Das Institut für Polymerwerkstoffe e. V. (IPW), erstes
An-Institut in Sachsen-Anhalt an der Martin-Luther-Universität
(auf dem Campus Merseburg), besteht nunmehr seit 15 Jahren.
15 Jahre nach der Gründung gilt das Institut für Polymerwerkstoffe
e. V. als internationales Kompetenzzentrum für Polymerforschung
und Kunststoffverarbeitung. Die Forschungstätigkeit des Instituts
dient dazu, Kunststoffe mit verbesserten Eigenschaften für
Anwendungen im Haushalt, Technik, Automobilbau und in der
Medizin herzustellen, so zum Beispiel Implantate und Katheter
für medizinische Anwendungen. Seit seiner Gründung dient das
IPW als Brücke zwischen Wissenschaft und Industrie und widmet
sich neben dem Wissenstransfer in die Wirtschaft auch der
Organisation und Durchführung von Weiterbildungsveranstaltungen,
Symposien und Tagungen. In der Anwendung neuester mikroskopischer
und elektronenmikroskopischer Verfahren zur Aufklärung der
Struktur-Eigenschafts-Beziehungen von nanostrukturierten Biomaterialien
nimmt das IPW weltweit eine Spitzenposition ein.
„Eine unsere wichtigsten Funktionen besteht von Beginn an
im Wissenstransfer: Wir helfen kleineren und mittelständischen
Unternehmen der Region, die nicht über entsprechende Kapazitäten
verfügen, ihre Innovationsfähigkeit zu verbessern“, so Professor
Dr. Goerg Michler vom Institut für Polymerwerkstoffe (IPW).
Zu den Aufgaben des Instituts zählen dabei u. a . Kunststoffprüfungen
und Schadensfallanalysen. Technologie- und Know-How-Transfer
gehören ebenso zum Angebot wie diverse Dienstleistungen und
Beratungen. Im Lauf der Jahre entwickelten sich eine Reihe
von Kooperationsvereinbarungen mit Unternehmen aus dem Raum
Halle-Merseburg, u. a. mit der Leunaspan GmbH aus Leuna, für
die z. B. eine kostenlose Materialforschung für ein Jahr geleistet
wurde.

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Das IPW ist eng mit den jetzigen Bereichen Chemie, Physik
und Materialwissenschaften an der Martin-Luther-Universität,
dem Fraunhofer-Institut in Halle, dem Fraunhofer-Pilotanlagenzentrum
Schkopau und dem Max-Planck-Institut in Halle verbunden.
Das Institut hat mehrere größere Forschungsprojekte zur
anwendungsorientierten Forschung auf Landes- und Bundesebene
initiiert, DFG-Transferprojekte organisiert und das erste
vom BMBF geförderte Demonstrationszentrum der neuen Bundesländer
geleitet. Das Institut, das von einem Vorstand geleitet
wird, gliedert sich in vier Abteilungen und ein Demonstrationszentrum.
Ein Unterpfand des Erfolgs der neun Mitarbeiter und weiterer
14 Mitarbeiter in der aus dem IPW hervorgegangenen Polymer
Service GmbH Merseburg, die zuvor in den polymerwissenschaftlichen
Gruppen des ehemaligen Fachbereichs Ingenieurwissenschaften
sowie den Fachbreichen Chemie und Physik der halleschen
Universität tätig waren, sind reichhaltige werkstoffwissenschaftliche
Erfahrungen.
Der Institutschef belegt die Erfolgsgeschichte des IPW mit
Fakten: „1999 gründeten wir das Demonstrationszentrum ,Kreislauffähigkeit
von Werkstoffen’, als einziges in den neuen Bundesländern.
Im Jahr 2000 waren wir Geburtshelfer bei der Gründung der
Polymer Service GmbH Merseburg, die der zügigeren Unterstützung
bei der Umsetzung von Ergebnissen der Grundlagenforschung
in industrielle Nutzung dient.“ 2003 wurde das IPW mit dem
Innovationspreis des Landkreises Merseburg-Querfurt für
die „Plattform zur Verbesserung der Kreislauffähigkeit von
Werkstoffen in Mitteldeutschland“ ausgezeichnet. Ein weiterer
Schwerpunkt ist die internationale Zusammenarbeit. Mit Prof.
F. J. Balta Calleja, Direktor des spanischen Instituts „de
Estructura de la Materia“, verbindet Prof. Michler eine
lange Freundschaft. Er lässt es sich nicht nehmen, an der
Festveranstaltung zum 15. Jahrestag am 11. Juni 2007 teilzunehmen.
Ein Beispiel für die Forschungstätigkeit des IPW ist die
interdisziplinäre Arbeitsgruppe „Biologische Nanowerkstoffe“,
die mit Hilfe eines Transmissions-Elektronenmikroskops der
Struktur der Knochen auf der Spur ist. „Aus der Erkenntnis,
dass die Funktionalität vieler Biomaterialen in sehr hohem
Maße von Strukturen im Mikro- und Nanometerbereich bestimmt
wird, begannen wir die Geheimnisse der menschlichen Knochen
zu erkunden“, berichtet Dr. Sven Henning, der in dem Team
um Prof. Michler gemeinsam mit Physikern, Chemikern und
Orthopäden arbeitet. Leicht, elastisch, fest und zäh
mit seinen Eigenschaften kann der Knochen als Vorbild für
ganz neue synthetische Materialien dienen, die alle bisherigen
in ihrer Belastbarkeit weit übertreffen. In Merseburg testeten
die Wissenschaftler den Bio-Werkstoff wie sonst einen Kunststoff.
Knochen wurden im 60-Nanometerbereich geschnitten
„das ist so, als ob sie ein Haar in 1000 Teile schneiden
würden“, macht Dr. Henning die Dimension deutlich. Insbesondere
das Zusammenwirken verschiedener Komponenten der Knochen
beschäftigt die Wissenschaftler. „Wir gehen den Konstruktionsprinzipien
aus der Natur auf den Grund und lernen daraus“, betont der
Physiker.
Am Montag, 11. Juni 2007, fand die Festveranstaltung
zum 15-jährigen Bestehen des IPW auf dem Campus Merseburg
statt.
Nähere Informationen finden Sie im Internet unter:
http://www.ipw.uni-halle.de
Ansprechpartner:
Wolfgang Schurz
Tel.: 03461 46 3744
Prof. Dr. Goerg H. Michler (Vorsitzender des IPW)
Tel.: 03461 46 2745 oder 2740
E-Mail: ipw@ipw-merseburg.de
Anke Michler (Pressekontakt)
Tel.: 0172 804 28 65
E-Mail: anke.michler@berlin.de