Am 20. November 2007 erhielt Dr. Petar Doshev den Wilfried
Ensinger-Preis des "Wissenschaftlichen Arbeitskreises
Kunststofftechnik" (WAK) für seine ausgezeichnete
Dissertation zum Thema "Design and structure-property
relationships of heterophasic ethylene-propylene copolymers",
die er unter der Betreuung von Prof. Dr. Hans-Joachim Radusch
am Lehrstuhl für Kunststofftechnik der Martin-Luther-Universität
Halle-Wittenberg in der Zeit von 2002 bis 2006 angefertigt
hat.

Ensinger-Preisträger 2007 Dr. Petar Doshev (Mitte),
Prof. Dr. Hans-Joachim Radusch (rechts) und Klaus Ensinger,
Geschäftsführer der Firma Ensinger GmbH Nufringen.
Foto: O. Touissaint
Der mit 5 000 Euro dotierte Preis wird jährlich für
herausragende wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet
Entwicklung und Beschreibung technischer Kunststoffe für
innovative Anwendungen durch den WAK verliehen. Im Wissenschaftlichen
Arbeitskreis Kunststofftechnik haben sich die Universitätsprofessoren
Deutschlands auf dem Gebiet der Kunststofftechnik und Polymerwerkstoffe
zusammengeschlossen. Der WAK legt strategische Forschungsschwerpunkte
fest, koordiniert die Ausbildung in den universitären
kunststoffspezifischen Studiengängen und fördert
die wissenschaftliche Zusammenarbeit. Ein Höhepunkt
der Arbeit des WAK ist die jährliche Verleihung der
durch die Industrie gestifteten WAK-Preise in den drei Fachdisziplinen
"Entwicklung und Beschreibung technischer Kunststoffe
für innovative Anwendungen" (Wilfried Ensinger-Preis),
"Methoden und Ansätze zur Entwicklung und Konstruktion
von Bauteilen aus Kunststoffen" (Oechsler Preis) und
"Entwicklung neuer Verfahren und Techniken bei der
Verarbeitung von Kunststoffen (Brose-Preis).
Dr. Petar Doshev hat sich in seinem Promotionsvorhaben
mit der Herstellung, Verarbeitung und werkstofflichen Charakterisierung
von so genannten Reaktorblends befasst, wobei der Schwerpunkt
seiner Untersuchungen in der Aufklärung der Zusammenhänge
zwischen der kontrolliert während der Synthese bzw.
der Verarbeitung eingestellten Phasenmorphologie und den
anwendungstechnischen Eigenschaften wie Festigkeit und Schlagzähigkeit
dieser innovativen Polymermaterialien bestand. Die Ergebnisse
der Arbeit tragen wesentlich zur Aufklärung der komplexen
Struktur-Eigenschaftsbeziehungen elastomermodifizierter,
teilkristalliner Polymerwerkstoffe bei. So konnte Doshev
zum Beispiel zeigen, dass spezielle bimodale Reaktorblends
generiert werden können, die sich durch besonders gute
Anwendungseigenschaften auszeichnen. Solche maßgeschneiderten
Materialien können z. B. in der Automobilindustrie
aber auch in der Verpackungsindustrie vorteilhaft eingesetzt
werden.
Petar Doshev begann sein Promotionsstudium zunächst
im Rahmen eines zweijährigen Stipendiums der Graduiertenförderung
des Landes Sachsen-Anhalt und wurde danach in ein Forschungsprojekt
der Professur Kunststofftechnik mit der Dow Olefinverbund
GmbH Schkopau integriert. Die im Rahmen dieser Forschungszusammenarbeit
erzielten Ergebnisse können als international führend
bezeichnet werden. Heute arbeitet der 29-jährige Dr.
Doshev, der gebürtiger Bulgare ist, auf dem Gebiet
der Polymerforschung und -entwicklung bei der Firma Borealis
AS in Norwegen.
Ansprechpartner:
Prof. Dr.-Ing. Hans-Joachim Radusch
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Zentrum für Ingenieurwissenschaften
Professur Kunststofftechnik
Tel.: 03461 46 2791 / 3792
E-Mail: hans-joachim.radusch@iw.uni-halle.de
http://www.kunststofftechnik.uni-halle.de