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14 000 BESUCHER BEI DER ABENDTOUR DABEI
6. Lange Nacht der Wissenschaften am 6. Juli 2007 wurde zum Erfolg
 
ERÖFFNUNG. Wegen des stürmisch-feuchten Wetters fand die Eröffnung nicht wie vorgesehen auf dem Uniplatz, sondern etwas verspätet in der Aula statt. "Schirmfrau" der diesjährigen "Langen Nacht" ("Schirmherrin" zu sagen, ist out) war die Sozialministerin des Landes Sachsen-Anhalt, Gerlinde Kuppe. Besonders gern habe sie diesem Wunsch entsprochen, betonte sie, weil ein Schwerpunkt diesmal Angebote für Kinder und Jugendliche waren. Gemeinsam mit dem Rektor der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Wulf Diepenbrock, wünschte sie allen 85 beteiligten Einrichtungen einen interessanten und erfolgreichen Verlauf der Nacht und besonders den Jüngeren und Jüngsten unter den Gästen viel Spaß beim Erkunden der verschiedenen Wissenschaften, beim selber forschen und experimentieren, zum Beispiel auf dem Weinbergcampus beim "Kinder-Labor- Parcours" …

SHOW-DEBATTE
Zum dritten Mal war die Aula zu klein für diesen amüsanten "Eiertanz der Eloquenzen" - und die vom Auditorium per Applausometer ausgewählte Frage, die es zu entscheiden galt, versprach von Anfang an ein spannendes Duell. Weder die in Aussicht gestellte Abschaffung zoologischer Gärten noch die eventuelle Einführung eines Familienwahlrechts, sondern die Frage, ob Halle an der Saale Bundeshauptstadt werden soll, galt es vehement zu diskutieren. Das überraschende Ergebnis: Halle bleibt Provinz – und das mit selbstbewusstem Stolz! Damit hatte in Gestalt der Prominentenriege (Tom Wolter, Wulf Diepenbrock und Gerry Kley) die Opposition gesiegt; das klartext-Team mit Friedrich Schlimbach, Torsten Rössing und Marcus Ewald musste sich geschlagen geben. Als Zünglein an der Waage sprach, nach Marius Thye (für die Pro-Berliner) und Felix Till (für die Pro-Hallenser), der dritte "freie Redner", Tom Knoth – der seine anfängliche Präferenz zugunsten des Umzugs der Bundeshauptstadt von der Spree an die Saale aufgab und sich den überzeugenderen Argumente für die Vorteile des Provinzstadtstatus für Halle nicht länger verschloss.

DAS THEMA RAUCHEN IM AUDIMAX
Es geht um "Europa und den blauen Dunst", simuliert wird eine Verhandlung vor dem Europäischen Gerichtshof. Das Auditorium Maximum ist gut gefüllt, die Richterbank prominent besetzt: Prof. Dr. Angela Kolb, Ministerin für Justiz des Landes Sachsen-Anhalt, hat den Vorsitz, neben ihr haben sich Prof. Dr. Ulrich Widmaier, Richter am Bundesverwaltungsgericht, und Prof. Dr. Christian Tietje, Professur für Öffentliches Recht, Europarecht und Internationales Wirtschaftsrecht, in schwarzen Roben niedergelassen. Das Verfahren ist fiktiv, aber die Studierenden, die auf der einen Seite die EU, auf der anderen die Bundesrepublik Deutschland vertreten, legen sich mächtig ins Zeug. Die BRD klagt gegen ein europaweites Rauchverbot in Räumlichkeiten. "Das geht zu weit", erklären die Kläger – wenn auch in juristisch wesentlich ausgefeilterer Form. "Aber die EU-Richtlinie lässt doch Spielraum: Schließlich wäre ein zusätzliches Rauchverbot auf der Leipziger Straße denkbar", kontert Christian Tietje – und hat die Lacher auf seiner Seite. Allerdings wird schnell deutlich: Einfach sind solche Verfahren nicht. Einige Zuhörer ziehen sich zurück. Manche sieht man draußen genüsslich eine Zigarette rauchen.

EMPFANG DES REKTORS
In der Burse zur Tulpe (Universitätsring5) lud der Rektor um 21 Uhr prominente Gäste aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft zum Empfang, unter ihnen Sachsen-Anhalts Landtagspräsident Dieter Steinicke, die Ministerin für Gesundheit und Soziales Dr. Gerlinde Kuppe, Kultusminister Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz, der Landtagsvizepräsident Dr. Rüdiger Fikentscher, der Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Dr. Christoph Bergner, die Landtagsabgeordneten (Sachsen-Anhalt) Gerry Kley und Hendrik Lange, der Geschäftsführer der TGZ Halle GmbH, Prof. Dr. Wolfgang Lukas und der Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle, Prof. Dr. Ulrich Blum. Anschließend gab es für die Gäste einen gemeinsamen nächtlichen Rundgang über den gut besuchten Universitätsplatz, bei dem sie an verschiedenen Ständen verweilten und auch den Universitätswein probieren konnten.

