Mit starken Eindrücken sind die Teilnehmer an dem
internationalen Seminar zu "Auschwitz in Recht und Politik"
- 40 Studierende der Juristischen Fakultäten Halle und
Passau - aus Auschwitz (Oswiecim) und Krakau zurückgekehrt.
Das Seminar fand in der Zeit vom 18. bis 22. Januar
2006 - nur wenige hundert Meter vom sogenannten Stammlager
Auschwitz I entfernt - in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte
IJBS statt. Das von den Professoren Werner Beulke
aus Passau sowie Armin Höland und Michael
Kilian aus Halle wissenschaftlich betreute Programm
umfasste Referate zu verschiedenen Themen im Zusammenhang
mit der millionenfachen Ermordung von Menschen in Auschwitz,
mit dem Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher
1945-1946, mit dem Frankfurter Auschwitz-Prozess 1963-1965
sowie mit Fragen der Folgen des Holocaust für Gegenwart
und Zukunft. In das Seminarprogramm waren mehrstündige
Besichtigungen des Stammlagers Auschwitz I sowie
des ungleich größeren Lagers Auschwitz-Birkenau
eingefügt. Eindrucksvoll bereichert wurde die
Seminardiskussion durch einen Vortrag von Dr. Manfred
Deselaers, katholischer Priester und Vorstandsmitglied
im "Zentrum für Dialog und Gebet" in Oswiecim,
sowie durch ein mehrstündiges Gespräch mit dem
Zeitzeugen Kazimierz Smolen, fünf Jahre lang
Häftling in Auschwitz, später Direktor des Auschwitz-Museums
und Zeuge im Frankfurter Auschwitz-Prozess.
Zu einem außerordentlich interessanten deutsch-polnischen
Diskussionsforum wurde das Seminar durch den Besuch von
Andrzej Zoll, Professor für Strafrecht an der Juristischen
Fakultät der Jagiellonischen Universität in Krakau
und Bürgerrechtsbeauftragter der Republik Polen, der
für einen Tag aus Krakau mit einer Gruppe von acht
polnischen Studierenden angereist war, sowie durch die Mitwirkung
der Geschichtswissenschaftlerin Dr. Edyta Gawron
vom Zentrum für Jüdische Studien der Universität
Krakau.
Seinen trotz beißender Kälte gelungenen kulturellen
und geselligen Abschluss fand das Seminar in Krakau, wohin
die Seminargruppe für einen Tag und eine Nacht gereist
war. Auf Einladung von Professor Zoll und des Zentrums für
Menschenrechte in Oswiecim fanden die Gäste aus Deutschland
und die Studierenden aus Polen bei einem abendlichen Büfett
und entspannten Gesprächen im Keller des historischen
Restaurants "Wierzynek" im Stadtzentrum von Krakau
zusammen.
Ermöglicht wurde die Seminarreise durch Fördermittel
der Harold Bob Stiftung, Berlin, der Stiftung für deutsch-polnische
Zusammenarbeit, Warschau, der Stiftung Rechtsstaat Sachsen-Anhalt,
Magdeburg, und den Landeszentralen für politische Bildung
in Sachsen-Anhalt und in Bayern.
Das Seminar gehört zu den im Programm des Auswärtigen
Amtes und des polnischen Außenministeriums aufgeführten
Projekten des "Deutsch-Polnischen Jahres 2005/2006"
(siehe http://www.de-pl.info/de/event.php/event/416)
Kontakt:
Prof. Dr. Armin Höland
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Juristische Fakultät
Telefon: 0345 55-23150
E-Mail: hoeland@jura.uni-halle.de
Prof. Dr. Werner Beulke
Universität Passau, Juristische Fakultät
Telefon: 0851 509-231
E-Mail: beulke@uni-passau.de