Workshop zur Wissenschafts- und Technikgeschichte

Technologietransfer
aus der deutschen Chemieindustrie
von 1925 bis 1960

Im Mittelpunkt eines zweitägigen Workshops mit internationaler Beteiligung, der vom Institut für Geschichte der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg vom 20. April bis 21. April 2001 veranstaltet wird, steht der Transfer von Technologien aus der deutschen Chemieindustrie im Zeitraum von 1925 bis 1960. Tagungsort ist die Stiftung LEUCOREA in der Lutherstadt Wittenberg, Collegienstraße 62, offizielle Eröffnung am 20. April 2001 um 9:00 Uhr. Für die wissen-schaftliche Leitung zeichnet Privatdozent Dr. Rolf Petri (Uni Halle) verantwortlich. Das Hauptthema des Workshops befasst sich mit vergleichenden Untersuchungen des chemischen Technologietransfers nach Japan, in die UdSSR, nach den USA sowie in europäische Länder und mit dem Ende des deutschen technologischen Primats: Perzeption durch das Management, Abwehrstrategien sowie wirtschaftliche Folgen.

Die deutsche Chemieindustrie verlor unter anderem durch die Kriegsfolgen und den Aufstieg der Erdölchemie, im eingangs genannten Zeitabschnitt ihre technologische Führungsposition. Verglichen werden verschiedene Strategien, mit deren Hilfe die Konkurrenzländer und -firmen die Kontrolle über deutsches Know how erlangten bzw. technisch gleichziehen konnten. Dazu gehörten konkurrierende Forschung und Entwicklung, kommerzielle Lizenznahme, die Nutzung institutioneller und politischer Kanäle, internationale Abkommen, die Aushebelung von Kartellabsprachen, Reparationen usw. Natürlich müssen auch Transfers aus diesen Ländern in den deutschen Raum mit in Betracht gezogen werden. Aus deutscher Sicht soll erforscht werden, wie und wann das Management die Erosion seiner vermeintlich unangreifbaren wissenschaftlich-technischen Überlegenheit wahrnahm, welche Gegenstrategien zur Anwendung kamen und ob der Zugriff der Siegermächte und demzufolge die Veröffentlichung deutscher Patente nach dem Krieg der weiteren Entwicklung der einheimischen Chemieindustrie tatsächlich den befürchteten Schaden zugefügt hat.
Den Organisatoren ist es erfreulicherweise gelungen, für diese hochinteressante und spannende Thematik namhafte Fachreferenten aus England , Frankreich, den Niederlanden, Spanien und Japan sowie aus dem Bundesgebiet zu gewinnen; Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch. Die Veranstaltung ist öffentlich, interessierte Zuhörer sind herzlich willkommen.

(PD Dr. Rolf Petri, Ingrid Godenrath, 10. April 2001))

Ansprechpartner:
Privatdozent Dr. Rolf Petri
Tel:. (0345) 55 242 82
Fax: (0345) 55 272 87
E-Mail: :petri@geschichte.uni-halle.de


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