Endlich hat die Universität ein Biologicum


Der neueste Neubau am Weinberg wird eingeweiht

"Am 24. November 2000 ist es endlich soweit" stimmt nicht. Denn schon im Juni wurden Kisten, Kästen und Kartons gepackt, Schreibtische und -stühle, Schränke und Regale, Zimmerpflanzen und wertvolles Gerät aus den alten Häusern am Domplatz und am Kirchtor in den neuesten Neubau am Weinberg transportiert: das gegenüber dem Biotechnikum und dem Technologie- und Gründerzentrum errichtete Biologicum. In diesen eigenwilligen Bau, der nach Entwürfen des Kölner Architekturbüros Kister, Scheithauer & Gross entstand, zogen zwei Institute des Fachbereichs Biologie, das Institut für Genetik und das Institut für Pflanzen- und Zellphysiologie, sowie die Abteilung für Biologie-Didaktik ein. Drei Professorinnen und fünf Professoren, ca. achtzig wissenschaftliche und technische MitarbeiterInnen (einschließlich Doktoranden, Postdocs und Drittmittelbeschäftigte) sowie weit über 500 Studierende des Fachbereichs Biologie und zwei Lehrlinge gehen nun hier täglich ein und aus. Hinzu kommen die StudentInnen der Biochemie in der Grundausbildung und derzeit rund 20 Diplomanden der beiden Institute; seit Semesterbeginn forscht erstmals ein Gastwissenschaftler am Biologicum: der Inhaber der ersten Kurt-Mothes-Professur, Dr. Janos Szabad aus Budapest.

Von der Grundsteinlegung im April 1998 bis zur Übergabe des Gebäudes im Mai dieses Jahres wurden insgesamt 35 Millionen DM "verbaut"; für die Ersteinrichtung von Büros, Bibliotheken und Laboren kamen noch einmal 5 Millionen DM hinzu. Trotzdem sind noch längst nicht alle Wünsche erfüllt. Vor allem das Gewächshaus für spezielle Züchtungen und Versuchsreihen, das noch einmal 11 Millionen DM kosten wird, ein neuer Hörsaalkomplex und ein zweites Institutsgebäude (für die Institute für Mikrobiologie und Zoologie) sollen in einem zweiten Bauabschnitt entstehen und die Arbeitsbedingungen der WissenschaftlerInnen weiter verbessern helfen.

StudentInnen beim Mikroskopieren
im Großpraktikum
(Foto: Wein)

Am Freitag, dem 24. November 2000, findet in Anwesenheit des Staatssekretärs im Kultusministerium Dr. Wolfgang Eichler, der Oberbürgermeisterin der Stadt Halle Frau Ingrid Häußler und des Rektors der Martin-Luther-Universität Prof. Dr. Wilfried Grecksch die feierliche Einweihung des Biologicums statt. Die Gäste werden um 10 Uhr vom Dekan des Fachbereichs Biologie Prof. Dr. Rolf Gattermann, Universitätskanzler Wolfgang Matschke und Prof. Dr. Gunter Reuter begrüßt. Nach der Grußworten stellen die beiden geschäftsführenden DirektorInnen Prof. Dr. Ulla Bonas (Institut für Genetik) und Prof. Dr. Klaus Humbeck (Institut für Pflanzen- und Zellphysiologie) ihre Institute vor. Anschließend besteht die Gelegenheit, an Führungen durch das Haus teilzunehmen und einen lebendigen Eindruck von der vielfältigen Nutzung der etwa 3.700 m2 Hauptfläche zu gewinnen. Dabei stellen insbesondere für die Studierenden 110 optimal ausgestattete Praktikumsplätze (siehe Foto oben) ein beträchtlichen Zugewinn an Studienqualität dar. Durch zunehmende Konzentration der Biowissenschaften am Weinberg-Campus wächst auch die Effektivität der gesamten Forschung und Lehre der in diesen Bereichen tätigen WissenschaftlerInnen. Halle, das für Biologen und Biowissenschaftler traditionell einen guten Ruf genießt, nimmt nunmehr deutschlandweit die Führungsposition ein.

Modell einer DNA-helix-Kette
(Quelle: Abteilung Biologie-Diadaktik)

Am Nachmittag folgt von 14 bis 19 Uhr im Großen Hörsaal des Fachbereichs Biochemie/ Biotechnologie, Kurt-Mothes-Straße 3 (gegenüber vom Biologicum) der wissenschaftliche Teil der Veranstaltung: Biowissenschaftler aus Köln, Bloomington und Genf referieren (in englischer Sprache) über MADS-Box-Gene in der pflanzlichen Entwicklung, CNN-Funktion bei der Zellteilung, die Photosynthese im Einzeller Chlamydomonas und den Transport von Stoffwechselsubstanzen in Pflanzenzellen.

(Dr. Margarete Wein, 17. November 2000)

Nähere Informationen:
Prof. Dr. Gunter Reuter, Tel.: 0345 / 552 63 00, Fax: 0345 / 552 72 94
E-Mail: reuter@genetik.uni-halle.de
http://141.48.42.75/Genetics/index.html
http://141.48.42.75/Plantphysiology/index.html
http://www.biologie.uni-halle.de/biodid/index.html


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