Anlässlich des 75. Geburtstages von Kammersänger
Professor em. Johannes Künzel lädt das Institut
für Musik der Martin-Luther-Universität am Freitag,
15. Dezember 2006, um 18.00 Uhr zu einem festlichen Konzert
in den Konzertsaal im Händelhaus Karree, Kleine Marktstraße
7 ein. Auf dem Programm stehen vokale und pianistische Beiträge,
darunter Werke von J. S. Bach, W. A. Mozart, G. F. Händel,
R. Schumann und C. Loewe u. a., die von Dozenten und Studierenden
des Musikinstituts dargeboten werden.
Als Institutsdirektor und erster Vorsitzender des Fördervereins
pro musica e. V. hat Johannes Künzel insbesondere in
den neunziger Jahren den Entwicklungen am damaligen Institut
für Musikpädagogik wegweisende Impulse verliehen
und mit großem Engagement dessen musikalisch-künstlerische
wie auch pädagogische Profilierung befördert.
Im
Zuge der demokratischen Erneuerung der Universität
Halle war Johannes Künzel im März 1991 zum Institutsdirektor
des Instituts für Musikpädagogik am damaligen
Fach-
bereich Kunst- und Altertumswissenschaften gewählt
worden. In dieser Funktion stand er dem Institut mit seinen
beiden Abteilungen Künstlerische Praxis und Musikdidaktik
bis Oktober 1995 vor. Unter seiner Leitung wurden wesentliche
und zukunftsweisende konzeptionelle Arbeiten für die
Profilierung der verschiedenen musikpädagogischen Lehramtsstudiengänge
wie auch für die künstlerischen Diplomstudiengänge
Klavier und Gesang geleistet. Die Einrichtung der künstlerischen
und pädagogischen Professorenstellen beförderte
die Akzeptanz der halleschen Ausbildung landes- und auch
bundesweit. Mit Beginn des Wintersemesters 1995/96 übergab
Johannes Künzel das Amt des Geschäftsführenden
Direktors an Georg Maas, Professor für Musikdidaktik
und Musikpädagogik (Foto: Oktober 1995, B. Klett,
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Medienzentrum).
Ein Jahr nach seiner Emeritierung, im Jahr 1997, wurde
Johannes Künzel der Vereinsvorsitz des neu gegründeten
Fördervereins pro musica e. V. angetragen, den er bis
1999 innehatte.
In Anerkennung seines verdienstvollen Wirkens für die
Ziele des Vereins, der Förderung der musikpädagogischen
Ausbildung an der Universität in Lehre, Forschung und
künstlerischer Arbeit, wurde ihm in der Folge die Ehrenmitgliedschaft
verliehen. Von Anbeginn ging es ihm um die Unterstützung
der künstlerischen Ensembles des Instituts wie auch
von Workshops, Meisterklassen und künstlerischen Wettbewerben,
ebenso von speziellen Forschungsvorhaben und Vortragsreihen.
Unter dem Vorsitz Johannes Künzels entwickelten sich
Musikinstitut und Förderverein zu wichtigen Kulturträgern
an der Universität, in der Stadt Halle und in der Region.
Im mitteldeutschen Musikleben und über dessen Grenzen
hinaus ist Johannes Künzel als bedeutender Bass-Bariton
aus unvergesslichen Oratorien-Aufführungen und Liederabenden
bekannt. Ebenso geschätzt wird er von Schülern
und Kollegen als hervorragender und erfahrener Gesangspädagoge.
Johannes
Künzel galt über Jahrzehnte hinweg als herausragender
Interpret des Oratorien- und Liedrepertoires. Er sang die
großen Bass-Partien in Kantaten und Oratorien Johann
Sebastian Bachs, Georg Friedrich Händels, Georg Philipp
Telemanns und Felix Mendelssohn Bartholdys. Unvergessen
sind seine Interpretationen der Liederzyklen Franz Schuberts
und Robert Schumanns, der Balladen Carl Loewes sowie des
zeitgenössischen Liedgutes. Von seiner Frau, Dr. Bärbel
Künzel, am Flügel begleitet, beeindruckten seine
Lieder- und Balladenabende ein breites Publikum. Musikkritiker
hoben wiederholt die starke musikalische Ausstrahlung des
Händel-
preisträgers der Stadt Halle hervor und attestierten
ihm Stimmschönheit, durchdachte Wort-Ton-Behandlung,
großes Differenzierungsvermögen und Empfindungstiefe,
ebenso subtilen Sinn für Humor und komödiantisches
Talent (Foto: privat).
Seit mehr als 40 Jahren widmet sich Johannes Künzel
der gesangspädagogischen Arbeit. Seine Lehrtätigkeit
an der Universität Halle begann im Jahr 1964. Gleichzeitig
unterrichtete er an der damaligen Evangelischen Kirchenmusikschule
Halle und an der Hochschule für Musik "Franz Liszt"
in Weimar. Zu Beginn der neunziger Jahre wurde er zum Dozenten
berufen und in der Folge, im April 1994, nur zwei Jahre
vor seiner Emeritierung, zum Professor für Künstlerischen
Sologesang. Dadurch wurde Johannes Künzel als Künstler
und Gesangspädagogen wie auch der durch ihn vertretenen
Fachrichtung Musikpädagogik an der halleschen Universität
eine außerordentliche Würdigung und bahnbrechende
Reputation zuteil.

(Mitteldeutsche Zeitung; Foto: Carsten Koall)
Ihm seien an dieser Stelle ganz herzliche Glück- und
Segenswünsche übermittelt, verbunden mit einem
besonderen Dank für seine langjährige und erfolgreiche
administrative Wirksamkeit im Dienste des Instituts für
Musikpädagogik am damaligen Fachbereich Musik-, Sport-,
Sprechwissenschaft!
Zur Festveranstaltung sind alle Kollegen und Studierenden
des Musikinstituts, Schüler, Freunde und Weggefährten
eingeladen, um Johannes Künzel in gebührender
Weise zu ehren!
Ansprechpartnerin:
D. Christine Klein
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Institut für Musik
Telefon: 0345 55-24502
E-Mail: Christine.Klein@musikpaed.uni-halle.de
(Dr. Christine Klein, 24. November 2006)