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6. HALLESCHES BILANZ- UND STEUERSYMPOSIUM - EIN RÜCKBLICK
 
Am Freitag, dem 5. November 2004, fand in der historischen Aula des Löwengebäudes der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg das 6. Hallesche Bilanz- und Steuersymposium des Instituts für Unternehmensforschung und Unternehmensführung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg e.V. sowie des Institut für Wirtschaftsrecht der Juristischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg statt.
Mit dem Thema "Wandel ohne Ende? Rechnungslegung, Besteuerung und Gesellschaftsrecht unter dem Einfluss aktueller europäischer Entwicklungen" bot das Symposium unter der Leitung von Prof. Dr. Ralf Michael Ebeling, Prof. Dr. Gerhard Kraft (beide Wirtschaftswissenschaften) und Prof. Dr. Rolf Sethe (Rechtswissenschaften) wie auch in den vergangenen Jahren ein Forum für Diskussionen und den Austausch von Vertretern der Wissenschaft und Praxis.


Auf der Tagesordnung standen vier Vorträge, die unterschiedliche aktuelle ökonomische und juristische Probleme behandelten. Als renommierter Vertreter des Gesellschaftsrechts sprach zunächst Prof. Dr. Hanno Merkt, Direktor des Instituts für ausländisches und internationales Privatrecht an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i.Br., zu dem Thema "Wettbewerb der Gesellschaftsrechte nach Überseering und Inspire Art". Sein Referat beschäftigte sich mit der durch den Europäischen Gerichtshof gegebenen Möglichkeit, auch in Deutschland eine Gesellschaft nach ausländischem Recht gründen zu können. Prof. Dr. Merkt untersuchte hierbei auf theoretischer und praktischer Basis, in ökonomischen wie juristischen Dimensionen, inwieweit diese Rechtsprechung innerhalb der Europäischen Union zu einem Wettbewerb der einzelnen Rechtssysteme führen kann und beantwortete diese Frage vor allem für kleine und mittelgroße Gesellschaften positiv. Zudem setzte sich der Referent mit den Vor- und Nachteilen sowie den Auswirkungen der Gründung einer ausländischen Gesellschaft in Deutschland auseinander. Dem gesellschaftsrechtlichen Teil folgte die Erörterung verschiedener Bilanz- und Steuerfragen.
In diesem Zusammenhang sprach Dr. Christoph Ernst, Bundesministerium der Justiz in Berlin, zur "Modernisierung der Bilanzierungsvorschriften im HGB". Grundlage seines Vortrags war die durch EU-Verordnung eingeführte Pflicht für kapitalmarktorientierte Unternehmen, ihre Konzernbilanz für Geschäftsjahre ab dem 1.1.2005 nach den international anerkannten International Financial Reporting Standards (IFRS) aufzustellen. Dr. Ernst bezog sich auf die Pläne und Vorschläge des BMJ und stellte dar, dass die IFRS auf Grund der zeitwertnahen Darstellung sehr gut geeignet sind, um der Informationsfunktion einer Bilanz gerecht zu werden. Für Zwecke der Gewinnausschüttung wie auch als Grundlage für die steuerliche Gewinnermittlung lehnte er eine Bilanzierung nach IFRS aber, vor allem aus Gründen der Kapitalerhaltung sowie dem Leistungsfähigkeitsprinzip, ab.

Anschließend referierte der Vizepräsident des Bundesfinanzhofs in München, Wolfgang Spindler, zu "Abgrenzung von Anschaffungskosten, Herstellungskosten und Erhaltungsaufwendungen im Steuerrecht“, einer Problematik, die wiederholt Gegenstand von Diskussionen bei Finanzgerichten sowie in der Finanzverwaltung war und ist. Spindler stellte an Hand der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs sowie praktischen Beispielen eindrucksvoll dar, dass ein fließender Übergang zwischen Anschaffungs- und Herstellungskosten und Erhaltungsaufwendungen besteht und wie diese in der Praxis der Rechnungslegung abzugrenzen sind. Wolfgang Spindler wird am 12. November 2004 mit der Ehrendoktorwürde der Friedrich- Schiller-Universität Jena geehert.

Thema des letzten Vortrages des diesjährigen Bilanz- und Steuersymposiums war die "Konzernbesteuerung in Europa - Die Initiativen der EU-Kommission“ von Prof. Dr. Christoph Spengel, Professor für Betriebswirtschaftliche Steuerlehre an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Prof. Spengel widmete seinen Vortrag der Idee, verschiedenen Modellen sowie den Vorteilen einer Besteuerung von Konzernen, der eine einheitliche Bemessungsgrundlage für sämtliche in Europa erwirtschaftete Gewinne zugrunde liegt. In diesem Zusammenhang erörterte er, inwieweit die International Financial Reporting Standards (IFRS) einen Ausgangspunkt für die steuerliche Gewinnermittlung darstellen können.
Das 7. Hallesche Bilanz- und Steuersymposium wird voraussichtlich im Dezember 2005 stattfinden.

(Juliane Thieme, Ingrid Godenrath, 12. November 2004)

Ansprechpartnerin:
Juliane Thieme, LL.M.oec.
Tel.: 0345 55-23367
E-Mail: mailto:thieme@jura.uni-halle.de
 
  Ingrid Godenrath, 12.11.2004
 
     
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