Das Mitteldeutsche Zentrum für Struktur und Dynamik
der Proteine an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
(MZP) wird ab 2007 vom Bund gefördert. Es ist eine
von zwölf ausgesuchten Initiativen, die in der zweiten
Runde des Programms "Zentren für Innovationskompetenz"
bedacht werden. In Halle wurde die Nachricht mit großer
Freude aufgenommen.
"Wir
freuen uns sehr. Wir wollen einen Leuchtturm errichten,
und es ist schön, wenn wir dabei tatkräftig unterstützt
werden", kommentierten Prof. Dr. Jochen Balbach und
Prof. Dr. Milton T. Stubbs die Nachricht aus Berlin. Die
Biophysiker Balbach und Stubbs der Martin-Luther-Universität
leiten das MZP.
Das MZP wurde im Februar 2005 ins Leben gerufen. "Wir
interessieren uns für die Strukturen der Proteine,
da es eine klare Verbindung zwischen diesen Strukturen und
den Funktionen der Proteine gibt", erläutert Professor
Balbach. Es handele sich um Grundlagenforschung - "aber
wir haben auch die Vorgabe, innerhalb von fünf Jahren
Industriekooperationen zu intensivieren oder zu einer Ausgründung
aus der Universität zu kommen." Proteine sind
in vielen medizinischen und pharmakologischen Bereichen
von Belang, beispielsweise bei der Entwicklung von Medikamenten.
"Man kann Wirkstoffe gezielter entwickeln, wenn man
die Protein-Strukturen kennt", so Balbach.
In einem ersten Fördermodul wird das MZP nun vom Bund
für ein Jahr mit rund 250.000 Euro gefördert.
"Wir wollen in dieser Zeit ein tragfähiges Konzept
für den Aufbau eines leistungsstarken Forschungszentrums
entwickeln", kündigten Milton T. Stubbs und Jochen
Balbach an. Mit der Förderung verbunden sei unter anderem
die Kooperation mit einer Unternehmensberatung. "Das
sehe ich sehr positiv, das wird ein spannender Prozess."
Das Programm "Zentren für Innovationskompetenz:
Exzellenz schaffen - Talente sichern" ist Teil der
Innovationsinitiative "Unternehmen Region". Mit
dieser verfolgt das Bundesministerium für Bildung und
Forschung (BMBF) das Ziel, leistungsstarke Forschungszentren
nachhaltig in Ostdeutschland zu etablieren. Das Programm
startet nunmehr in seine zweite Förderrunde. Die zwölf
darin vertretenen Initiativen wurden aus 26 Vorschlägen
der Wissenschaftsministerien der Neuen Bundesländer
ausgewählt. Zusammen mit der Förderung des Forschungsprogramms
"Neue Methoden zur künstlichen Erzeugung von hochaffinen
und hochspezifischen Bindeproteinen" (Prof. Dr. Rainer
Rudolph, Institut für Biotechnologie) im Rahmen des
BMBF-Programms "InnoProfile" stärkt der Erfolg
des MZP die Region Halle als zukunftsfähigen Standort
für innovative biotechnologische Forschung und Entwicklung.
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Milton T. Stubbs
Tel.: 0345 55-24901
E-Mail: stubbs@biochemtech.uni-halle.de
Prof. Dr. Jochen Balbach
Tel.: 0345 55-25353
E-Mail: jochen.balbach@physik.uni-halle.de
Bildunterschrift:
Die Abbildung zeigt die dreidimensionale Struktur des
Proteins DhbE, das für bestimmte Bakterien lebensnotwendig
ist. Aus der Struktur lässt sich seine Funktionsweise
ableiten, welche die Basis für die Entwicklung neuer
Antibiotika liefern kann.
Abbildung: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
(Carsten Heckmann, 09.11.2006)