SPRECHBÜHNE
Zugegeben, der Kleine Saal in der Marktstraße ist nicht so groß wie die Aula, aber überfüllt war er allemal, als sich in origineller Weise das Institut für Sprechwissenschaft und Phonetik präsentierte. Zunächst führte Ursula Hirschfeld, ihres Zeichens Direktorin, in das Fachgebiet ein, das 4 Studentinnen lebendig illustrierten, indem sie die Hauptstudiengebiete – Rhetorik, Phonetik, Stimm- und Sprachheilkunde sowie Sprechkunst – anschaulich vor Augen führten. Wie das Ganze, wenn man's kann, in praxi wirkt, zeigte die "Sprechbühne" unter der Leitung von Martina Haase mit Ausschnitten aus der jüngsten Inszenierung, einer vergnüglichen Hommage an den alten Christian unter dem Motto "Guten Morgen, Stern". Die nämliche bot nicht nur was fürs Ohr, sondern ebenso für Herz und Verstand - und fürs Auge auch. Am Dienstag, 30. Oktober 2007, ist übrigens im "nt" die nächste Vorstellung geplant – schon mal vormerken!

FOSSILIEN UND GESTEIN
Unter dem Motto "Fossile Krokodile – Klimaindikatoren und Paläothermometer" gab es ab 19 Uhr stündlich Führungen durch das Geiseltalmuseum der Martin-Luther-Universität, das in der Neuen Residenz am Domplatz seinen Sitz hat. Kustos Dr. Meinolf Hellmund erläuterte den zahlreichen interessierten Besuchern die Schausammlung, die Einblicke in die eozäne Lebewelt des Geiseltals bietet. Zu sehen gab es außer Wirbeltierfossilien und wirbellosen Tieren und Pflanzen auch das berühmte "Urpferd" (Propalaeotherium isselanum): Funde, die bei den Grabungen im Geiseltal (von der Mitte der 1920er Jahre bis 1993) zutage kamen und die an die fortschreitende Braunkohleförderung gebunden waren.

Familienkonzert "Es klinget so herrlich ..."
Mozartprogramm für Kinder im Konzertsaal des Händelhauses

Einen bildhaften und lebendigen Einblick in Mozarts Leben und Zeit bot Prof. Gerhard Erber mit Sopranistin Reglint Bühler und Violinist Wolfgang Winkler.
"Komm lieber Mai und mache ..." wurde gemeinsam mit dem Publikum gesungen, anwesenden Kindern wurde schnell das Menuett beigebracht, ein Kanon durfte auch nicht fehlen - und natürlich wurde die Oper "Die Zauberflöte" kurz und knackig erklärt und gesungen. Zahlreiche Anwesende und Kinder waren von den heiteren Darbietungen begeistert. Wer Interesse an Kinder- oder Familienkonzerten im Händelhaus hat, melde sich bitte bei Gudrun Müske, Tel.: 0345 50090216.

EINBLICKE IN DIE PFLANZEN- UND TIERWELT
Im Biologicum (Weinbergweg 10) empfingen überaus freundliche und wissende MitarbeiterInnen neugierige Besucher mit 3-D-Brillen, denn damit konnte man Chlorophyll aus ungewohntem Blickwinkel betrachten. Warum reifen Tomaten neben Äpfeln viel schneller? Wie sieht Pflanzen-DNA aus? Wie riecht Chlorophyll eigentlich? Auch solche Fragen wurden bei den kleinen Experimenten zur Pflanzenphysiologie beantwortet. Experimente mit Rotkohl-Sud, Drosophila unter Mikroskopen, von UV-Licht beschienene transgene Pflanzen, spannende Vorträge und Führungen im Gewächshaus schenkten den Besuchern weitere erfrischende Einblicke in die Pflanzen- und Tierwelt.

ANDRANG IM UNIVERSITÄTSKLINIKUM
Reger Andrang herrschte am vergangenen Freitag während der Langen Nacht der Wissenschaft in den verschiedenen Einrichtungen des Universitätsklinikums Halle und der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Deutlich mehr Besucher als im vergangenen Jahr kamen beispielsweise zum Standort Kröllwitz des Universitätsklinikums. Gleich eine doppelte "Belastung" hatten die Mitarbeiter des Kreißsaals. Während auf der einen Seite nahezu pausenlos die Führungen für Besucher rege wahrgenommen wurden, kamen in anderen Räumen des Kreißsaals zwei Kinder zur Welt.

