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AUCH LEHRERINNEN UND LEHRER BEIM HIT
Wie wichtig ist es für Schüler, auf ein Studium vorbereitet zu werden?
  23.03.2006
 
Nehmen Abiturienten nach ihren Prüfungen ein Studium auf, ist das häufig mit einigen Problemen verbunden. Oftmals wechseln Neuimmatrikulierte innerhalb der ersten Semester den Studiengang, viele fühlen sich überfordert, weil sich die Anforderungen im Studium klar und deutlich von altbekannten Anforderungen aus der Schule unterscheiden. Was folgt ist Frust und Enttäuschung. Wie man diesen Problemen begegnen soll, diskutierten zum Hochschulinformationstag Professoren und Lehrer.

Es war eine kleine Premiere, denn in den vergangenen Jahren richtete sich der Hochschulinformationstag hauptsächlich an Studieninteressierte. In diesem Jahr berücksichtigten die Initiatoren auch die Lehrerschaft. Immerhin 26 von ihnen fanden sich zur Diskussion um Schule und Studium im Halleschen Saal der Tulpe ein.
Einleitend sprach Professor Dr. Dr. Gunnar Berg (Fachbereich Physik) über die notwendigen Voraussetzungen zum Studieren. Studenten seien oftmals nicht gut vorbereitet, es mangele an Grundkenntnissen vor allem im Fach Deutsch. "Dies äußert sich nicht nur in den Geisteswissenschaften, in denen häufig Essays und Hausarbeiten geschrieben werden", kritisiert er. Außerdem falle es vielen Studierenden sehr schwer, ein Referat zu halten.
Ein weiteres Manko seien die Kenntnisse in der Mathematik. Den Dozenten ist aufgefallen, dass auch hier oftmals Grundlagen fehlen, die sich Studierende mühsam während des regulären Grundstudiums autodidaktisch aneignen müssen. Auch müsse das Interesse an alltäglichen Naturphänomenen geweckt werden. Studierende sollen staunen und Fragen stellen an die "Geheimnisse" der Natur.

Prof. Dr. Heinrich Dilly, Kunsthistoriker, wies vor allem auf die sprachlichen Kenntnisse hin. Vertrautheiten mit der lateinischen Sprache seien in vielen Studiengängen von Vorteil. Auch wenn sie als "tote Sprache" stiefmütterlich behandelt würde, sei sie doch gerade für die Kunstgeschichte, die Prähistorische Archäologie sowie das Studium der Geschichte eine Grundprämisse, um wissenschaftlich arbeiten zu können. Das betreffe auch andere Sprachen wie Englisch und Französisch.

Allgemein betrachtet müsse im derzeitigen Schulsystem vieles geändert werden. "Die vorgegebenen schulpolitischen Rahmenrichtlinien begünstigen viele Probleme", rechtfertigte sich eine Lehrerin aus dem Friedrich-List-Gymnasium. Sie brachte an, dass sich Lehrpläne meist auf ein Grundlagenwissen beschränken. Außerdem müsse die Möglichkeit, Fächer einfach abwählen zu können, abgeschafft werden. Denn darauf seien schon Pennäler der Grundschule fixiert.


Impressionen vom HIT am 16. März 2006, Fotos: Norbert Kaltwaßer

Die Diskussion umfasste auch ganz moderne Probleme. In Zeiten der globalen Vernetzung haben selbst Schüler das Medium Internet für sich entdeckt. Gerade bei der Informationsbeschaffung verweigern Schüler oft den Gang in die Bibliothek, ein Problem, das vielen Universitätsdozenten nicht unbekannt sein dürfte. Es sei die Aufgabe der Gymnasien, Interesse für Literaturrecherchen zu wecken, mahnten die Referenten. Worte, die bei den Lehrkräften auf Zustimmung stießen. Denn gerade diese Befähigung solle auf das kommende Studium vorbereiten und den Weg für einen erfolgreichen Abschluss ebnen.

(Ines Tornack, Paolo Schubert, 23.03.2006)

 
  Ute Olbertz, 23.03.2006
 
     
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