Schatzkammer des Geistes
und der Kultur

Präsentation des Regionalbandes
der historischen Buchbestände Sachsen-Anhalts

Im Beisein von prominenten Vertretern aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und des Verlagswesens wird am 4. September 2000, 17:00 Uhr, in der Universitäts- und Landesbibliothek, August-Bebel-Straße 13, der seit langem erwartete Regionalband der historischen Buchbestände des Landes Sachsen-Anhalt der Öffentlichkeit präsentiert. Die Publikation reiht sich als 22. Band in die Regionalbände der einzelnen Bundesländer ein, die in ihrer Gesamtheit von 25 Ausgaben das Handbuch der historischen Buchbestände Deutschlands bilden. Initiator und Gesamtherausgeber dieses bedeutenden Buchprojektes ist der namhafte Münsteraner Professor Bernhard Fabian, der auch an der Veranstaltung teilnimmt.

Der jetzt erschienene Sachsen-Anhalt-Band bietet eine Übersicht über die vorhandenen histo-rischen Bestände in den Bibliotheken des mitteldeutschen Raumes, die nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges noch im Besitz der Bibliotheken sind oder seither erworben wurden. Beschreibungen von 62 Bibliotheken des Landes sind in diesem Band vertreten. Um hier nur einige zu nennen: neben der Universitäts- und Landesbibliothek natürlich die Bibliothek der Franckeschen Stiftungen, die Stadtbibliothek Magdeburg, die Bibliothek in Schulpforte bei Naumburg/Saale oder auch die Bibliothek des Evangelischen Predigerseminars in der Lutherstadt Wittenberg. Die redaktionelle Betreuung des nunmehr vorliegenden Bandes lag bei Erhard Mauersberger von der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt.


Geschichte
Im Rahmen der Vorstellung des Regionalbandes Sachsen-Anhalt soll nicht versäumt werden, die Entstehungsgeschichte des Gesamtwerkes kurz zu beleuchten. Die Studie "Buch, Bibliothek und geisteswissenschaftliche Forschung", im Jahre 1983 von Prof. Fabian verfasst, diente als Grundlage für das anspruchsvolle Werk, mit dem eine gelungene Bestandsaufnahme der historischen Buchbestände in ganz Deutschland vorliegt. Die Vergangenheit des Handbuches ist geprägt durch die Ereignisse der jüngsten deutschen Geschichte. Zunächst war die Herausgabe nur für die Bundesrepublik Deutschland und West-Berlin gedacht, ein Handbuch der historischen Buchbestände der DDR sollte separat erscheinen. Doch die politischen Ereignisse seit der Wiedervereinigung führten dazu, dass das Handbuch - glücklicherweise - ein gesamtdeutsches Projekt wurde. Heute sind in dem umfangreichen Nachschlagewerk die Bestandsbeschreibungen von ca. 1200 Bibliotheken der Bundesrepublik zu finden. Großzügige Unterstützung gewährt seit der achtziger Jahre die Volkswagenstiftung, die im Frühjahr 1990 auch die materielle Förderung des gesamtdeutschen Projektes übernahm. Für den Druck ist der Hildesheimer Olms-Verlag zuständig.


Wertvolle Orientierungshilfe
Nach Einschätzung von Prof. Dr. Fabian erfüllt der vorliegende Buchbestand gleich mehrere Anliegen. Er dient als historisch orientiertes Nachschlagewerk und kulturwissenschaftliche Dokumentation, als Bestandsaufnahme der historischen Buchbestände sowie als Orientierungshilfe für Bibliotheksplanungen. Es soll jedoch nicht nur als ein Inventarverzeichnis verstanden werden, sondern gleichzeitig den Charakter von Bibliotheken herausstellen. Ausführliche Übersichten über die Bestandsgeschichte belegen die historische Entwicklung von Bibliotheken. Sie erscheinen in diesem Handbuch nicht nur als "Schatzkammern des Geistes", um Leibniz' berühmtes Wort zu verwenden, sondern auch als Teil der kulturellen Entwicklung des Landes.

(Dr. Heiner Schnelling, Ingrid Godenrath, 29. August 2000)

Ansprechpartner:
Universitäts-und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt
Dr. Heiner Schnelling
Tel.: (0345) 55 220 00
Fax: (0345) 55 271 40
e-mail: schnelling@bibliothek.uni-halle.de


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