1.300. Absolventin erhält Zeugnis

Weiterbildung für Lehrerinnen und Lehrer an der Universität

Die feierliche Zeugnisausgabe an 40 Lehrerinnen und Lehrer, die berufsbegleitende Studiengänge an der Universität Halle erfolgreich absolviert haben, wird am 9. März 2000 ab 12 Uhr im Händelhaus der Stadt Halle stattfinden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten für das Unterrichtsfach Ethik der Lehrämter an Gymnasien und Sekundarschulen ihr Staatsexamenszeugnis und damit die entsprechende Lehrberechtigung. In diesem Rahmen nimmt zugleich die 1.300. Absolventin eines berufsbegleitenden Studienganges an der halleschen Universität ihr Abschlusszeugnis in Empfang. Zu den Gratulanten gehören Prof. Dr. Thomas Bremer (Prorektor für Studium und Lehre der halleschen Universität), der für Lehrerbildung zuständige Abteilungsleiter im Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt, Ministerialdirigent Bernd Günther und Prof. Dr. Klaus Scheler (Präsident des Landesprüfungsamtes für Lehrämter im Land Sachsen-Anhalt).

Die gesellschaftliche Umgestaltung in den neuen Bundesländern brachte auch Veränderungen im Fächerspektrum der Schule mit sich. Die Fremdsprachenausbildung in der DDR sah neben dem obligatorischen Russischunterricht vor allem die Fächer Englisch und Französisch vor. Nach der Wende galt es, die Sprachen Englisch, Französisch und Latein in deutlich größerem Umfang zu unterrichten. Neue Fächer Sozialkunde, Religionsunterricht und Ethik erschienen auf der Stundentafel.

Um dem Problem fehlender Lehrkräfte in diesen Fächern zu begegnen, wurden bereits 1990 die ersten berufsbegleitenden Studiengänge an der Martin-Luther-Universität eingerichtet. Mit diesen weiterbildenden Studiengängen erhalten Lehrerinnen und Lehrer die Möglichkeit, eine Lehrbefähigung für ein weiteres Fach zu erwerben.

Diese Weiterbildungsangebote, die durch die Universität ständig ergänzt wurden, sind für die Lehrerinnen und Lehrer eine enorme Herausforderung: Neben dem Beruf muss das Studium bis zur ersten Staatsprüfung gemeistert werden. Das Universitätsstudium konzentriert sich auf einen wöchentlichen Studientag, zusätzliche Präsenzveranstaltungen in der unterrichtsfreien Zeit und die Lektüre wissenschaftlicher Literatur. Darüber hinaus wird den Teilnehmerinnen und Teilnehmern das Anfertigen von Hausarbeiten abverlangt, und natürlich sind auch Klausuren vorzubereiten. Die Studienzeit beträgt in der Regel vier Semester für ein Lehramt an Grundschulen, fünf Semester für ein Lehramt an Sonder- und Sekundarschulen und sieben Semester für ein Lehramt an Gymnasien.

Auch an die Lehrenden der jeweiligen universitären Institutionen stellte die Einrichtung eines berufsbegleitenden Studienganges hohe Anforderungen: An einem Tag muss die notwendige Lehre stattfinden, zusätzliche koordinierende Leistungen werden erforderlich.

Seit 1990 wurden an der Martin-Luther-Universität 102 berufsbegleitende Studiengänge in folgenden Fächern für die Schulformen Grund- und Sonderschule, Sekundarschule und Gymnasien eingerichtet: Evangelischer Religionsunterricht, Geistigbehinderten-, Körperbehinderten-, Lernbehinderten- und Verhaltensgestörten-Pädagogik, Hauswirtschaft, Mathematik, Deutsch, Ethik, Sozialkunde, Psychologie, Latein, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Musik, Sport, Geographie und Astronomie.

Rund 1.950 Lehrerinnen und Lehrer haben ein solches Studium begonnen und mehr als 1.300 erfolgreich abgeschlossen. Dies kann ein Anlass sein, neben den Leistungen der Lehrerinnen und Lehrer auch die des Lehrkörpers der beteiligten Institutionen der Martin-Luther-Universität hervorzuheben.

Interessierte Vertreter von Presse, Rundfunk und Fernsehen sind zu diesem Termin herzlich ins Händelhaus eingeladen.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Thomas Bremer, Porektor für Studium und Lehre,
Tel.: 55 21490, e-mail: bremer@romanistik.uni-halle.de

(Dr. Marie-Theres Müller, Ute Olbertz, 7. März 2000)


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