DAS BIOLOGISCHE ALTER
Stimmen mein biologisches Alter mit dem in meinem Ausweis überein? Diese spannende Frage versuchte Dr. Andreas Simm (Universitätsklinik und Poliklinik für Herz- und Thoraxchirurgie) zu beantworten. Der Strom der Interessierten und Testwilligen riss am gesamten Abend nicht ab. Neugierig waren die Besucher unter anderem auch auf die Präsentation verschiedener Behandlungs-, Untersuchungs- und Testmethoden. Oft entwickelten sich rege Gespräche mit den Ärzten und Wissenschaftlern. Im Institut für Medizinische Immunologie ließen sich viele Besucher als potentielle Knochenmarkspender registrieren

VIELE NARKOSEN FÜR "STAN"
"Sie haben das Gas nicht aufgedreht – ist das Absicht?" Dr. Oliver Meyer ist nicht ganz zufrieden mit seinem Nachwuchsärzteteam. Aber Panik ist dennoch nicht angesagt, "Stan" geht es gut. So nennt das Team des Simulationszentrums der Universitätsklinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin ihren Simulationspatienten. Der besteht aus Kunststoff, zeigt aber viele menschliche Züge - und will sogar operiert werden. "Sehr beeindruckend", findet Maik Hoppe, der das Narkosegas vergessen hatte. Das ist schnell nachgeholt, "Stan" schließt die Augen, schläft ein. Wie noch häufiger an diesem Abend, denn der Zulauf ist groß in der Magdeburger Straße. "Diese Puppe ist uns eine große Hilfe bei der Ausbildung der Studierenden. Mit ihr kann man fast die ganze Palette der Notfallmedizin simulieren", erläutert Oliver Meyer – und wendet sich dem nächsten Laien zu, der sein Glück bei "Stan" versucht.

"ZERO7" fährt nicht, begeistert aber trotzdem
Eigentlich sollte "ZERO7" auf Testfahrt gehen, aber Kopfsteinpflasterstraßen sind nicht gut für das Experimentalfahrzeug der Hochschule Merseburg und der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle. "Wir bräuchten eine Rennstrecke", konstatiert Albrecht Wollenberg vom Projektteam. Auf einer solchen startete "ZERO7" in Südfrankreich beim "Shell Eco Marathon". "Das Ziel dabei ist, ein Fahrzeug zu konstruieren, dass möglichst schnell 25 Kilometer mit nur einem Liter Benzin zurücklegen kann", erklärt Wollenberg. "Leider hat unser Motor das in diesem Jahr nicht mitgemacht, sodass wir ausgeschieden sind. Aber wir nehmen 2008 einen neuen Anlauf." Der kleine Motor liegt währenddessen auseinandergebaut neben ihm und zieht interessierte Blicke von Ingenieurkunst-interessierten Besuchern auf sich. Und das Fahrzeug selbst, im wesentlichen gefertigt aus Rohseide, wird auf dem Universitätsplatz zum begehrten Foto-Objekt.

VON MATHEMATIK VERZAUBERT
Wenn Prof. Dr. Wilfried Herget erklärt, warum 64 gleich 65 ist, reagieren die Besucher erstaunt. Aber man lässt sich natürlich gern verzaubern von einem Professor in grünlich-silbern schimmernder Robe. Der Mathe-Zauber in der "Cafeteria Ein Stein" am Von-Seckendorf-Platz macht vor allem Kindern Riesenspaß, sogar zur vorgerückter Stunde. Erst recht, wenn des Zauberers Assistentin Prof. Dr. Karin Richter zum Mitmachen einlädt. In geometrischen Formen liegende Streichhölzer sollen verschoben werden, sodass beispielsweise immer mehr Dreiecke entstehen – obwohl nur zwei Hölzchen an andere Stellen gelegt werden dürfen. Hier stechen pfiffige Kinder ihre Eltern in Nullkommanichts aus. Anschließend dürfen sich die kleinen Denksportler über viel Applaus freuen. An ihren Gesichtern ist das hiesige Motto des Abends abzulesen: "Mathematik macht Spaß".

(Autoren: Carsten Heckmann, Jens Müller, Ute Olbertz, Dr. Margarete Wein, Dmitrij Wilms, 9.07.2007)

(FOTOAUTOREN dieser Seite: Norbert Kaltwaßer, Maike Glöckner, Dmitrij Wilms)

UMFRAGE (Hier veröffentlichen wir eine Umfrage, die während der Langen Nacht entstand)

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  Ute Olbertz, 09.07.2007
 
     
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