Ganztägiges Kolloquium des Sonderforschungsbereiches 586

Angleichungsprozesse nomadischer
und sesshafter Lebensformen

Die interessierte Öffentlichkeit ist am 14. Dezember 2001, von 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr, zu einem Kolloquium herzlich eingeladen, das sich unter dem Thema "Akkulturation und Selbstbehauptung (Acculturation and Persistence)", mit Formen und Voraussetzungen kultureller Angleichungsprozesse, die aus dem Zusammenwirken nomadischer und sesshafter Lebensformen entstehen, auseinandersetzt.

Ausgerichtet wird das Kolloquium vom Sonderforschungsbereich (SFB) 586 "Differenz und Integration. Wechselwirkungen zwischen nomadischen und sesshaften Lebensformen in Zivilisationen der Alten Welt", der im Juli dieses Jahres seine Arbeit aufgenommen hat und ein gemeinsames Vorhaben der halleschen und Leipziger Universität ist. Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzierte Projekt erforscht die Bedeutung von Nomaden in Geschichte und Gegenwart.
Die Veranstaltung findet in Halle, in der "Burse zur Tulpe", Hallischer Saal, Universitätsring 5 (Ecke Universitätsplatz) statt und wird in Englisch und Deutsch durchgeführt. Es moderiert der Sprecher des SFB, Prof. Dr. Stefan Leder (Uni Halle).

Hintergund:

Die Koexistenz von nomadischen und sesshaften Lebensformen, deren Geschichte mehrere Jahrtausende zurückreicht, prägt noch heute ländliche und urbane Räume im Gebiet des altweltlichen Trockengürtels. Aus der Verflechtung der Lebensformen in ökonomischen und politischen Beziehungen sowie mit Ausdehnung nomadischer oder sesshafter Einflusssphären ergeben sich Prozesse der Angleichung, die sich in der Geschichte überwiegend als partielle Anpassungen an die Lebensformen der Sesshaften zeigen. Sie können aber auch in umgekehrter Richtung erfolgen, wenn Bestandteile nomadischer Lebensformen aufgenommen werden. Dabei geht Anpassung in der Regel mit der Fortführung angestammter Lebensformen in gewandelter Umgebung einher. Dies ist auch bei der Transformation extensiver nomadischer Weidewirtschaft unter den Bedingungen der Moderne zu beobachten; denn sie bringt oftmals Mischverhältnisse zwischen herkunftsbedingten und übernommenen Wirtschaftsweisen, sozialen Strukturen und Werthaltungen mit sich.

(Prof. Dr. Stefan Leder, 10. Dezember 2001

Ausführliche Informationen im Internet:
Deutsch: www.nomadsed.de/news.html
Englisch:www.nomadsed.de/en_news.html

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Stefan Leder
Tel.: (0345) 55 240 70
Fax: (0345) 55 271 23
E-Mail: leder@orientphil.uni-halle.de

Dr. Ildikó Bellér-Hann
Tel.: (0345) 55 240 75
Fax: (0345) 55 271 23
E-Mail: beller-hann@owz.uni-halle.de


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