Bioethik in interdisziplinärer Auseinandersetzung
Bundesweite Seminarwoche für Studierende im August 2006
in der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt
Anmeldung bis 15. Juni 2006
Längeres Leben, weniger Krankheiten, höhere
menschliche Leistungsfähigkeit: Die Verheißungen
der Biotechnologie sind so groß wie die Ängste
vor den Folgen des Fortschritts. Die Wittenberger Sommerakademie
lädt Studierende aus Natur-, Kultur- und Geisteswissenschaften
ein, eine Woche lang zusammen zu leben und fachliche wie
ethische Probleme der Biotechnologie und der modernen Medizin
zu erörtern.
In Kooperation mit dem Zentrum Medizin-Ethik-Recht an der
MLU veranstaltet die Evangelische Akademie in Wittenberg
die Sommerakademie für Studierende aller Fakultäten.
Geboten werden vier parallel laufende einwöchige
Blockseminare zu bioethischen und medizinethischen Themen,
dazu für alle ein Vortrags- und Exkursionsprogramm.
Das Ganze findet in diesem Jahr erstmals statt und ist somit
ein Pilotprojekt.
"Die Wittenberger Sommerakademie ist eine Art interdisziplinäres
Labor", beschreibt Thorsten Moos, Studienleiter an
der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt, das Konzept.
"Zwar ist Interdisziplinarität in aller Munde.
Aber es fehlt gerade im Studium an qualifizierten Räumen,
um Erfahrungen mit interdisziplinärer Zusammenarbeit
zu machen." Um einen solchen Raum zu schaffen, hat
der Physiker und Theologe die Sommerakademie ins Leben gerufen
- zusammen mit einem Netzwerk von wissenschaftlichen Einrichtungen
aus Berlin, Dresden, Gatersleben, Heidelberg, Halle, Schwerte
und Wien.
Für eine Woche arbeiten je acht bis zwölf Studierende
verschiedener Disziplinen zu einer bioethischen Fragestellung.
Kommt Embryonen Menschenwürde zu? Sollen wir versuchen,
den Menschen gentechnisch zu verbessern? Können und
sollen Menschen über ihren Tod selbst bestimmen? Was
ist das eigentlich - das "Leben"? Zu diesen Fragen
finden Seminare statt.
Die Themen im Einzelnen:
1. Die gesellschaftliche Konstruktion des Lebensanfangs
Beschreibungen, Deutungen, Fixierungen, Konflikte
2. Enhancement
Vorstellungen über Perfektion
3. Selbst bestimmter Tod und ärztliche Fürsorge
Therapieentscheidungen am Lebensende
4. Über Leben
Philosophische und naturwissenschaftliche Zugänge zu
einem schwierigen Begriff
Jedes Seminar wird von zwei Dozentinnen und Dozenten geleitet,
die je aus einer Natur- und einer Kultur- oder Geisteswissenschaft
kommen. Im Rahmenprogramm, zu dem ein Besuch in einem führenden
biowissenschaftlichen Institut gehört, werden Querschnittsfragen
der Bio- und Medizinethik behandelt. Dabei geht es nicht
zuletzt um die Frage, wie die Verständigung über
die Grenzen wissenschaftlicher Disziplinen hinaus erfolgreich
sein kann. Auch kulturelle Aktivitäten und ein großes
Abschlussfest gehören zum Programm.
Insgesamt können 40 Studierende an der Sommerakademie
teilnehmen. Anmeldeschluss ist der 15. Juni 2006;
es wird darum gebeten, die Belegung eines Wunschseminars
sowie eine Alternativwahl bei der Anmeldung anzugeben. Die
Tagungsgebühr ist dank öffentlicher und privater
Förderer niedrig; für die sieben Seminartage beträgt
sie 150,00 Euro inklusive Unterbringung und Verpflegung.
Teilnehmer, die Interesse an einem qualifizierten Schein
haben, können dies bei der Anmeldung angeben.
Flyer
zur Wittenberger Sommerakademie
Info: Anmeldung, Fragen und Anregungen unter
www.wittenberger-sommerakademie.de
und
bei Thorsten Moos, Studienleiter für Naturwissenschaft
und christliche Ethik
Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt e.V.,
Telefon: 03491 498849
E-Mail: thorsten.moos@gmx.net
Schlossplatz 1d
06886 Lutherstadt Wittenberg
www.ev-akademie-wittenberg.de