Am 1. Dezember wird in Berlin der "Boden des Jahres
2007" präsentiert. Es ist der Podsol. Was
ihn so besonders macht, darüber berichtet am 5. Dezember,
dem Weltbodentag, der hallesche Bodenwissenschaftler Prof.
Dr. Reinhold Jahn.
"Über den Boden laufen die Menschen meist achtlos
hinweg, dabei hängt soviel von ihm ab: Er ist Ernährungsgrundlage,
beteiligt sich an der Reinhaltung der Luft, spendet sauberes
Grundwasser und vieles mehr." Prof. Dr. Reinhold Jahn
gehört von Berufs wegen zu jenen Menschen, die stets
auf die Bedeutung des Bodens hinweisen. Beziehungsweise
der Böden. "In Deutschland gibt es 56 unterschiedliche
Bodentypen und mehr als 220 Subtypen", erklärt
der Professor für Bodenkunde und Bodenschutz am Institut
für Agrar- und Ernährungswissenschaften der Martin-Luther-Universität
Halle-Wittenberg. Einen Bodentyp hat Jahn dieser Tage besonders
im Blick: den Podsol. "Er wird am 1. Dezember
in Berlin zum Boden des Jahres 2007 gekürt. Mit dieser
Kür soll generell der notwendige Schutz der Böden
stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt
werden."
Podsole
entwickelten sich auf Standorten mit quarzreichen und nährstoffarmem
Ausgangsgesteinen (Sandsteine, Granite oder Flugsande),
bei mäßigen bis hohen Niederschlägen und
verhältnismäßig niedrigen Jahresmitteltemperaturen.
Begünstigt wurde der Prozess der Podsolierung durch
die in den letzten 1000 Jahren erfolgten Rodungen der Eichen-Birkenwälder
und die Wiederaufforstung mit Kiefern bzw. die Verbreitung
der Heidevegetation. In Deutschland sind Podsole von der
Küste bis ins humide Bergland verbreitet, in den Alpen
sogar bis oberhalb der Waldgrenze von 2200 Meter, am stärksten
in der Lüneburger Heide und in den Mittelgebirgen.
Auf Podsolen finden sich heute noch mittlerweile
selten gewordene Pflanzengesellschaften, welche an nährstoffarme
Verhältnisse angepasst sind. Der Begriff "Podsol"
entstammt dem Russischen, frei übersetzt bedeutet er
soviel wie "Ascheboden".
Abbildung: Ansicht eines Podsol-Bodens
Foto: Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie,
Hannover
Am Dienstag, 5. Dezember 2006, dem Weltbodentag,
hält Prof. Dr. Reinhold Jahn gleich zweimal
eine öffentliche Sondervorlesung zum Thema
"Der Podsol - Naturschönheit und Nutzbarkeit".
Um 8.15 Uhr findet die Vorlesung im Römerhörsaal,
Ludwig-Wucherer-Str. 2, 06108 Halle, statt, um 10.30
Uhr im Hörsaal 4 1.43 (Haus 4, 1. Etage, Raum 43),
Von Seckendorff-Platz 4, 06120 Halle.
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Reinhold Jahn
Tel.: 0345 55-22530
E-Mail: reinhold.jahn@landw.uni-halle.de
Nähere Informationen
und die Einladung zur Präsentation des "Bodens
des Jahres 2007" in Berlin
finden Sie auf der Internetseite der Deutschen Bodenkundlichen
Gesellschaft:
http://www.dbges.de
(Carsten Heckmann, 29. November 2006)