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ESOTERIK IN DER AUFKLÄRUNG: Rezeption - Integration - Konfrontation
Wissenschaftliche Tagung in Halle (Saale) 15.-18. März 2006
 
Es ist schon seit längerem gut bekannt, dass die Aufklärung mit dem viel zitierten Bild vom „Zeitalter der Vernunft“ nur unzureichend beschrieben ist. In der gegenwärtigen wissenschaftlichen Diskussion zum 18. Jahrhundert ist daher oft vom „Anderen der Vernunft“ und vom „Dunklen in der Aufklärung“ die Rede. Mit dieser Tagung wird versucht, das breite Spektrum abendländischer Glaubens- und Wissenstraditionen im 18. Jahrhundert, die sich nicht unter dem Label der Vernunft einordnen lassen, im Sammelbegriff der Esoterik zusammenzufassen und damit ein integratives Verständnismodell für das Verhältnis von „Vernunft“ und anderen Formen der Welterkenntnis in der Aufklärung bereitzustellen.

Die Frage nach dem Stellenwert esoterischer Tendenzen im 18. Jahrhundert wird durch die drei ergänzenden Stichworte näher erschlossen. Der Begriff der Rezeption zielt auf die Beobachtung, dass die Aufklärung in ihrem Entstehungsprozess um 1700 Ansätze und Vorstellungsgehalte der älteren Esoterik des 16. und 17. Jahrhunderts aufnimmt und für die eigenen Erkenntnisziele und Wirkungsabsichten adaptiert. Umgekehrt werden esoterische Modelle, Denk- und Glaubensstrategien in der Verlaufsgeschichte der Aufklärung einer rationalisierenden Kritik unterworfen.

So entstehen verschiedene Formen der Integration von Aufklärung und Esoterik. Die Wissenschaft hat diese intensive und für die Entwicklung zur Moderne ungemein folgenreiche Beziehungsgeschichte durch Wortverbindungen wie ‚vernünftige Hermetik’ oder ‚aufgeklärte Esoterik’ auf den Begriff zu bringen versucht. Diese Ansätze sollen aufgenommen, aber auch überprüft werden, denn Aufklärung und Esoterik gehen niemals restlos ineinander auf.

Die Geschichte der Konfrontation zwischen Esoterik und Aufklärung bleibt daher weiter interessant, auch wenn das Modell der ‚Gegenaufklärung’ in der Forschung zum 18. Jahrhundert heute eher als überholt gilt. Die Diskussion darüber, was das ‚Dunkle’ in der Aufklärung eigentlich bezeichnet, wo Anziehungs- und wo Abstoßungstendenzen erkennbar werden, welches Denken ‚dunkle Perzeptionen’ unter welchen Bedingungen in ein Erkenntnismodell integriert und welche Erleuchtungsvorstellungen entwickelt werden, ist noch lange nicht abgeschlossen und soll in Vorträgen und Diskussionen fortgeführt werden.

Mit dem Symposium stellt die hallesche DFG-Forschergruppe „Die Aufklärung im Bezugsfeld neuzeitlicher Esoterik“ Zwischenergebnisse, Thesen und Perspektiven ihrer Projektarbeit vor. Außer den Mitgliedern der Forschergruppe werden ReferentInnen der Fächer Germanistik, Geschichte, Philosophie, Theologie und Religionswissenschaft aus Deutschland und den USA sprechen. Das thematische Spektrum der Vorträge reicht vom Pythagoreismus und der Kabbalarezeption des 17. Jahrhunderts über die Frühaufklärung und den esoterischen Wolffianismus bis zu den Konzeptionen „christlicher Hermetik“ bzw. eines „wahren Christentums“, die ästhetische Dimension der Esoterik von der Klassik bis zur Romantik und schließlich dem Nachklang der Problematik in der Esoterik des 19. Jahrhunderts und der nachkantischen Naturphilosophie.

Detailliertes Tagungsprogramm:
http://www.izea.uni-halle.de/forschergruppe/tagung2006.htm

Nähere Informationen:
http://www.izea.uni-halle.de/forschergruppe/index.htm

Kontakt:
gruppe@izea.uni-halle.de

 
  Dr. Margarete Wein, 28.02.2006
 
     
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