homesucheuebersicht
   


zur Universität
zur Verwaltung

mitarbeiter
aktuellemeldungen
experten
tagungen
unizeitung
journal
pressespiegel
zeitungen
veranman
infodienst
idwpresse
hinweise
 
  Aktuelle Meldungen und Pressemitteilungen
 
 
SCHULE UND WIRTSCHAFT AUF DEM UNIVERSITÄTSCAMPUS
Universität, Lehrer und Personalverantwortliche im Gespräch über das neue Studiensystem
 
Schule, Universität und Wirtschaft finden selten zur gleichen Zeit zueinander. Die Einführung des neuen Bachelor-Master-Studiensystems sollte auf dem Hochschulinformationstag (HIT) Anlass für die seltene Zusammenkunft sein.

Viele Gymnasien aus Halle stellen jedes Jahr die Schüler ihrer Oberstufen für den Besuch des Hochschulinformationstages (HIT) frei. Dabei zieht der HIT nicht nur Schüler aus Halle, sondern aus der gesamten Region an. Beispielsweise kommt das Martin-Luther-Gymnasium aus Eisleben schon seit Jahren mit seinen elften Klassen zum HIT. "Wir erhoffen uns davon Orientierungshilfen für die Studienfachwahl unserer studierwilligen Schüler", erzählt Antje Ehnert, Lehrerin am Martin-Luther-Gymnasium.

Während sich Antje Ehnerts Gymnasiasten auf den Veranstaltungen und an den verschiedenen Ständen informieren, nutzt auch die Lehrerin die Möglichkeit wichtige Dinge aus erster Hand zu erfahren und besucht die von Thomas Bremer, Professor für Romanistik an der MLU, geleiteten Gesprächsrunde "Studieren heute – Anforderungen an die schulische Vorbereitung auf das Studium". "Ich denke, ich kann hier den einen oder anderen Tipp bekommen, worauf wir Lehrer insbesondere nach der Umstellung des Studiensystems bei unseren Schülern besonders achten sollten", sagt Frau Ehnert.

Auf der sowohl für Lehrer als auch für Vertreter der Wirtschaft konzipierten Veranstaltung informiert Professor Bremer zuerst über die Veränderungen, die das neue Studiensystem für Studierende, aber auch für Schulen und Unternehmen mit sich bringt. Nach dem Vortrag wird den Anwesenden in einer Gesprächsrunde dann die Möglichkeit geboten, Fragen zu stellen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

"Für die Lehrer und die Schüler ändert sich durch die Umstellung auf Master- und Bachelor Abschlüsse im Grunde nichts", erklärt Professor Bremer. Die Anforderungen an die Gymnasiasten bleiben gleich, aber auch deren Hauptdefizit: die fehlende Vermittlung von Methodenkompetenz. "Die Schüler müssen lernen, wie man an Wissen herankommt, wie man richtig recherchiert", sagt der hallesche Professor

Für die Studierenden der neuen Studiengänge ändert sich aber einiges. Insbesondere kommt ein strafferes Studienprogramm auf sie zu. Dies bedeutet einen größeren Aufwand und somit weniger Zeit für andere Aktivitäten. Das neue Studiensystem bringt aber auch Vorteile. So schafft es vergleichbare Abschlüsse in der EU. Und die Studierenden können schon nach drei Jahren einen vollwertigen Studienabschluss erwerben. "Für viele Berufsanforderungen könnte der Bachelor (BA) genügen. Aber letztlich wird dies die Nachfrage aus der Wirtschaft entscheiden.", so Professor Bremer. Die Unternehmen werden sich überlegen müssen, für welche Berufe sie Bewerber mit einem Bachelor (BA) und für welche sie Bewerber mit einem Master (MA) nehmen. Danach werden sich dann auch viele Studierende in der Wahl ihres Abschlusses richten.

Während einige der anwesenden Vertreter aus der Wirtschaft überhaupt kein Problem mit dem neuen Studiensystem sahen, gibt es andere, die sich noch unschlüssig zeigen, welche Kenntnisse und Fähigkeiten sie von den BA-Absolventen erwarten können.
Einig sind sich die Personalverantwortlichen von Unternehmen der Region aber darin, dass es deshalb umso wichtiger sei, dass die Absolventen praktische Erfahrungen vorweisen könnten. So äußert Jürgen Lietz von der Personalabteilung der in Merseburg ansässigen MIDEWA "Mir ist es lieber, wenn die Studierenden ein Semester länger studieren, dafür aber praktische Erfahrung gesammelt haben". Auch andere Mängel werden angesprochen. So äußert Frau Dr. Kutner, die Personalleiterin der Halleschen Wasser und Abwasser GmbH: "Den Studierenden wird an den Universitäten keine Führungskompetenz vermittelt. Doch besonders diese Fähigkeit benötigen Hochschulabsolventen im Beruf."

Lehrer und Vertreter der Personalabteilungen nutzen die Veranstaltung auch, um über weitere Themen ins Gespräch zu kommen. So wird unter anderem über die Notwendigkeit einer engeren Kooperation von Schulen und Wirtschaft diskutiert.

Die Zeit war schnell vergangen. Antje Ehnert macht sich wieder auf den Weg zu ihren Schülern. Und obwohl sie erfuhr, dass sich an den Anforderungen für Schulen und Gymnasiasten im Grunde nichts geändert hat, war der Besuch dieser Veranstaltung lohnend für sie: "Ich habe hier noch viel Interessantes über das Studiensystem und die Anforderungen der Wirtschaft erfahren, das ich an meine Schüler weitergeben kann."

Thomas Jähnig, 16.03.2007

 
  16.03.2007
 
     
  Copyright       Disclaimer       Impressum       Kontakt
© 2002 Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg