Bioinformatik
neuer erfolgversprechender Studiengang


Ein Interdisziplinäres Angebot der Martin-Luther-Universität

Nach intensiver Vorbereitungsphase bot das Institut für Informatik im Wintersemester 1999/2000 erstmals den Studiengang "Bioinformatik" an Initiatoren und Macher des Projekts sind die Professoren Dr. Ludwig Staiger und Dr. Stefan Posch.

Die Entwicklung der Bioinformatik zur eigenständigen Wissenschaftsdisziplin im Spannungsfeld zwischen Informatik und Biowissenschaften begann vor zehn Jahren, zunächst in den USA, dann in England und Deutschland. Seither hat sie sich durch Tagungen, Publikationen, nationale und internationale Förderprogramme (DFG, EU) einen festen Platz in der Wissenschaftslandschaft erobert.

In Halle wurde der interdisziplinäre Studiengang Bioinformatik, mit derzeit 14 Studierenden, unter Federführung des Fachbereichs Mathematik und Informatik zusammen mit den FB Biochemie/Biotechnologie, Biologie, Chemie, Pharmazie konzipiert. Die Lehrveranstaltungen wurden in den Bereichen Mathematik und Chemie eigens für den Studiengang neu erarbeitet, während in den NC-Fächern (Biologie, Pharmazie und Biochemie) die regulären Vorlesungen und Praktika in den Studienplan integriert wurden. Auch der Informatikanteil der Ausbildung erfolgt gemeinsam mit den "reinen Informatikern" in angepasstem Umfang.

Im Mittelpunkt der Forschung steht bei den Bioinformatikern die Anwendung von Informatikmethoden auf Fragestellungen biowissenschaftlicher Disziplinen. Dazu zählen auch so brisante Probleme wie die Entschlüsselung des menschlichen Genoms oder die Aufklärung der molekularen Struktur lebender Organismen. Dass die auch DFG die Bioinformatik zum Schwerpunkt gemacht und entsprechende Initiativprogramme aufgelegt hat, lässt den bundesweiten Trend erkennen und unterstreicht für die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre beste Berufschancen für AbsolventInnen des neuen Studienganges der nach Vorläufermodellen in Bielefeld und Tübingen und der Einrichtung in Halle demnächst in Freiburg und München etabliert werden soll.

Besonders wichtig für künftige BioinformatikerInnen: Die Regelstudienzeit für die universitäre Ausbildung zum Diplom-Bioinformatiker beträgt neun Semester, die aus einem viersemestrigen Grundstudium und fünf Semestern Hauptstudium bestehen. Die künftigen Absolventen werden sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Herr Dr. Uwe Schrader, Geschäftsführer der Bioregion Halle-Leipzig Management GmbH, betont, dass der neue Studiengang überaus wichtig für die Region, insbesondere für mittelständische Unternehmen im Bereich der Biotechnologie, für die pharmazeutische und chemische Industrie sowie für Medizintechnik, Dienstleister und Großforschungseinrichtungen der Life-science-Branche ist.

Ohne den Einsatz von Computern ist moderne Forschung in Biologie, Chemie und Pharmazie kaum noch vorstellbar. Beispiele sind Genomsequenzierung, Proteinstrukturanalyse, Molecular Modelling, Roboterstationen zum Massen-Screening biologisch aktiver Substanzen, Chemie-Synthese-Roboter, Neuro-Implantate etc. Resultate aus allen Teilgebieten der Informatik Mustererkennung, Neuronale Netze, Computer-Graphik, Datenbanken, Algorithmen und Datenstrukturen, Robotik, u. v. a. m. werden dabei eingesetzt.

Wer in der Molekularbiologie, Neurobiologie, Chemie oder Pharmazie Erkenntnisse produzieren oder zu neuen Forschungsmethoden gelangen will, muss auch etwas für die Weiterentwicklung der Informatik tun. Gut ausgebildete Bioinformatiker in der Industrie sollen nicht nur die Informatik-Werkzeuge und -Methoden beherrschen, sondern zugleich ausreichende Kenntnisse in einem der genannten Anwendungsfelder mitbringen, um die Sprache und Denkweise der Biologie, Chemie oder Pharmazie verstehen und interdisziplinär algorithmische Lösungen für deren Probleme auf dem jeweiligen Spezialgebiet finden zu können. Entscheidungsträger der chemisch-pharmazeutischen Industrie bestätigen den aktuellen Bedarf an Absolventen dieser Fachrichtung, der gegenwärtig nur unzureichend durch Chemiker und Biologen, die sich in der Informatik weiter qualifiziert haben, gedeckt wird.

Was kann eine(n) also dazu bewegen, das neue Angebot zu nutzen? Dazu und zu ihren Erwartungen wurden die Studierenden, die sich 1999 für die Bioinformatik entschieden haben (und von denen ein Drittel aus den alten Bundesländern kommt!), am Ende ihres ersten Semesters befragt. Ihre Antworten ließen erkennen, dass die Motivationen, gerade dieses Studium zu wählen, neben dem fachlichen Interesse für die Bioinformatik, dieser brisanten Disziplin im Schnittfeld zwischen Informatik und Molekularbiologie, fast ausnahmslos in den überaus guten Berufschancen zu sehen sind. Für viele fiel bereits bei der Wahl der Leistungskurse für das Abitur eine Vorentscheidung, indem sie Mathematik oder Biologie belegten, was ihnen nun im Studium sehr zustatten kommt.

Für Halle spricht nicht zuletzt ein äußerst günstiges Betreuerverhältnis, wie man es an den Massenuniversitäten niemals finden wird. Auch das typische Flair einer Universitätsstadt mit Theater, Kino, Kunst und Szenekneipen, die allgemeine Lebensqualität und das reichliche Angebot an Wohnheimplätzen lassen die Saalestadt als erste Wahl erscheinen.

Fazit: Neues zu wagen lohnt sich.
Studieren Sie Bioinformatik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg!

Nähere Informationen:
Prof. Dr. Ludwig Staiger
Telefon: 0345 / 552 47 14, Fax: 0345 / 552 70 09
E-Mail: staiger@informatik.uni-halle.de
Prof. Dr. Stefan Posch
Telefon: 0345 / 552 47 28, Fax: 0345 / 552 70 09
E-Mail: posch@informatik.uni-halle.de


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