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INTERNATIONALER KULTUR-DIALOG
ÜBER DIE ROLLE VON LITERATUR IM SOZIALISMUS
Symposium in Wittenberg
 
Stereotype wie beispielsweise "Pulverfass Balkan" lassen oft fatale Voreingenommenheiten und oberflächliche Wertungen erkennen, die zumeist aus Unkenntnis resultieren. Sich mit der Geschichtskultur im Staatssozialismus ausführlich auseinander zu setzen, ist eine grundlegende Voraussetzung für das Verständnis kultureller Entwicklungen in der post-sozialistischen Zeit und für deren Bewertung vor dem Hintergrund eines zu erweiternden Europas.
Dieser Problematik widmet sich vom 9. bis 13. Januar 2005 ein internationales Symposium mit dem Titel "Literatur und Geschichtskultur im Staatssozialismus: Jugoslavien und Bulgarien" der Untersuchung der Wechselbeziehungen von Geschichte und Literatur und deren gesellschaftlichen Wirkungen. Tagungsort ist die Stiftung LEUCOREA, Collegienstraße 62, Lutherstadt Wittenberg (offizielle Eröffnung am 9. Januar 2005, 18.00 Uhr).


Unterstützt von der Volkswagenstiftung, haben die Veranstalterinnen Prof. Dr. Angela Richter (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) und Dr. Barbara Beyer (Universität Leipzig), namhafte WissenschaftlerInnen aus dem In- und Ausland eingeladen, um eine erste Bestandsaufnahme geschichtsbezogener Sinnstiftungen nach dem Zweiten Weltkrieg in den Kulturen und Literaturen Jugoslawiens und Bulgariens vorzunehmen.
Ausgehend von einer Verständigung über bestimmende Geschichtsbilder im Sozialismus und deren offizialisierte Präsentation in Gestalt "etablierter Narrationen" soll die ambivalente Rolle der Literatur bei der Vermittlung von Geschichtsbildern diskutiert werden. Gerade die Kenntnis um solche Sinnbildungen und um die maßgebliche Rolle von literarisch vermittelter geschichtlicher Erfahrung im südslawischen Raum ist in einem künftigen "gemeinsamen Haus Europa" unverzichtbar.

Das Symposium wurde grenzüberscheitend konzipiert und setzt sich interdisziplinär und in einem internationalen Dialog mit der brisanten Problematik der "Aufarbeitung des Kommunismus" auseinander. Teilnehmen werden HistorikerInnen, LiteraturwissenschaftlerInnen und KulturwissenschaftlerInnen. Dabei ist es gelungen, sowohl etablierte als auch NachwuchswissenschaftlerInnen für das Thema zu gewinnen und zusammenzuführen. Denn ein Großteil der südslawischen Literatur- und Kulturforschung steht dieser Problematik noch immer zurückhaltend gegenüber, obwohl der Zusammenbruch des Ostblocks schon mehr als zehn Jahre zurückliegt.
Zu Beginn der Konferenz wird jeweils ein Vertreter aus dem ehemaligen Jugoslawien und aus Bulgarien die Geschichtskultur unter den politisch-ideologischen Verhältnissen im Staatssozialismus ihrer jeweiligen Länder umreißen. Der anschließende Themenblock beschäftigt sich mit "Etablierten Narrationen und ihrer Öffentlichkeit". Beim folgenden Schwerpunkt "Die Geschichtsmächtigkeit der Gegenwart" wird es um literarische Konstruktionen und Destruktionen gehen. Der Block "Die Historie in der Literatur und ihre Vermittlungen" wird anhand von Fallbeispielen die historische Sinnbildung in der Literatur und deren gesellschaftliche Wirkungsweise untersuchen. Ebenfalls mit Fallstudien arbeiten die beiden letzten Themenkreise "Literatur und Gesellschaft" sowie "Sinn-Fragen an Vergangenheit/Gegenwart/Zukunft".

Im Rahmen der Schlussdiskussion soll eine Bilanz der Ergebnisse zu diesen Themenbereichen gezogen und versucht werden, Problemfelder einer weiteren wissenschaftlichen Aufarbeitung von literarischen Verhältnissen und Entwicklungen unter den Bedingungen des Staatssozialismus abzustecken.

(Prof. Dr. Angela Richter, Dr. Barbara Beyer, Ingrid Godenrath)

Das ausführliche Tagungsprogramm im Internet:
http://www.slavistik.uni-halle.de/

Ansprechpartnerinnen:
für wissenschaftliche Fragen:
Prof. Dr. Angela Richter
Institut für Slavistik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
E-Mail: richter@slavistik.uni-halle.de

Dr. Barbara Beyer
Institut für Slavistik der Universität Leipzig
E-Mail: bbeyer@rz.uni-leipzig.de

für organisatorische Fragen:
Nicole Münnich
Tel.: 030-48491648 od. 0177-8412734
E-Mail: nicole.muennich@gmx.de
 
  Ingrid Godenrath, 04.01.2005
 
     
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