Licht und Farbe im Dienste der Gesundheit

Neue Spezialstation zur Behandlung depressiver Erkrankungen eröffnet

Am 23. November 2000 wurde an der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg die „Spezialstation zur Behandlung depressiver Erkrankungen – Villa Anton" in Anwesenheit der Ministerin für Arbeit, Soziales und Gesundheit des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Gerlinde Kuppe und des Staatssekretärs im Kultusministerium des Landes, Dr. Wolfgang Eichler, feierlich eröffnet.


Bild links oben: die Villa Anton; rechts oben: der Treppenaufgang;
links unten: Blick in einen Korridor; rechts unten: ein Krankenzimmer

Zimmer mit eigener „Privatsphäre"
Mit fast drei Millionen Mark wurde eine alte denkmalgeschützte Villa nach modernsten Kriterien – unter konsequenter Beachtung humanitärer Prinzipien – renoviert und saniert. Benannt ist sie nach dem Psychiater Gabriel Anton, der von 1858 bis 1933 lebte, viele Jahre in Halle lehrte und hervorragende Verdienste auf dem Gebiet der Psychiatrie hatte. In der neu gestalteten Villa Anton befinden sich jetzt ein Schlaflabor, ein EEG-Labor und eine nach neuen Therapiekonzepten eingerichtete Station. Wichtig für die Patienten ist auch, dass jedes Zimmer seine eigene Privatsphäre hat: Es ist jeweils mit Dusche, WC und Safe ausgestattet. In der Station können bis zu 18 Patienten gleichzeitig betreut werden.

Krankheit bereits seit der Antike bekannt
Eine optimistische Farbgestaltung, ausgewählter Bildschmuck und vor allem die hervorragende Ausstattung lassen beinahe vergessen, dass es sich um die Station eines Krankenhauses handelt. Das ist für die Patienten sehr wichtig, denn Depression kann eine der schwersten Erkrankungen des Menschen sein! Auch gehört sie zu den am längsten – bereits seit der Antike – bekannten psychischen Erkrankungen. Der Wille, das Empfinden, Lebensfreude – ja Freude überhaupt, Lebenskraft, die Fähigkeit zur Hoffnung und das perspektivische Denken sind bei depressiven Menschen schwer beeinträchtigt. Es gibt eine Vielzahl von depressiven Störungen. Fasst man alle zusammen, so leiden ca. zehn Prozent der Bevölkerung an dieser Erkrankung. Nicht zuletzt deshalb entstanden in den letzten Jahren zahlreiche Stationen zu ihrer Behandlung

Modernste Behandlungsmethoden
Nach Sanierung des Gebäudes unter milieutherapeutischen Gesichts-punkten ist nun auch an der Martin-Luther-Universität eine solche Spezialstation für depressive Erkrankungen entstanden. Hier kann zukünftig diese schwere Krankheit mit den modernsten Methoden behandelt werden. Das sind biologische Behandlungsverfahren, vor allem Pharmakotherapie, aber auch Licht-the-rapie oder Schlaf-Wach-Therapie. Hinzu kommen psychotherapeutische Verfahren mit den Schwerpunkten Verhaltens- und kognitive sowie Interpersonelle Psychotherapie und nicht zuletzt sozialpsychiatrische Maßnahmen und Begleittherapien, z. B. Ergo- und Physiotherapie.

Optimistische Farben dominieren
Unter Berücksichtigung der Besonderheiten depressiver Patienten wurden außer den Einzelzimmern vier Mehrbettzimmern eingerichtet – um dem kommunikativen Aspekt gerecht zu werden. Aber auch dies geschah nach den Prinzipien der Humanität. Hinzu kommen freundliche Gemeinschaftsräume, die durchweg eine sehr optimistische Ausstrahlung haben. Die Farbe als dominierendes Element „leitet" die Eintretenden vom Eingangsbereich an durch die ganze Villa. Sie korrespondiert mit den Bildern (sogar mit den Bilderrahmen) und mit der gesamten Einrichtung.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Andreas Marneros
Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Telefon: 0345/55 73651
Fax: 0345/55 73607
E-Mail: andreas.marneros@medizin.uni-halle.de

Dr. Monika Lindner (24.November 2000)


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