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"HALLES HUMBOLDT"
Sonderausstellung zu Carl Hermann Conrad Burmeisters 200. Geburtstag
 
Am 15. Januar jährt sich der Geburtstag eines der namhaftesten Naturforscher der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zum 200. Mal: Carl Hermann Conrad Burmeister prägte die Entwicklung der biologischen und geologischen Wissenschaften in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Deutschland. Im Jubiläumsjahr erinnert an ihn eine Sonderausstellung der Universität, die am 18. Januar eröffnet wird und bis zum 20. Mai zu sehen ist.

In der Ausstellung wird der Bogen gespannt von der Zeit Burmeisters als Professor in Halle über seine großen Forschungsreisen hin zu seiner zweiten großen Schaffensperiode in Südamerika. „Zum ersten Mal gestalten mehrere naturkundliche Sammlungen der Universität gemeinsam eine solch große Ausstellung“, sagt Kuratorin Dr. Karla Schneider vom Institut für Zoologie der Martin-Luther-Universität. Beteiligt sind die Zoologischen und die Geowissenschaftlichen Sammlungen sowie das Geiseltalmuseum. Carl Hermann Conrad Burmeister habe diese Anstrengung mehr als verdient. „Er ist für Halle eigentlich das, was Humboldt für Berlin ist.“ In Deutschland mag er bislang nicht so bekannt sein wie sein Freund Alexander von Humboldt, in Argentinien hat er sich ein ebenso hohes Ansehen erarbeitet.

„Dem Kühnen gehört die Welt. Wer will, kann viel, wer nicht will, gar nichts.“ Nach dieser Maxime handelte der am 15. Januar 1807 in Stralsund geborene Wissenschaftler. Nach dem Abitur studierte er ab 1825 in Greifswald und ab 1827 in Halle Medizin und Naturwissenschaften. 1829 wurde er im Alter von 22 Jahren an der Medizinischen und an der Philosophischen Fakultät promoviert. Anschließend ging er nach Berlin und kehrte 1837 nach Halle zurück - als Professor für Zoologie und Direktor des Zoologischen Museums der halleschen Universität. Dessen Sammlung baute er zu einem Museum von internationaler Bedeutung aus.


So zeichnete Burmeister 1857 den ihm zu Ehren benannten Kolibri „Microstilbion burmeisteri“.
Zwei große Forschungsreisen führten ihn ab 1850 in die „Neue Welt“, zunächst nach Brasilien, später u.a. nach Uruguay und Argentinien. Seine Reiseberichte lieferten eindrucksvolle Bilder der Landschaft und der Kulturgeschichte. Von seiner zweiten Reise brachte er 6.500 Wirbeltiere und 100.000 Insekten mit. 1861 verließ Burmeister seine Heimat endgültig und wurde ein Jahr darauf Direktor des Museo Público in Buenos Aires. In drei Jahrzehnten entwickelte er sich zum versierten Kenner der Naturgeschichte Argentiniens, bedeutendsten Paläontologen seiner Zeit und Begründer dieses Wissenschaftszweiges in Südamerika. Er verstarb am 2. Mai 1892 und erhielt ein Staatsbegräbnis. In Buenos Aires steht seit 1900 ein Marmordenkmal Burmeisters. Aus dem Naturkundemuseum Buenos Aires kommen denn auch Leihgaben für die Ausstellung. Unterstützt wurden die Ausstellungsmacher zudem von der Burmeister-Gedenkstätte in Stralsund. Finanzielle Förderung kam vom Kultusministerium Sachsen-Anhalts und der Vereinigung der Freunde und Förderer der Martin-Luther-Universität.

Eröffnung:
Die Ausstellung wird am Donnerstag, 18. Januar 2007, um 17 Uhr eröffnet. Die öffentliche Veranstaltung mit einem Festvortrag zu Burmeister vom emeritierten Biologie-Professor Michael Stubbe endet mit einer Führung durch die Ausstellung und einem kleinen Empfang.

Ausstellungsdaten:
Die Ausstellung „Carl Hermann Conrad Burmeister. Ein hallescher Gelehrter von Weltrang“ ist vom 19. Januar bis zum 20. Mai 2007 im Universitätsmuseum im Löwengebäude, Universitätsplatz 11, zu sehen.
Öffnungszeiten:
Dienstags bis freitags von 11 bis 13 Uhr und von 14 bis 18 Uhr
Sonntags von 14 bis 18 Uhr
Montags, samstags und an Feiertagen geschlossen
Der Eintritt ist frei.

Begleitend zur Ausstellung finden drei Vorträge statt (jeweils um 17 Uhr im Hörsaal XIII im Löwengebäude):
25. Januar, Hermann Burmeister, Professor an der Alma mater halensis, Dr. Dietrich Heidecke
15. Februar, Hermann Burmeister in Argentinien, Dr. Sandra Carreras
15. März, Faunenwechsel im Miozän Mitteleuropas, Dr. Elmar P.J. Heizmann

Ansprechpartnerin:
Dr. Karla Schneider
Tel.: 0345-55 26444
E-Mail: karla.schneider@zoologie.uni-halle.de

 
  Carsten Heckmann, 10.01.2007
 
     
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