Tagung „Jugend und Demokratie –
Bestandsaufnahme und Perspektiven für die politische Bildung"

Nicht nur die Ereignisse der letzten Landtags- und Bundestagswahlen in Sachsen-Anhalt und in den anderen neuen Bundesländern, sondern auch die Resultate von Schüler- und Jugendstudien haben sichtbar gemacht, dass der Anteil von Jugendlichen mit rechtsextremen und ausländerfeindlichen Orientierungen in den vergangenen Jahren gravierend angestiegen ist und dass gleichzeitig eine ausgeprägte Politikverdrossenheit bei der Mehrheit der Jugendlichen feststellbar ist.

Die Landesregierung Sachsen-Anhalts hat auf dieses Problem des Rechtsextremismus und der Ausländerfeindlichkeit mit einem am 2. März 1999 verabschiedeten „Handlungskonzept für ein demokratisches und weltoffenes Sachsen-Anhalt" reagiert, „um gemeinsam mit den demokratischen, gesellschaftlichen Institutionen Anstrengungen zur Stärkung von Demokratie und Toleranz zu unternehmen". Zivilgesellschaftliche Kräfte und Strukturen im Land Sachsen-Anhalt sollen durch gezielte Förderung und Vernetzung gestärkt werden. Darüber hinaus ist es Ziel des Handlungskonzeptes, für demokratische Handlungsalternativen und Gestaltungsmöglichkeiten zu werben.

Das Zentrum für Schulforschung und Fragen der Lehrerbildung (ZSL) der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg veranstaltet am 26. September 2001 gemeinsam mit der Sektion „Politische Wissenschaft und Politische Bildung" der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW) und der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt eine Fachtagung zum Thema „Jugend und Demokratie – Bestandsaufnahme und Perspektiven für die politische Bildung". Die beteiligten Institutionen möchten mit der Fachtagung das am 2. März 1999 von der Landesregierung Sachsen-Anhalt verabschiedete Handlungskonzept aufgreifen und einen Beitrag zu seiner Umsetzung leisten.

Dazu wird zunächst in einem Eingangsreferat die Entwicklung des Demokratie-Bewusstseins in der Bundesrepublik Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg nachgezeichnet. Anschließend werden herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus einschlägig forschenden Institutionen im thematischen Block „Jugend und Demokratie – Fragestellungen und Untersuchungsergebnisse forschender Institutionen" zentrale Fragestellungen und Untersuchungsergebnisse eigener abgeschlossener bzw. laufender Forschungsprojekte präsentieren und zur Diskussion stellen. Die abschließende Podiumsdiskussion, an der sich Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft beteiligen werden, zielt darauf ab, aus den wissenschaftlichen Beiträgen bildungspolitische Konsequenzen und Perspektiven für die politische Bildung zu ziehen.

Die Tagung beginnt um 10:30 Uhr und findet im Deutschen Saal der Franckeschen Stiftungen (Haus 7) in Halle statt (Stellwände werden zur Orientierung aufgestellt).

Im Rahmen der Tagung wird um 13:15 Uhr eine Pressekonferenz stattfinden, in der sich die beiden Leiter des halleschen Projekts „Jugend und Demokratie in Sachsen-Anhalt – Empirische Bestandsaufnahme und Perspektiven für die politische Bildung" (Prof. Dr. Sibylle Reinhardt und Prof. Dr. Heinz-Hermann Krüger) gern den Fragen der Journalisten stellen werden.

Ansprechpartner:
Zentrum für Schulforschung und Fragen der Lehrerbildung, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Ralf Schmidt, M. A., Tel.: (0345) 55 21702, E-Mail: schmidt@zsl.uni-halle.de
Prof. Dr. Sibylle Reinhardt, Tel.: (0345) 55 24230, E-Mail: reinhardt@politik.uni-halle.de
Prof. Dr. Heinz-Hermann Krüger, Tel.: (0345) 55 23850, E-Mail: krueger@paedagogik.uni-halle.de

(Ralf Schmidt, M. A., 19. September 2001)


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