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LEIBNIZ-PREISE 2007 AN ZWEI DIREKTOREN HALLESCHER INSTITUTE
  7.12.2006
 

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG verleiht zwei ihrer renommierten Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preise im Jahr 2007 an Direktoren hallescher Forschungsinstitute. Damit erhalten Prof. Patrick Bruno, geschäftsführender Direktor des Max-Planck-Instituts für Mikrostrukturphysik (MPI) in Halle und Honorarprofessor an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, und Prof. Peter Gumbsch, geschäftsführender Leiter des Fraunhofer-Instituts für Werkstoffmechanik IWM in Halle und Freiburg (Breisgau), den höchstdotierten Förderpreis, den die DFG alljährlich zu vergeben hat. Er ist mit einem Preisgeld von bis zu 2,5 Millionen Euro verbunden.

Mit Prof. Patrick Bruno zeichnet die DFG einen Wissenschaftler im Bereich der Physik aus, der bereits in sehr jungen Jahren bahnbrechende Forschungsarbeiten vorgelegt hat. Er gilt als einer der talentiertesten, kreativsten und erfolgreichsten theoretischen Physiker der jüngeren Generation.

Als er am 1. April 1998 seine Stelle am Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik in Halle antrat, glaubte sein heutiger Kollege, Prof. Ulrich Gösele, zunächst an einen Aprilscherz. "Da es nicht so einfach ist, einen international hervorragenden Wissenschaftler von Paris nach Halle zu locken, hätte es mich nicht gewundert, wenn er an seiner bisherigen Wirkungsstätte geblieben wäre", so Gösele, einer von drei Direktoren des MPI in Halle. Seine Befürchtung traf damals indes nicht ein, denn Patrick Bruno trat die Stelle an und wurde mit nur 33 Jahren der damals jüngste Direktor innerhalb der Max-Planck-Gesellschaft.

Die Verleihung des Leibniz-Preises an Patrick Bruno zeigt, wie groß die Strahlkraft der Forschungseinrichtungen auf dem halleschen Weinberg-Campus inzwischen geworden ist und wie positiv sich die Region entwickelt hat.

Bereits im Jahr 1989 erhielt der 1964 in Paris geborene Patrick Bruno ein Stipendium der renommierten Alexander- von-Humboldt-Stiftung, das ihn an die Universität Regensburg führte. Ein Jahr nachdem er an das MPI nach Halle kam, wurde er außerdem zum Honorarprofessor für theoretische Physik an die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg berufen.

Den Leibniz-Preis erhält Patrick Bruno für seine Arbeiten zur Theorie des Magnetismus von Festkörpern. Dieser Bereich gehört noch immer zu den schwierigsten Gebieten der Festkörperphysik. Sein Arbeitsgebiet umfasst unter anderem die Untersuchung magnetischer Nanostrukturen. Diese sind wichtig für potentielle Anwendungen in der Informationstechnologie und der Datenspeicherung, so etwa für Computer-Festplatten.

Im Bereich der Theorie des Magnetismus von Nanostrukturen hat Patrick Bruno wegweisende Arbeiten veröffentlicht, die in der Fachliteratur viele tausend Male zitiert worden sind. Darüber hinaus sind einige seiner Forschungsergebnisse mittlerweile in moderne Lehrbücher der Festkörperphysik aufgenommen worden.

Das Preisgeld der DFG kann Prof. Bruno für seine weiteren Forschungsarbeiten nutzen. Dies könnte z. B. der Aufbau einer Nachwuchsforschergruppe sein.

Der zweite Preisträger, Prof. Peter Gumbsch, erhält die Ehrung der DFG für seine herausragenden Forschungsleistungen im Bereich der Verformungs- und Bruchprozesse von Werkstoffen. Der 44-Jährige leitet das Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM in Freiburg und Halle. Außerdem hat er einen Lehrstuhl an der Uni Karlsruhe inne. Dort baute er im Jahr 2001 auch das neue Uni-Institut für die Zuverlässigkeit von Bauteilen und Systemen auf. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Grenzgebiet von Physik und Ingenieurwissenschaften. "Zum heutigen Verständnis der Verformung und des Bruchs von Werkstoffen hat Peter Gumbsch elementare Beiträge geleistet", lobt IWM-Mitarbeiter Prof. Hermann Riedel die Arbeit seines Kollegen.

"Der Preis ist eine sehr große Ehre und natürlich eine ideale Basis, weiter in ergebnisoffene Grundlagenforschung zu investieren", freute sich Peter Gumbsch, als er erfuhr, dass die Jury der DFG unter anderen für ihn als Preisträger entschieden hatte.

Ideen für die Verwendung des Preisgeldes hat der Wissenschaftler viele. Sein Forschungsinteresse konzentriert sich nun, wie er sagt, "auf das Niemandsland der Plastizitäts- und Bruchforschung. Die Entstehungsprozesse von Rissen und Versetzungen sind bislang nur ungenügend beschrieben", sagt er, "hierfür müssen Modelle entwickelt werden".

Dass nun gleich zwei Forscher, deren Aktivitäten eng mit dem halleschen Weinberg-Campus verbunden sind, mit dem Leibniz-Preis ausgezeichnet werden, freut Prof. Gösele ganz besonders: "Seine Verleihung an je einen Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts und des Fraunhofer-Instituts sind auch ein Beleg für die gute Zusammenarbeit beider Einrichtungen".

(Gemeinsame Presseinformation des Max-Planck-Instituts für Mikrostrukturphysik, der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und des Fraunhofer-Instituts für Werkstoffmechanik IWM, 7. Dezember 2006)

Pressekontakt:
Max- Planck-Institut für Mikrostrukturphysik
Detlef Hoehl
hoehl@mpi-halle.de

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Carsten Heckmann
carsten.heckmann@verwaltung.uni-halle.de

Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM
Claudia Kästner
claudia.kaestner@iwmh.fraunhofer.de

Pressemitteilung als PDF:
www.iwm.fraunhofer.de/leibnizpreis

 
  Ute Olbertz, 7.12.2006
 
     
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