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Für mehr Integration und ein besseres Image
Verein "Studenten für (H)alle" gegründet
  8.06.2006
 
Im März dieses Jahres gründeten fünf engagierte Studenten der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg einen Verein, um das Image der Saalestadt und die Kommunikation zwischen den Studierenden zu verbessern. Seitdem plant die Gruppe neben Freizeit- und Informationsveranstaltungen ein großes Online-Portal, um direkt mit interessierten Hochschulabsolventen ins Gespräch zu kommen. Paolo Schubert traf die Gründungsmitglieder Alexander Kauka und Conrad Seemann zum Interview.

Conrad Seemann und Alexander Kauka sind Gründungsmitglieder des Vereins.
Foto: Paolo Schubert

Die Zahl studentischer Gruppen nimmt von Jahr zu Jahr zu. Jedoch tritt lediglich eine kleine Anzahl dieser Initiativen für die Interessen der Hochschulabsolventen und im gleichen Zug für Belange ihrer Stadt ein. Auf welchen Intentionen beruht Ihre Arbeit?
Seemann: Wir haben das Gefühl, dass der Name "Halle" im gesamtdeutschen Raum eher mit negativen Eindrücken verbunden wird. Dabei hat die Stadt mit ihrer Universität sehr viel zu bieten, gerade für Studierende. Man denke nur einmal an die kulturelle Vielfalt, die Erholungsangebote oder die Einkaufsmöglichkeiten. Im Punkt Lebensqualität brauchen wir uns nicht zu verstecken. Wir haben überlegt, wie wir diese Eindrücke nach außen tragen können und kamen zu dem Entschluss, ein gemeinsames Projekt zu initiieren.

Wie sind Sie an potenzielle Mitstreiter herangetreten?
Die ersten Kontakte verschafften wir uns über das Onlineportal StudIP. Diese Plattform eignet sich, weil ein Großteil der Studierenden dort eingeschrieben ist. Mittlerweile kommen auch Interessenten zu uns, die von Freunden oder Bekannten vom Projekt gehört haben.

Wen wollen Sie konkret ansprechen?
Kauka: Zu unserer Zielgruppe gehören in erster Linie Studierende, die nach Halle gezogen sind. In eine fremde Stadt zu kommen, ist immer etwas problematisch. Man kennt sich nicht aus, weiß anfangs selten, an wen man sich mit welchen Problemen wenden kann. Hier wollen wir einspringen, indem wir Plattformen bereitstellen, auf denen sich Studierende austauschen, zu Veranstaltungen verabreden oder bei Problemen weiterhelfen können.
So ein System steht für Integration. Nur wer seinen Heimatort als lebenswert betrachtet und sich dort wohl fühlt, wird auch Verwandten und Bekannten gegenüber seine positiven Ansichten nach außen tragen. Angesprochen sind jedoch auch alle anderen Studierenden.
Seemann: Letztendlich misst sich die Lebensqualität in einer Stadt an den Dingen, die sie für ihre Bürger bereit stellt. Deshalb befassen wir uns auch mit außeruniversitären und städtischen Problemen. Dabei setzen wir auf Kooperationen mit kommunalen Vereinen und Verbänden. Als Beispiel kann ich den Hausverfall nennen, dem wir zusammen mit dem Arbeitskreis Innenstadt entgegentreten wollen.

Mit welchen Mitteln versuchen Sie Studierende zu einer Mitarbeit zu motivieren?
Kauka: Wir versuchen, Veranstaltungen und Programme zu planen. Beispielsweise haben wir in der vergangenen Woche eine Radtour organisiert, die auf große Resonanz gestoßen ist. Wir wollen zudem unsere Internetpräsenz ausbauen, zum Beispiel das Forum, welches schon sehr häufig genutzt wird, aber auch die Bereiche, die Fakten und Informationen bieten. Weiterhin sind Stadtrundgänge geplant, die speziell für junge Menschen aufgearbeitet werden. Wir müssen den Studierenden die Stadt näher bringen, ihnen gewisse Lokalitäten zeigen, damit sie Gefallen daran finden.

Nun besteht das Projekt seit einem Vierteljahr. Was haben Sie bisher erreicht?
Seemann: Wir haben bereits kleinere Netzwerke etabliert - unter den Studierenden und auch zur städtischen Seite. Konkret gab es zwei Initiativen, für die wir uns aktiv eingesetzt haben. Zum einen sammelten wir zusammen mit der Bürgerstiftung Unterschriften, um zu verhindern, dass die Bundeskulturstiftung nach Berlin absiedelt. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Insgesamt kamen 8000 Unterschriften zusammen, von denen wir fast 800 Unterschriften beitragen konnten. Zum anderen beteiligten wir uns an der Städtewette "Menschen für Menschen". Es hatte sich schon frühzeitig abgezeichnet, dass der erforderliche Betrag von knapp 80000 Euro nicht zusammen kommt. Also sind wir mit drei Spendendosen durch die Innenstadt gelaufen und haben um Spenden gebeten. Es sind immerhin fast 300 Euro zusammen gekommen.

Mit welchen Problemen haben Sie bei der Umsetzung Ihrer Ziele zu kämpfen?
Kauka: Wir sind alle hauptberuflich Studierende und das Studium geht nun einmal vor. Dementsprechend können wir nicht so viel Zeit für "Studenten für (H)alle" bereitstellen, wie wir eigentlich möchten. Wir hoffen, dass sich auch weiterhin Interessierte melden, die sich bei uns für diese Ziele einsetzen wollen. Weiterhin muss eine langfristige Finanzierung des Projekts gesichert werden. Wir wollen den Verein demnächst im Vereinsregister eintragen lassen, auch im Mitgliedschaften anbieten zu können. Da entstehen Kosten, genau wie bei Veranstaltungen, bei denen man Verpflegung oder spezielle Technik benötigt. Wir sind derzeit auf der Suche nach einem Sponsor.

Welche Leistungen erhalten dann noch Nichtmitglieder? Ist eine derartige Trennung überhaupt mit Ihren Zielen zu vereinbaren?
Seemann: Ist es, denn die Leistungen kann jeder Studierende in Anspruch nehmen, egal ob Mitglied oder nicht. Daran wird sich nichts ändern. Der Verein dient lediglich organisatorischen Zwecken. Wir brauchen einen rechtlichen Status, um auch finanziell auf der sicheren Seite zu stehen. Wir wollen uns im Endeffekt auch die Gemeinnützigkeit bestätigen lassen, um Spenden verrechnen zu können.

Vielen Dank für das Interview.

(Paolo Schubert, 8. Juni 2006)

 
  Ute Olbertz, 8.06.2006
 
     
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