philosophie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg beginnt am 23. Februar 2002 eine zweitägige, von der DFG geförderte Konferenz zu dem aktuellen Thema "Der moralische Status von Embryonen. Argumente pro und contra Spezies-, Kontinuums-, Identitäts- und Potentialitätsargument". Beide Veranstaltungstage beginnen 9:00 Uhr und enden gegen 18:00 Uhr. Die wissenschaftliche Leitung haben Gregor Damschen, M. A. und Dr. Dieter Schönecker vom Uni-Insitut übernommen. Die Tagung findet in der Deutschen Akademie der Naturforscher LEOPOLDINA, Emil-Abderhalden-Straße 37 in Halle statt.

Die Entscheidung des britischen Unterhauses, das Klonen menschlicher Präembryonen für therapeutische Zwecke freizugeben und die jüngste Verfügung des Deutschen Bundestages, haben in Deutschland eine neue Diskussion der alten Frage ausgelöst: gibt es für Embryonen ein Recht auf Leben und auf Menschenwürde? Bei der gegenwärtigen Debatte in der Öffentlichkeit und in den verschiedenen wissenschaftlichen Gremien kommt nicht klar zum Ausdruck, über welche Argumente eigentlich gestritten wird.
Die Tagung soll deshalb Möglichkeiten eröffnen, kompetente Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Diskussion in ein ausführliches Gespräch zu bringen, das Zeit und Raum bietet, die relevanten Argumente intensiv zu erörtern.
Im Mittelpunkt der Embryonendebatte stehen :
das Spezies-, das Kontinuumsargument,
das Identitätsargument

und das Potentialitätsargument,
die jeweils von einem Vertreter (Pro-Position) und einem Gegner (Contra-Position) analysiert, vorgestellt und anschließend von der ganzen Gruppe diskutiert werden.
Dazu haben die Organisatoren namhafte Referentinnen und Referenten eingeladen, darunter die Mitglieder des Nationalen Ethikrates, Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff von der Universität Freiburg und PD Dr. Bettina Schöne-Seifert, die an der Universität Hannover lehrt Sein Kommen zugesagt hat auch der bekannte Fachexperte Prof. Dr. Ludger Honnefelder von der Bonner Universität.

(Gregor Damschen, 13. Februar 2002)

Kontakt:
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Institut für Philosophie
Schleiermacherstr. 1
06114 Halle/Saale
Gregor Damschen, M. A.
E-Mail: damschen@phil.uni-halle.de
Dr. Dieter Schönecker
E-Mail: schoenecker@phil.uni-halle.de
Telefon: 0345 / 55-24 325 (91)
Telefax: 0345 / 55-27 154

Programm

Samstag, 23. Februar 2002

9.00 Uhr
Grußwort des Präsidenten der LEOPOLDINA
Prof. Dr. Benno Parthier

Begrüßung und Eröffnung
Gregor Damschen, M. A. (Martin-Luther-Universität)
Dr. Dieter Schönecker (Martin-Luther-Universität)

I. DAS SPEZIESARGUMENT
Diskussionsleitung: PD Dr. Robert Schnepf (Martin-Luther-Universität)

9.15 - 9.45 Uhr
Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff (Universität Freiburg)
Pro Speziesargument

Kurze Pause

9.50 - 10.20 Uhr
Prof. Dr. Reinhard Merkel (Universität Hamburg)
Contra Speziesargument

Kurze Pause

10.30 - 12.30 Uhr: Diskussion
12.30 - 15.00 Uhr: Mittagspause

II. DAS KONTINUUMSARGUMENT
Diskussionsleitung: Dr. Uta Eichler
(Martin-Luther-Universität)

15.00 - 15.30 Uhr
Prof. Dr. Ludger Honnefelder (Universität Bonn)
Pro Kontinuumsargument

Kurze Pause

15.35 - 16.05 Uhr
Prof. Dr. Matthias Kaufmann (Martin-Luther-Universität)
Contra Kontinuumsargument

Kurze Pause

16.15 - 18.15 Uhr: Diskussion

Sonntag, 24. Februar 2002

III. DAS IDENTITÄTSARGUMENT
Diskussionsleitung: Prof. Dr. Josef Neumann (Martin-Luther-Universität)

9.15 - 9.45 Uhr
Prof. Dr. Rainer Enskat (Martin-Luther-Universität)
Pro Identitätsargument

Kurze Pause

9.50 - 10.20 Uhr
PD Dr. Ralf Stoecker (Martin-Luther-Universität)
Contra Identitätsargument

Kurze Pause

10.30 - 12.30 Uhr: Diskussion
12.30 - 15.00 Uhr: Mittagspause

IV. DAS POTENTIALITÄTSARGUMENT
Diskussionsleitung: Dr. Bernd Ladwig (Universität Magdeburg)

15.00 - 15.30 Uhr
Prof. Dr. Wolfgang Wieland (Universität Heidelberg)
Pro Potentialitätsargument

Kurze Pause

15.35 - 16.05 Uhr
PD Dr. Bettina Schöne-Seifert (Universität Hannover)
Contra Potentialitätsargument

Kurze Pause

16.15 - 18.15 Uhr: Diskussion

18.15 Uhr: Schlusswort


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