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Kongress "Wie wir (gewesen) sein sollen"
5. bis 7. November 2004 an der Stiftung LEUCOREA in Wittenberg
  1.11.2004
 
"Wie wir (gewesen) sein sollen: zur Politischen Psychologie von Identitäts- und Erinnerungsbrüchen in Deutschland" - unter diesem Thema findet der 23. Workshop-Kongress Politische Psychologie vom 5. bis 7. November 2004 an der Stiftung LEUCOREA in Wittenberg statt. Veranstaltet wird er von der Sektion Politische Psychologie (PP) im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP), der Walter-Jacobsen-Gesellschaft e. V. für Politische Bildung und Politische Psychologie (WJG) und der Redaktion der Zeitschrift für Politische Psychologie (ZfPP) in Zusammenarbeit mit dem Institut für Hochschulforschung und der Stiftung LEUCOREA an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
Begrüßungsworte zur Eröffnung (5. November 2004, 14 Uhr) sprechen Prof. Dr. Dr. Gunnar Berg (Stiftung Leucorea), Prof. Dr. Reinhard Kreckel (HoF Wittenberg) und der Vorsitzende der Sektion PP (BDP) Thomas Kliche (Hamburg).

Die Menschen haben das 20. Jahrhundert verlassen, aber das 20. Jahrhundert nicht die Menschen. Forderungen nach Schlussstrich und Abstand stehen neben Wünschen nach einem ‚neuen' Geschichtsgefühl, das als Erinnerungskultur von wichtigen gesellschaftlichen Akteuren betrieben wird: Da wünscht sich der Kanzler eine Geschichte, zu der man gerne hingeht; da liegen unter dem Weihnachtsbaum Bücher über Bombennächte, Widerstandskämpfer und Zonenkinder. Die Rede von den "doppelten" deutschen Diktaturen und die damit verbundene Gleichsetzung hat sich eingebürgert; waren die Regimes "gleichermaßen verbrecherisch", oder ist bereits der Vergleich schon Lüge? Die Frauenkirche wird neu errichtet, die Wehrmachtsausstellung ist ein Museumsstück. Im Kino treten deutsche Protagonisten auf: eine Fußballmannschaft von 1954, Terroristen aus den siebziger Jahren, mal tröstlich fern, mal beglückend sinnlich gegenwärtig.
Die Wunden der Vereinigung schwären weiter; das Denken in Wirtschafts-Zonen fügt sich in die sozioökonomischen Bewegungen von Ausgrenzung und Abwertung aller Erfolglosen; zugleich sollen die Ostdeutschen als Vorbild für Stehaufmännchen herhalten, die weiterwerkeln, was immer ihnen auch zugemutet wird. Das gesellschaftliche Gedenken kann indessen bei aller medial-politischen Lenkung und Verpackungskunst die massenhaften Verbrechen, die Vernichtung so vieler Existenzen in Diktaturen, Kriegen und Wenden nicht ungeschehen machen. Die Traumata kehren intergenerational wieder. Die Politische Psychologie sucht in diesem Feld mühsamer Erinnerungsarbeit, neuer Tabuisierung und eingeölter Abwehrmechanismen die Zusammenhänge und Muster.
Der 23. Workshop-Kongress Politische Psychologie nimmt gegenwärtige und historische Diskurse über Identitäts- und Erinnerungsbrüche, Geschichtspolitiken, Gedächtniskulturen und psychosoziale Identitäten neu in den Blick. Angestrebt ist offene, neugierige, intensive, interdisziplinäre Diskussion.
Am ersten Kongresstag wird abends in der Stiftung LEUCOREA eine Ausstellung zum Werk Hans Winklers eröffnet, die für zwei Monate hier zu sehen ist.

Programm und Anmeldung unter:
Sektion Politische Psychologie (PP)
http://www.bdp-politische.de/aktuell/pp_23_wittenberg.html

Bei Rückfragen:
Jens Hüttmann, Susanne Gesell
E-Mail: huettmann@hof.uni-halle.de
Institut für Hochschulforschung - HoF Wittenberg,
Collegienstr. 62, 06886 Wittenberg
Tel.: 03491 466-142, 0160 1470236, 03491 466-255
http://www.hof.uni-halle.de

 
  Ute Olbertz, 1.11.2004
 
     
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