Ein internationales Konsortium hat das komplette Genom
der Honigbiene sequenziert. Wesentlich daran beteiligt war
das Institut für Zoologie der Martin-Luther-Universität
Halle-Wittenberg. Die Hallenser Wissenschaftler beschäftigen
sich mit jenen Genen, die die soziale Lebensweise der Honigbienen
regeln. Die neuen Erkenntnisse sind in der aktuellen Ausgabe
des Wissenschaftsmagazins "Nature" (26.10.06)
nachzulesen.

Bienenkönigin mit Arbeiterinnen
(© Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg,
Stefan Härtel)
Die Honigbiene ist eines der bedeutendsten Nutzinsekten
für den Menschen. Neben ihrer wirtschaftlichen Bedeutung
für die Imkerei hat sie auch eine unersetzliche Funktion
in der Umwelt für die Bestäubung von Blütenpflanzen.
Aber auch in den biologischen Grundlagenwissenschaften spielt
die Honigbiene eine wichtige Rolle, besonders dann, wenn
es um die Erforschung des sozialen Verhaltens geht. Hier
ist die Honigbiene schon seit vielen Jahrzehnten ein zentrales
Modellobjekt, an dem die Regelmechanismen hochkomplexer
Sozialsysteme untersucht werden.
Nun hat die molekulare Revolution der Biologie auch die
Honigbiene, Apis mellifera, erreicht. Ein internationales
Konsortium von über 170 Forschern hat ihr komplettes
Genom (Erbgut) sequenziert, d. h. entschlüsselt. Das
Genom besteht aus rund 11 000 Genen, von denen viele vom
Genom der bereits sequenzierten Taufliege Drosophila
bekannt sind. Zum Vergleich: das menschliche Genom hat 35
000 Gene.
Ein besonderes Interesse der Forscher lag darauf, zu verstehen,
welche Gene die soziale Lebensweise der Honigbienen regeln.
Dieser Schwerpunkt wurde im Rahmen der weltweiten Zusammenarbeit
besonders am Institut für Zoologie der Martin-Luther-Universität
Halle-Wittenberg in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Robin
Moritz bearbeitet. Zu seinem Team gehören bzw.
gehörten Dr. Michael Lattorff sowie Prof.
Dr. Martin Beye, Dr. Martin Hasselmann und Tanja
Gempe (die letzteren drei Wissenschaftler arbeiten seit
einigen Monaten an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf).
Weiterhin trugen von deutscher Seite Forscher der Universität
Würzburg, der FU Berlin und des European Molecular
Biology Laboratory Heidelberg zum Erfolg des Vorhabens bei.
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Prof. Dr. Robin F.A. Moritz,
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut
für Zoologie
Tel.: 0345 55-26223
E-Mail: r.moritz@zoologie.uni-halle.de
(Carsten Heckmann, 25.10.2006)