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WIRTSCHAFTSETHIK-STUDIE ZUR KORRUPTIONSPRÄVENTION
  10.11.2005
 
Spektakuläre Vorfälle bei so renommierten Unternehmen wie Volkswagen, BMW, Infineon, MTU oder der Commerzbank haben dem Problem der Korruption neue Aufmerksamkeit verschafft. Die Öffentlichkeit, aber auch die Politik und die Wirtschaft sind in einem hohen Maße sensibilisiert. Die Notwendigkeit einer wirksamen Korruptionsprävention wird nicht nur international, sondern auch in Deutschland als immer dringlicher empfunden.
In dieser Situation fällt der Wissenschaft die Aufgabe zu, den gesellschaftlichen Lernprozess zu begleiten und durch fundierte Stellungnahmen die Problemlösung zu fördern. Diese Herausforderung hat Prof. Dr. Ingo Pies mit seinem Team am Lehrstuhl für Wirtschaftsethik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg angenommen. Das Ergebnis dieser Forschungsarbeit liegt jetzt als Beitrag "Prävention von Wirtschaftskriminalität - Zur Theorie und Praxis der Korruptionsbekämpfung" in der Reihe der Wirtschaftsethik-Studien vor.
Diese Studie basiert sowohl auf einer Auswertung der internationalen wissenschaftlichen Literatur als auch auf Interviews mit Vertretern der Praxis. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse werden aus einer dezidiert wirtschaftsethischen Perspektive betrachtet. Dadurch können Wirkungskanäle und Ursachen von Korruption identifiziert werden. Die wirtschaftsethische Analyse liefert die Basis für die Bewertung der Instrumente der Korruptionsprävention und für die Ableitung von Handlungsempfehlungen.
Eine zentrale Aussage der Studie ist die Betonung des großen Potenzials der unternehmerischen Maßnahmen der Korruptionsprävention. Entgegen des ersten Augenscheins profitieren Unternehmen nicht von einem allgemeinen Zustand der Korruption. Vielmehr können alle Unternehmen von einem Zustand allgemeiner Korruptionsfreiheit profitieren. Allerdings kann Korruption oft nur im Verbund mit anderen Unternehmen überwunden werden. Durch geeignete freiwillige Selbstbindungen ist es den Unternehmen möglich, effizient gegen Korruption vorzugehen, ohne dadurch wirtschaftliche Nachteile in Kauf nehmen zu müssen. Die Notwendigkeit eines geeigneten institutionellen Ordnungsrahmens zur Unterstützung des unternehmerischen Engagements ist eine weitere wichtige Feststellung der Arbeit. Die Rahmenbedingungen müssen so gestaltet sein, dass das Eigeninteresse der Unternehmen für das Gemeinwohl - die Prävention von Korruption - fruchtbar gemacht werden kann.
Die Wirtschaftsethik-Studie richtet sich an Wissenschaftler und Praktiker, die an einem Überblick zum aktuellen Stand der Diskussion sowie an einem Einblick in die Argumentationsstrategie der Wirtschaftsethik und an den daraus folgenden Empfehlungen für die Prävention von Korruption interessiert sind. Die Studie steht allen Interessenten hier zum Download bereit. Auch der Bezug über den Buchhandel ist möglich (ISBN: 1614-970-X).

Wirtschaftsethik-Studie Nr. 2-2005
Ingo Pies, Peter Sass, Henry Meyer zu Schwabedissen:
Prävention von Wirtschaftskriminalität
Zur Theorie und Praxis der Korruptionsbekämpfung

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Ingo Pies, Wirtschaftsethik
Tel.: 0345 55-23420
E-Mail: pies@wiwi.uni-halle.de

(Roland Frank, 10.11.2005)

 
  Ute Olbertz, 10.11.2005
 
     
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