Nobelpreisträger Günter Blobel spricht in Halle


Gezielter Proteintransport unverzichtbar für die Gesundheit

Die "Initiative Molekulare Biowissenschaften" an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, in der sich seit einem Jahr hallesche Genetikerinnen, Biochemiker, Pharmazeuten und Pflanzenphysiologen interdisziplinär und zukunftsweisend für die Stärkung des Schwerpunktes Biowissenschaften und für die Entwicklung innovativer Ideen für die fachbereichsübergreifende Zusammenarbeit in Forschung und Lehre engagieren, meldet sich nach der Sommerpause mit neuem Elan zurück.

Unmittelbar zum Semesterbeginn, am 10. Oktober 2000, 17.15 Uhr lädt sie zur ersten Vortragsveranstaltung im Hörsaal der Pharmazie, Halle-Kröllwitz, Hoher Weg 8, ein und hat, wie stets, ein Highlight zu bieten: Diesmal spricht ein Zellbiologe aus den USA über "Protein Targeting" den innerhalb der Zelle ablaufenden gezielten Transport von Proteinen zu den so genannten Organellen, d. h. über einen Vorgang, dessen fehlerfreies Funktionieren eine Grundvoraussetzung der Gesundheit darstellt. Oder umgekehrt: Wenn nur eines der Tausende verschiedener Proteintypen, die es in einer Zelle gibt, falsch sortiert oder transportiert wird, können derartige Störungen zur Ursache vieler schwerer Erkrankungen werden.

Prof. Dr. Günter Blobel, ein gebürtiger Schlesier, studierte Ende der 50er Jahre in Tübingen Medizin, ging anschließend in die USA und spezialisierte sich auf Onkologie und Zellbiologie. Nach seiner Promotion 1967 an der University of Wisconsin wechselte er an die Rockefeller University in New York, wo er erfolgreich die gesamte akademische Karriere bis zur Ernennung zum Rockefeller Professor 1992 durchlief.

Professor Blobel (homepage: http://www.rockefeller.edu/labheads/blobel/blobel.html) erforscht vor allem die Mechanismen der innerzellulären Sortierung von Proteinen das sind lebenswichtige Eiweiße als Hauptbestandteile aller Lebewesen, vom Menschen über Tiere und Pflanzen bis hin zu Bakterien und sucht nach Möglichkeiten, ihre Funktion optimal zu erhalten.

1999 erhielt Günter Blobel den Nobelpreis für Physiologie und Medizin: für die Entdeckung, dass neu synthetisierte Proteine über interne Signale verfügen, die ihren Transport zum richtigen Zellorganell bewirken. Das Preisgeld spendete er der von ihm selbst gegründeten Stiftung "Friends of Dresden". Er ist auch der Vorsitzende dieser Stiftung, die sich den Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche zum Ziel gesetzt hat.

(Dr. Margarete Wein, 25. September 2000)

Nähere Informationen:

Prof. Dr. Ralf Bernd Klösgen
Tel.: 0345 / 552 62 00, Fax: 0345 / 552 72 85
E-Mail: klosgen@pflanzenphys.uni-halle.de


  Zurück zum Index