"DDR + Bundesrepublik = ein Deutschland?"

Anfang Dezember fand an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg eine dreitägige, gemeinsame Veranstaltung der Landeszentrale für politische Bildung des Landes Sachsen-Anhalt, der Bundeszentrale für politische Bildung (Außenstelle Berlin), des Instituts für Geschichte der halleschen Universität und der Deutschen Vereinigung für politische Bildung (DVPB) statt. Hat die Addition der DDR zur alten Bundesrepublik ein Deutschland ergeben? Auf diese Frage suchten Wissenschaftler der Freien Universität Berlin und der Martin-Luther-Universität, Publizisten und Politiker Antwort.

Vorträge, Gespräche und Diskussionen gab es zu insgesamt zehn, häufig demonstrativ mit Fragezeichen versehenen Themen:

1. "Der Weg in den Kalten Krieg. Adenauer, der Kanzler der Alliierten?"
2. "Vom Kalten Krieg zur deutschen Einheit. Kontroverse Sicht auf die deutsche Teilungsgeschichte"
3. "Die 70er Jahre in der Bundesrepublik. Wandel der politischen Kultur?"
4. "Zur Anatomie des SED.Staates. Versuch einer Bewertung"
5. "Getrennt gelebte Alltagsgeschichte – gemeinsame Zukunft?"
6. "Elitenwechsel und fortwirkende Strukturen. Korruptionsgefahr in Ost und West"
7. "Streit um die Deutung der getrennten deutschen Vergangenheit"
8. "Versuch einer ökonimischen und sozialen Zwischenbilanz des noch andauernden Vereinigungsprozesses"
9. "Legenden und Fakten in der politischen Auseinandersetzung um den Vereinigungsprozeß"
10. "Die Be-Arbeitung der jüngsten Vergangenheit – (k)ein Thema in der politischen Bildungsarbeit?"

Daß am Freitag 50 Zuhörer gekommen waren (darunter zehn Studenten), am Samstag 35 und am Sonntag 22, wertete die Bundeszentrale als Erfolg, obwohl sicher ein größeres Auditorium wünschenswert gewesen wäre.

Die "Mitteldeutsche Zeitung" hatte einen Redakteur entsandt, der die Kontroversen zwischen dem Bürgerrechtler und Publizisten Wolfgang Templin und dem Politiker Wolfgang Tschiche und den Streit um die (Be-)Wertung der PDS ins Zentrum seines Beitrages „Innere Einheit: Sehnsucht nach großem Streit" (MZ, 7.12.98, S. 3) rückte.

Prof. Dr. Hermann-Josef Rupieper vom Institut für Geschichte der Martin-Luther-Universität beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit Problemen der Zeitgeschichte. Er hat in diesem Zusammenhang schon eine Vielzahl von Symposien und Gesprächsrunden, einige mit internationaler Beteiligung, organisiert und außerdem die Publikationsreihe "Hallische Beiträge zur Zeitgeschichte" ins Leben gerufen, deren fünftes Heft in Kürze erscheinen wird.

(Margarete Wein, 11.12.1998)

Nähere Informationen:
Prof. Dr. Hermann-Josef Rupieper
Fachbereich Geschichte, Philosophie und Sozialwissenschaften
Institut für Geschichte Kröllwitzer Straße 44
06099 Halle (Saale)
Tel.: (0345) 552 43 00
Fax: (0345) 552 70 42
e-mail: rupieper@geschichte.uni-halle.de


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