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aula konzerte halle
Benefizkonzert zur Rettung der Orgel in der historischen Aula
  8.05.2006
 
Die Reihe der aula konzerte halle wird am 15. Mai 2006 mit einem Benefizkonzert zu Gunsten der Orgel in der historischen Universitäts-Aula fortgesetzt. Nach dem gelungenen Auftakt im April können sich Musikfreunde nun auf einen Klavierabend mit Professor Raymond Erickson aus New York freuen. Der international renommierte Pianist und Musikwissenschaftler wird mit einem reizvollen Programm zu erleben sein. Es gelangen Werke von Frédéric Chopin, Robert Schumann, Johannes Brahms, Fanny Hensel und Ludwig van Beethoven zur Aufführung. Das Konzert beginnt um 19.30 Uhr in der Aula im Löwengebäude der Martin-Luther-Universität.

Zehn Freikarten für Studierende
Studierende, die gern dieses Konzert besuchen möchten, können sich an der Verlosung von zehn Freikarten beteilgen. Wer am Donnertag, 11. Mai 2006, um 11 Uhr am schnellsten zum Telefonhörer greift und die Nummer 0345 55-21423 wählt, kann mit etwas Glück eine oder zwei Freikarten für das Benefizkonzert gewinnen.

Raymond Erickson, geboren in Minneapolis, studierte nach ersten Erfolgen als Pianist zunächst Musik und Mathematik am Whittier College in Kalifornien und promovierte 1970 an der Universität Yale im Fach Musikgeschichte. Dort war er zudem Student des Cembalisten Ralph Kirkpatrick.
Seit 1971 wirkt Raymond Erickson an verschiedenen Institutionen und Hochschulen in New York als Musikwissenschaftler und leistet, zugleich als Cembalist tätig, einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Alten Musik in den USA. Die Breite seiner Forschungsinteressen reicht von der musikwissenschaftlichen Anwendung der Computertechnik bis zur mittelalterlichen Musiktheorie. Erickson ist Träger zahlreicher internationaler Auszeichnungen, darunter auch des Bundesverdienstkreuzes Erster Klasse.
Seit 2003 verstärkt er seine pianistische Tätigkeit. Konzertreisen führten ihn durch Amerika, nach Deutschland und Österreich. Als Spezialist der historischen Aufführungspraxis versucht er, einstmals lebendige, später vernachlässigte Konzerttraditionen wieder zu beleben, wie die Ausführung nicht notierter Verzierungen oder das in der Konzertpraxis des 19. Jahrhunderts verbreitete einleitende Stegreifspiel als eine Art von Präludium - so im Konzert am 15. Mai als "Prelude" zu den Symphonischen Etüden Robert Schumanns.

Frédéric Chopin (1810-1849): Fantaisie f-Moll
Das Verständnis des 1841 entstandenen Werkes erschließt sich aus der zeitgenössischen Praxis des Improvisierens. Carl Czerny unterschied 1833 mehrere Arten dieser Vortragskunst, darunter das Fantasieren über eines oder mehrere Themen, die Variation sowie das freye Phantasieren. Vor diesem Hintergrund kann die Fantaisie f-Moll als eine notierte, besonders brillante Fassung einer solchen pianistischen Praxis angesehen werden. Auf Themen polnischer Nationallieder basierend, stellt sie die Verschmelzung der überragenden Fähigkeiten Chopins dar - des glänzenden Pianisten, Komponisten und Improvisators.

Robert Schumann (1810-1856): Thema und Variationen
Für die Symphonischen Etüden, die Schumann 1837 veröffentlichte, sind weitere Titelbezeichnungen überliefert, die deutlicher den Charakter dieser weniger auf einem eigentlichen Thema als auf einer strukturbildenden Zelle gründenden Kompositionen erhellen. Verweist der Titel von 1852 "Etüden in Form von Variationen" deutlich auf den formalen Zusammenhalt, so betont ein weiterer wie "Etüden im Orchestercharakter" den Klangeindruck dieser farbenreichen, die technischen und klanglichen Möglichkeiten auslotenden Konzertstücke.

Johannes Brahms (1833-1897): Intermezzi
Bereits zu Beginn der 1890er Jahre scheint Brahms seinen baldigen Tod vorausgeahnt zu haben. Die Werke, die er in dieser Zeit komponierte, zeichnen sich durch eine gewisse Abgeklärtheit aus - ordnendes Überschauen eines musikalischen Lebenswerks. Die zumeist mit "Intermezzo" betitelten, teils auf ältere Kompositionen zurückgreifenden Stücke sind unkompliziert aufgebaut. Sie faszinieren indessen durch die facettenreiche Ausgestaltung der Melodielinien.

Fanny Hensel (1805-1847): Lied ohne Worte
Das musikalische Schaffen der Pianistin Fanny Hensel, der älteren Schwester Felix Mendelssohn Bartholdys, ist in den letzten Jahren intensiver erforscht worden. Zu ihrem Œuvre gehören vor allem Lieder und Klavierwerke, die seit 1846 unter dem Namen ihres Bruders auch im Druck erscheinen konnten. Wie dieser komponierte auch sie "Lieder für das Pianoforte" - kleinere, eingängige, für die Frühromantik typische Charakterstücke.

Ludwig van Beethoven (1770-1827): Sonate Nr. 30 E-Dur
Die Klaviersonate komponierte Beethoven 1820. Sie gehört zu den fünf Sonaten seiner letzten großen Schaffensphase, die 1815 einsetzt und die durch die Missa solemnis sowie die Neunte Symphonie berühmt geworden ist. Die Spätwerke Beethovens zeugen vor allem von einer zunehmenden kompositorischen Freiheit.

Rettung für die einzigartige Orgel
Innerhalb des gesamten baulichen Ensembles der Aula stellt die Orgel eine Besonderheit dar. Sie wurde 1926 im Stil der sogenannten "Orgelbewegung" - einem Klangideal des 17. Jahrhunderts - von der Firma W. Sauer in Frankfurt a. d. Oder gebaut und ist das einzige noch erhaltene Instrument dieser Art. Leider ist sie so stark beschädigt, dass sie nicht mehr bespielt werden kann. Um die aufwändige Reparatur für das bedeutende historische Musikinstrument finanzieren zu können, gab es bereits im Rahmen der "Zweiten Halleschen Winternacht" (Januar 2006) eine Spendenaktion. Ein weiterer Schritt in Richtung "Rettung der Orgel" wird mit dem Benefizkonzert getan. Nicht zuletzt eröffnet ihre Restaurierung ganz spezielle Möglichkeiten der künftigen Konzertpraxis an der Universität.

Für die Konzertbesucher sind am 15. Mai die Ausstellungsräume des Universitätsmuseums im Löwengebäude von 18 bis 22 Uhr geöffnet.

Weitere Informationen zum Kartenvorverkauf und zu der Reihe aula konzerte halle bei www.aula-konzerte.uni-halle.de oder unter den Aktuellen Meldungen.

 
  Ute Olbertz, 8.05.2006
 
     
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