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DAS ALTE ÄGYPTEN ZUM BE-GREIFEN
40 Berührungspunkte im Gohliser Schlösschen
 
Exponate nicht nur zu bestaunen, sondern auch zu berühren - diese Möglichkeit bietet das Ägyptische Museum der Universität Leipzig in der Sonderausstellung "Das alte Ägypten (be-)greifen" ab morgen im Gohliser Schlösschen, Eingang Poetenweg, 04155 Leipzig. Der Aufbau der Ausstellung ist auch auf behinderte Menschen ausgerichtet. Insbesondere Blinde und sehbehinderte Menschen stehen im Mittelpunkt der Konzeption. Die Schirmherrschaft hat Ulla Schmidt, die Bundesministerin für Gesundheit und Soziale Sicherung, übernommen.

"Eine ganz besondere Sonderausstellung" verspricht Dr. Friederike Seyfried, Kustodin des Ägyptischen Museums der Leipziger Universität. Vollkommen barrierefrei, also für alle Behindertengruppen zugänglich wird sie sein, und durch die Möglichkeit, alle Exponate anfassen zu können, eben auch besonders für Blinde und Sehbehinderte geeignet: "Eine alte Hochkultur in ihrer Gesamtheit für Blinde aufbereitet - das gab es nach unseren Recherchen in Deutschland noch nie".


Die Darstellung des alten Ägypten in seiner Gesamtheit wurde in fünf Bereiche - mit 40 "Berührungspunkten" - eingeteilt: Alltag, Schrift, Königtum, Götterwelt und Totenkult. Zu jedem Thema ist neben mühevoll hergestellten Repliken auch mindestens ein Original vorhanden. Um den Service zu vervollkommnen, wurden auch extra für blinde und sehbehinderte Menschen in Zusammenarbeit mit der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zwei Audio-Führungen vorbereitet, je eine für Kinder und Erwachsene. Daneben soll die Ausstellung mit allen Angeboten auch nichtbehinderten Personen eine besondere Begegnung mit der ägyptischen Kultur ermöglichen.

Unzählige von Besuchern begreifen wertvolle Exponate - und die Ausstellungsstücke tragen keine Schäden davon? Dafür hat das Ägyptische Museum gesorgt: Die ausgewählten Originale sind besonders stabile, etwa aus Granit oder anderen Steinen gefertigte Statuen. Von Exponaten, die unter starker Nutzung leiden würden, ließ das Museum Repliken, zumeist aus Gips, anfertigen oder kaufte beziehungsweise lieh sich welche.

Extra geschreinert und geflochten wurde beispielsweise ein ägyptisches Bett. Ob das eine besonders bequeme Ruhestätte ist, darf der Besucher selbst ausprobieren - immerhin kannten die Ägypter kein daunengefülltes Kopfkissen, sondern schliefen auf Kopfstützen aus Holz. Zur originalen Spiegelplatte im angefertigten Griff wurde ein Kosmetikkästchen nachgebaut, zudem Brotformen und Bierkrüge getöpfert, und zum besseren Vergleich mit der Statue eines hohen Beamten eine Schaufensterpuppe mit Leinenkleidung, Schmuck und Perücke ausgestattet.

In der Ausstellung, an deren Aufbau sich im Rahmen eines museumspädagogischen Pflichtpraktikums auch Studierende beteiligten, steckt ein immenser Aufwand, im Gohliser Schlösschen kann sie aber nur vier Monate gezeigt werden. Deshalb ist daran gedacht, die Exposition als Wanderausstellung durch möglich viele deutsche Städte reisen zu lassen. Eine Anfrage aus Bayern gibt es bereits. So kann diese Ausstellung vielleicht auch außerhalb Leipzigs zu einem kommunikativen Begegnungsort für behinderte und nichtbehinderte Menschen werden.

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag 14 bis 18 Uhr
Samstag und Sonntag 10 bis 18 Uhr
Führungen nach Vereinbarung

Weitere Informationen:
Ägyptisches Museum der Universität Leipzig
Dr. Friederike Seyfried
Telefon: 0341 97-37013
E-Mail: seyfried@rz.uni-leipzig.de
Internet: www.dzb.de/news/aegypten_begreifen.htm
 
  Ingrid Godenrath, 27.05.2005
 
     
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